So bekommst du einen eigenen H5P-Account


Wie hier schon angekündigt und begründet, werde ich am 19. März (19.30 Uhr) eine kostenlose Adobe-Connect Fortbildung zum Thema „Mediengestützte DaF/DaZ-Übungen am Beispiel von H5P“ anbieten. Damit alle auf dem gleichen Stand sind und ein zügiges gemeinsames Arbeiten gewährleistet ist, wäre es von Vorteil, wenn bereits alle Teilnehmenden auf H5P registriert sind. Falls jemand Hilfe braucht, findet man hier eine kurze Anleitung. Ansonsten könnt ihr mich jederzeit hier im Blog dazu fragen. (Kommentarfunktion)

Hier musst du klicken.

Um eigenen Inhalt auf der H5P-Website zu erstellen, ist ein eigener Account notwendig. Die Registrierung und die Erstellung und Verbreitung der Inhalte sind kostenlos. Gehe auf die Seite https://h5p.org/ und klicke dazu auf <Create free account>.

Für die Registrierung sind 4 Einträge notwendig:

  1. Benutzername
  2. E-Mailadresse
  3. Passwort + Passwortbestätigung
  4. CAPTCHA beantworten
Screenshot der H5P Registrierungsseite

Das solltest du beachten:

  1. Username:
    Leerzeichen sind erlaubt; Satzzeichen sind nicht zulässig, außer für Punkte, Bindestriche, Apostrophe und Unterstriche.
  2. E-Mail-Adresse:
    Eine gültige E-Mail-Adresse ist notwendig. Alle E-Mails des Systems werden an diese Adresse gesendet. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und wird nur verwendet, wenn Sie ein neues Passwort oder bestimmte Neuigkeiten oder Benachrichtigungen per E-Mail erhalten möchten.
  3. Passwort + Passwort bestätigen:
    Geben Sie in beiden Feldern ein Kennwort für das neue Konto an. Passwort muss mindestens 6 Zeichen lang sein.
  4. Beantworte das CAPTCHA
    Dies ist notwendig, damit keine automatisierten Anmeldungen stattfinden, wie zum Beispiel durch Spam-Bots, erfolgt.  Man muss Fragen beantworten. Leider sind diese nur Englisch, aber keine Angst, die Fragen sind nicht schwer. Hier eine Beispielfrage: “Was bekommst du, wenn du zwei und vier addierst? Antwort ist ein aus drei Buchstaben bestehendes Wort” Die Antwort muss natürlich Englisch eingeschrieben werden. 😉

Dann klicke auf: <Create new accoant>

Fertig!!

Wie schon oben geschrieben, wenn du Fragen oder Probleme mit der Registrierung hast melde dich hier. (Kommentar)

Warum eine Fortbildung zu H5P im DaF/DaZ-Unterricht?


Wie gestern schon angekündigt werde ich am 19.03. eine kostenlose Online-Fortbildung anbieten:

Digitale Tools haben schon längst im Fremdsprachenlernen Einzug gehalten. Aber werden sie auch immer sinnvoll eingesetzt?

Das kostenlose Werkzeug H5P zum Beispiel ist für Lerner und Lehrer leicht und mobil zu nutzen. Es lassen sich unterschiedliche Aufgaben- und Übungstypen digital umsetzen und als Open Educational Resources (OER) teilen und erneut anpassen. H5P-Anwendungen eignen sich sowohl zur Präsentation und Produktion von bedeutungsvollen und motivierenden Inhalten als auch für eine induktive Grammatikvermittlung. Die Stärke des Tools liegt aber auch darin, Übungssequenzen im und außerhalb (informelles Lernen) des Unterrichts zu ergänzen und bei richtigem Einsatz, unterschiedliche Lerntypen zu berücksichtigen und Binnendifferenzierung (gezielter) zu ermöglichen. Die Vorteile scheinen also zu überwiegen. Ob die Umsetzung im eigenen Unterricht aber auch immer sinnvoll, bedarfsorientiert und schülerorientiert erfolgt, wird zu selten hinterfragt.

Die Adobe Connect Präsentation stellt einige Möglichkeiten des Tools H5P vor. Es möchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch dazu animieren, selbst eigene digitale Übungen zu erstellen und im Unterricht einzusetzen, aber diesen Einsatz zu planen und zu reflektieren.

Ziele

  1. Die TN kennen wichtige Übungsformen mit H5P und deren Einsatzmöglichkeiten für den Fremdsprachenunterricht.
  2. Sie kennen Kriterien für den sinnvollen Einsatz von H5P-Anwendungen.

Ziele für die weitere Qualifikation (Eigeninitiative) der Teilnehmenden:

  1. Die TN können digitale Übungsformen gezielt auswählen und adaptieren.
  2. Sie können eine H5P-Übung planen, erstellen und gemeinsam mit Kollegen reflektieren.

Ausgangspunkt bzw. didaktisch methodische Grundlage der Reflexion der H5P-Anwendungen ist das Lernfeldermodell / Four Strands  (Nation/Newton 2009). Das Lernfeldermodell beruht auf der Annahme, dass eine ausgewogene Verteilung von Sprachlernaktivitäten über einen längeren Zeitraum am besten geeignet ist, die Lernenden zu einer aktiven Verwendung der gelernten Sprache zu bringen. Dieses Modell ermöglicht es, die Gesamtheit der Fremdsprachenvermittlung im Blick zu behalten und gleichzeitig bei Betrachtung einer Übung, einer Aufgabe, eines Tools oder einer digitalen Anwendung in ein bestimmtes Lernfeld „hinein zu zoomen“ und so zu hinterfragen.

Das heißt, dass der Lehrende mithilfe des Modells erfassen kann, ob er bestimmte Bereiche in der Fremdsprachenvermittlung bevorzugt, vernachlässigt, eventuell vergessen hat oder übertrieben anwendet. Das könnte einseitige Anwendungen von Quiztools vorbeugen.

Das Modell geht von 4 Lernfeldern aus, die durch Lernaktivitäten im Laufe eines gesamten Kurses oder in einem Schuljahr im gleichen Umfang abgedeckt werden sollten. Das heißt für die folgenden 4 Lernfelder, dass sie zu je einem Viertel (25%) Anwendung finden sollten:

1. Lernen durch Arbeit mit bedeutungsvollen Inhalten

2. Sprachbezogenes Lernen = punktuelle Konzentration auf sprachliche Strukturen (Grammatik, Wortschatz, Aussprache)

3. Lernen durch Produktion von bedeutungsvollem Output

4. Lernen durch Flüssigwerden im Sprechen, Schreiben, Hören, Lesen, Hörsehen

DLL 4

Dabei geht man nicht davon aus, dass es eine festgelegte Abfolge von Lernfeldern und -aktivitäten gibt und dass in jeder Stunde alle Lernfelder gleich oft angesprochen werden müssen.

Für Lehrende ist es meist eine Herausforderung für ihre Lerngruppe herauszufinden, was für diese „bedeutungsvoll“ ist. Auch wird oft reflektiert, dass das sprachbezogene Lernen mehr Raum einnimmt als im Modell vorgesehen. Fast immer sind Lehrende überrascht, dass dem Flüssigkeitstraining so viel Bedeutung zukommt. Die dazu notwendigen Automatisierungsübungen sind gekennzeichnet durch Schnelligkeit und eine hohe Wiederholungsrate. Hier gibt es, nach meiner Beobachtung, bei vielen Lehrern Bedarf zum Nachsteuern.

Hier eine Zusammenfassung des Lernfeldermodells.

Lernfelder und H5P-Anwendungen?

Ziel des Fremdsprachenlernens ist es, den Lerner in die Lage zu versetzen, Aufgaben, die nach Möglichkeit einen Sitz im Leben haben, lösen zu können. Was er dabei genau auf einer bestimmten Niveaustufe beherrschen muss, bestimmt der GER (Gemeinsame Europäische Referenzrahmen). Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass wir dies nicht gleich nach erfolgtem Input bewerkstelligen können. Vor dem freien Sprechen stehen Übungen, Wiederholungen, Anwendungen, Automatisierungen („Üben ohne Nachdenken“). Diese zu planen erfordert didaktisches Wissen, Erfahrungen und das Gespür für die Interessen und den Bedarf der einzelnen Schüler in der jeweiligen Lerngruppe.

Didaktisch geht man davon aus, dass man von geschlossenen Übungen über offenere Übungsformen zur offenen Aufgabe kommen sollte. Dabei spielen Automatisierungen (siehe dazu auch den Stroop-Effekt) eine wichtige Rolle. Das heißt, auch „Einschleifübungen“ haben ihre Berechtigung. Natürlich muss man das richtige Maß und eine sinnvolle Einbettung in den Unterricht finden. Das gilt auch für digitale geschlossene Übungen. Wie erfolgreich der Weg von geschossenen Übungen zu offenen Aufgaben am Ende ist, hängt auch von den individuellen Voraussetzungen der Lerner ab. Jede Lerngruppe hat unterschiedliche Lerntypen, Schüler mit unterschiedlichem Vorwissen und Interessen. Deshalb ist es notwendig, binnendifferenziert zu denken und vielfältige Übungsmöglichkeiten auch informell (außerhalb des Unterrichts) zur Verfügung zu stellen. Auch hier können H5P-Anwendungen eingesetzt werden.

Digitale Werzeuge müssen gezielt in diesen Prozess eingebunden werden.

Halten wir also fest: Den Unterricht zu öffnen, projektorientiert mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, kann im Fremdsprachenunterricht erst erfolgen, wenn solche Aufgaben sprachlich vorbereitet sind. Bei dieser Vorbereitung haben auch digitale Übungsformen ihre Berechtigung.

10 Dinge, die man zu H5P wissen sollte:

  1. Das Ziel des Open-Source-Werkzeugs H5P ist, die Inhaltserstellung von interaktiven Lerneinheiten einfach zu gestalten.
  2. Erstellte Inhalte können einfach exportiert und wieder importiert werden.
  3. Die Idee für H5P stammt von einer staatlich geförderten Organisation (NDLA) aus Norwegen. Seit 2013 ist die Firma Joubel federführend.
  4. H5P ist aktuell als Autorensystem organisiert, das heißt eigene Inhaltstypen können im Sinne von Open-Source von jedem, der es kann, programmiert und ergänzt werden.
  5. H5P integriert Creative-Commons-Lizenzen und ermöglicht somit OER.
  6. Wichtiges Ziel des Projektes ist die Barrierefreiheit. Es soll von allen Nutzern unabhängig von ihren Einschränkungen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können. Der verwendete Webstandard HTML5 soll ermöglichen, dass die Anwendungen auf allen Endgeräten verwendbar sind.
  7. Durch H5P-Plugins können H5P-Inhalte direkt in WordPress, Drupal oder Moodle integriert und bearbeitet werden.
  8. Alle H5P-Inhalte können nach Erstellung zum Download bzw. zur Einbettung freigegeben werden.
  9. Zum Download freigegeben Inhalte können weiterverarbeitet, ergänzt, angepasst, verbessert werden und erneut zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Das entspricht der Idee von freien Bildungsinhalten (OER).
  10. Aktuell (5.3.2019) gibt es 41 Anwendungen auf H5P. Dieses Angebot wird ständig ausgebaut.

Steckbrief H5P

https://h5p.org/node/457033

Wozu H5P? Wir haben doch schon LearningApps?

Ja, beide sind sich insbesondere bei den Quiz-Komponenten ähnlich, werden deshalb auch als Beispiele für Toolifizierung und Quizzifizierung kritisiert.

Das Angebot von H5P geht aber darüber hinaus und entwickelt sich rasant weiter (aktuell 41, Vergleich LearningApps: 17 Quiz-Formate + 5 weitere Werkzeuge). Auch das Design erfüllt, meiner Meinung nach, höhere Ansprüche. Nachteile gibt es auch. So kann H5P nicht als SCORM zum Beispiel in Moodle eingebunden werden (Für die Plugin-Instellation muss man bestimmte Rechte besitzen.). Der größte Nachteil ist jedoch, dass auf H5P keine gezielte Suche nach weiteren interessanten Inhalten, die erneut angepasst werden können, möglich ist. Alternativ könnte man Inhalte in offenen Wikis sammeln, wie zum Beispiel im von mir betreuten Willkommen-Wiki der ZUM für DaF/DaZ Inhalte.

Kritik an H5P

In letzter Zeit wird H5P im Zusammenhang mit anderen Tools wie #LearningApps, #Kahoot, #LearningSnacks dafür kritisiert, dass sie #Frontalunterricht, #Behaviorismus und #kybernetischePädagogik unterstützen und dadurch die Entwicklung hin zu „zeitgemäßer Bildung“ behindern würden. Beispiele für die Kritik an der „Toolifizierung“ und „Quizzifizierung“ hier und hier.

Diese Kritik ist ernst zu nehmen und hilft dabei, die eigene didaktische Arbeit kritisch zu hinterfragen.

Ausblick

Eine progressive Rolle könnte H5P meiner Meinung nach für das 3. Lernfeld: „Lernen durch Produktion von bedeutungsvollem Output“ spielen. Besonders für „Sinn-volles“ Sprachhandeln eignen sich H5P Anwendungen zum Beispiel für digitale Produkte projektorientierten Lernens.

Noch ein Wort zu den in höheren Sprachprüfungen (DSD II) so beliebten Präsentationen. Im Fremdsprachenunterricht sprechen wir zwar von bedeutungsvollem Output, aber die Frage nach einem „bedeutungsvollen“ Medium wird nur selten gestellt. Wollen Schülerinnen und Schüler auch in einer digitalisierten Welt weiterhin Plakate oder das klassische PowerPoint einsetzen?  Bei Unterrichtsbesuchen an unterschiedlichen Schulen im Ausland sind mir noch die vielen bunten Deutsch-Plakate mit aus dem Internet kopierten Texten in Erinnerung, die, weit außerhalb der Sprachkompetenz (A1-A2) der Lerner, ausgedruckt und von diesen vorgelesen wurden. Dass dies kein gelungenes Beispiel für projektorientiertes, offenes Arbeiten ist, dürfte einleuchtend sein. Aber würde sich dies, bei gleicher Einstellung des Lehrers und Lerners, durch den Einsatz von digitalen Medien ändern?

Hier noch einmal die Informationen zur Anmeldung:

Am 19. März (19 Uhr) werde ich, im Rahmen des „DaF-Lehrer Netzwerkes“ organisiert von Nadja Blust, eine kostenlose Online-Fortbildung zum Thema „Mediengestützte DaF/DaZ-Übungen am Beispiel von H5P“ anbieten. Diese wird über Adobe Connect erfolgen. Wie mir Nadja mitgeteilt hat, ist, bei Interesse, eine Anmeldung obligatorisch und kann hier erfolgen: Zur Anmeldung

Links:

Einladung zur Online-DaF-Lehrerfortbildung am 19. März


Gestern, auf meinem Rückflug von Oslo, hat mich positiv überrascht, wie selbstverständlich der Flughafen und die Piloten mit starkem Schneefall umgegangen sind. Wie man hier sieht, konnte man im Flugzeug nicht mehr aus dem Fenster schauen.

Enteisung des Flugzeuges am "Fließband".

Wir kennen aus Mitteleuropa viele Beispiele, dass der Flugbetrieb bei solchem Wetter eingestellt wird. Wie kann es aber zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen kommen? Das Wissen und die notwendige Technik (hier Enteisung des Flugzeuges am „Fließband“ in Oslo) sind vorhanden, aber bei der Umsetzung scheint man unterschiedlich konsequent zu sein.

Auch beim mediengestützten Lernen im Bereich DaF/DaZ findet man bereits viele fertige Szenarien und Beispiele, ebenso noch mehr Tools, die auf einen Einsatz warten bzw. reflektiert werden sollten. Zum Glück gibt es auch viele engagierte Lehrkräfte, die nicht nur neugierig sind, sondern auch Interesse daran haben, mediengestütztes Lernen sinnvoll in den eigenen Unterricht zu integrieren.

Im DaF-Bereich, der weltweit mit unterschiedliche Lehr- und Lernkulturen und länderspezifischen Curricula umgehen muss, ist es schwieriger, ähnliche Wege zu finden und Ergebnisse angemessen zu vergleichen. Das stellt die Lehrerfortbildung vor einer großen Herausforderung. Zu dieser internationalen Heterogenität kommen auch noch die individuell ungleichen Kompetenzen im Umgang mit Medien oder auch beim abrufbaren Wissen von Methodik und Didaktik des Fremdsprachenunterrichts.

Auf der anderen Seite bringen die Lehrkräfte eine Vielzahl an Erfahrungen und auch Wissen mit, die in den Fortbildungen sichtbar gemacht werden sollten. Am erfolgreichsten sind für mich solche Workshops, die die Teilnehmenden dazu bewegen, (kleine) Veränderung im Unterricht zu wagen. Passend dazu finde ich die aus der Aktionsforschung entstandenen PEPs (Praxis-Erkundungs-Projekte), die in den DLL-Fortbildungen des Goethe-Instituts am Ende jeder Einheit stehen. Das setzt natürlich die Bereitschaft der Teilnehmenden voraus, aktiv zu werden und kollegial solche Erkundungsprojekte reflektieren zu wollen, um sich dabei weiterzuentwickeln.

Am 19. März (19 Uhr) werde ich, im Rahmen des „DaF-Lehrer Netzwerkes“ organisiert von Nadja Blust, eine kostenlose Online-Fortbildung zum Thema „Mediengestützte DaF/DaZ-Übungen am Beispiel von H5P“ anbieten. Diese wird über Adobe Connect erfolgen. Wie mir Nadja mitgeteilt hat, ist, bei Interesse, eine Anmeldung obligatorisch und kann hier erfolgen: Zur Anmeldung

Zur Anmeldung

Angekündigt ist das Ganze als Workshop, da aber nur 90 Minuten zur Verfügung stehen, wird es vom Format her eher eine Präsentation mit interaktiven Elementen werden. Dabei werde ich H5P-Anwendungen nicht nur vorstellen, sondern auch hinterfragen, wie diese konkret in den Lehr- Lernkontext integriert werden könnten. Die Teilnehmenden sind danach aufgerufen, selbst sich ein Bild von den Möglichkeiten von H5P zu machen. Vielleicht entstehen danach durch Ausprobieren und Adaptieren kleine „PEPs“, die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam reflektieren.

Morgen werde ich hier noch einmal konkret darauf eingehen, warum ich dieses Thema gewählt habe.

Links:

Links:

Wer sind diese Deutschen – Material


Nachdem in den beiden letzten Blog-Beiträgen das Thema „Wer sind diese Deutschen?“ inhaltlich und anhand eines aktuellen Beispiels besprochen wurde, soll in diesem Post eine kurze Materialsammlung veröffentlicht werden.

Beginnen möchte ich mit einem Gedicht, das ich bereits seit 18 Jahren in meinem Unterricht oder in Fortbildungen nutze. Dabei hat sich die Auseinandersetzung mit dem Text ständig fortentwickelt. Wenn es entsprechend angepasst wird, kann es für unterschiedliche Subkulturen einer „Nationalkultur“ sensibilisieren. Deshalb ist der Text nicht nur für interkulturelle Fragestellungen geeignet, sondern eignet sich auch für den (reflexiv)kulturellen Ansatz:

empfindungswörter

Gedicht von Rudolf Otto Wiemer

aha die deutschen
ei die deutschen
hurra die deutschen

Im Gedicht findet man folgende Empfindungswörter:

Ei – Freude, Überraschung
Hurra – Freude, Begeisterung
Pfui – Abscheu, Verachtung
Ach – Bedauern, Sehnsucht
Nanu – Verwunderung, Überraschung
Oho – Erstaunen,Verwunderung
Hm – Zustimmung
Nein – Ablehnung, Zweifel
Ja ja – Zustimmung

Die Bedeutung der Aussagen hängen stark von Gestik, Mimik und der Intonation ab (Betonung und Wortmelodie).

Didaktisierungen im Internet:

Werbespot: „Diese Deutschen …“

Als Einstieg in das Thema bietet sich ein kurzer Werbespot der Lufthansa an, den man didaktisiert auf den Seiten des Goethe-Instituts findet.

Materialien:

STICHWÖRTER:  Reisen, Stereotypen, deutsch-französisches Verhältnis
DIDAKTISIERUNGEN:
Arbeitsblätter (PDF, 380 KB)
Hinweise für Lehrende (PDF, 200 KB)
Dialogliste (PDF, 145 KB)

Die „Realität“ 😉

Sehr aktuell sind die Filme des WDR, die gerade im Internet abrufbar sind. Diese beschäftigen sich im Spiegel der gegenwärtigen gesellschaftlichen Ereignisse kritisch mit Fragen des typisch Deutschen. Die Darstellung bietet ein differenziertes Bild, (aber ist immer noch ein Bild). Didaktisierungen dazu wären sehr wünschenswert und hilfreich.

Was ist deutsch? Die deutschen Tugenden auf dem Prüfstand

Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung, Fleiß und Pflichtbewusstsein – typisch deutsche Tugenden, oder etwa nicht? Quarks & Co nimmt die Tugenden unter die Lupe: Welche Rollen spielen sie in Deutschland wirklich? Quelle

screenshot-www ardmediathek de 2016-03-14 19-28-1801.03.2016 | 2 Min. | In der Mediathek verfügbar bis 01.03.2021 | Quelle: WDR

Der gesamte Film„Was ist deutsch? – Eine Reise durch die Republik“ in der Mediathek – 43:43 Min. (Mit Untertiteln!)

Dazu gibt es eine Umfrage: Was ist typisch deutsch? und einen Test: Haben Sie Vorurteile?

-> Vorurteile? Testen Sie sich selbst! | Hier geht es zum Test

Auch interessant: – Typisch deutsche Gene – Gibt es das?

Quarks & Co | 01.03.2016 | 03:23 Min. | WDR

http://www1.wdr.de/fernsehen/quarks/deutsch-gene100.html

Ebenfalls als Information zu dem Thema konzipiert sind die Animationen des Goethe-Instituts, deren Fokus auf  „Zeit“ und „Arbeitseinstellung“ (Wertvorstellungen) liegen.

Typisch Deutsch – Umgang mit der Zeit

Typisch Deutsch – Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps

Mentalität und „Wie sind die Deutschen?“ sind Themen einer Folge der erfolgreichen Produktion des GI „Das Deutschlandlabor“. („Eine Entdeckungsreise in 20 Videofolgen für Deutschlernerinnen und -lerner mit Grundkenntnissen ab dem Niveau A2.) Dabei kann man Labor durchaus so verstehen, dass im Film verschiedene Eigenschaften und Handlungsfelder im Deutschen „getestet“ werden. Damit die Filme nicht nur reine Informationsmedien bleiben, ist es wichtig, passende „Zusatzexperimente“ für die Lerner zu finden, in denen die Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.

Filme zur deutschen Mentalität – Das Deutschlandlabor – Beispiel:

Material:

Die Deutschen sind pünktlich, gut organisiert und lieben Regeln. Stimmt das? David und Nina fragen nach, was typisch deutsche Eigenschaften sind. Und sie sammeln viele neue interessante Regeln für den Alltag. Quelle

Hier nun einige Filme und Serien, die sich sehr konkret mit dem Thema auseinandersetzen:

Typisch!?  – Link zur Website: 

-> Episode 4: Mahlzeit!

Was machen Sie in Ihrer Mittagspause? Diskutieren Sie mit uns auf „Deutsch für dich“.

Zusatz: Online-Übungen für Deutsch im Büro

Auch hier gibt es das Thema: -> Pünktlich!

Oder zum Beispiel eine Präsentation über den  „Schrebergarten“

veröffentlicht am 20.01.2016 aus Panorama DaF A2 Kursbuch (Cornelsen)

Weitere Infos zum Thema im Material zur Ausstellung „Willkommen im Schrebergarten“ (Eine Ausstellung des Goethe‐Instituts Australien in Melbourne und des Institutes für Kunstpädagogik der Universität Leipzig): u.a Videos und Interviews.

YouTube-Fundstücke

Auf Youtube gibt es Erklärvideos zu allen möglichen und unmöglichen Themen, da verwundert es nicht, dass es solche Filme auch für Deutschlerner gibt, denen das Leben in Deutschland erklärt wird. Hier zwei Beispiele. Zuerst passend zu den oben schon zitierten Filmen zum Thema Zeit:

Deutschland für Anfänger, الالتزام بالمواعيد, Pünktlichkeit

Und zum zweiten zu ganz „trivialen“ aber wichtigen Dingen: „Cari antwortet (26) – Schuhe aus | Bier trinken | Schaffen | Buch Gewinnspiel

Weitere Links:

Vor Jahren habe ich zum Thema „Stereotype“ im ZUM-Wiki eine Seite erstellt: Stereotype im DaF-Unterricht. 

Auch im ZUM-Wiki finde ich die Linksammlung zu Integration und interkulturelle Verständigung interessant.  Zu diesem Thema findet man eine Liste verschiedener Werke der Kinder- und Jugendliteratur. Diese Seite nennt einige Titel und bietet Raum für dazu passende Unterrichtsideen. (Link)

Aktuell hat das GI Athen eine Linksammlung zum Thema: Klischees und Stereotypen im DaF-Unterricht Stufe: ab A2 veröffentlicht.

Abschließend ein kurzes Zitat:

Es sind nicht die Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und zu feiern.


Aus: Audre Lord, Schriftstellerin und Aktivistin, Quelle

Wer sind diese Deutschen?


Ja, wer sind wir?
Angelika Merkel, PEGIDA, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Berliner, Bautzener, Sachsen, Bayern, pöbelnde Nazis, Migrantinnen und Migranten, Obdachlose, Millionäre, Kinder, reiche – arme Rentner? Die Liste könnte noch über Seiten fortgesetzt werden. Die Antworten, die für sich in Anspruch nehmen, wahr zu sein, wären ebenso zahlreich. Aber genau das zeigt das Problem, vor dem nicht nur DaF/DaZ-Lehrer und -Lerner, sondern wir Deutschen selbst stehen. Wie „erklären wir uns“? bzw. Wie können wir dazu beitragen, dass Interessierte und Betroffene auf ihre Fragen befriedigende Antworten finden können.

Man möchte meinen, dass pauschale Frage – pauschale Antworten generieren. Es kommt also darauf an, die richtigen Fragen zu stellen und das will gelernt sein. Betrachtet man das Thema genauer, rücken für den Lernprozess noch andere Kriterien in den Mittelpunkt.

Die im (Blog-)Titel stehende Frage habe ich einem YouTube Video entnommen, welches gerade sehr angesagt ist. Hier beschreibt Firas Alshater (Zukar) aus seiner Sicht, seine nicht immer einfach zu verstehenden „Gastgeber“.

Diese Perspektive kennen wir schon seit Jahrzehnten in Deutschland. Im Spielfilm „Almanya“ zum Beispiel findet man Szenen, die aus der Sicht türkischer Migranten erste Beobachtungen und schwierige Situationen beschreiben. Es sind Kleinigkeiten die dem Fremden auffallen und aus denen Fragen entstehen. So zum Beispiel: „Deutsche Männer tragen keine Schnauzbärte“.

Hier sind es Kinder, die diese Frage stellen. Diese sind für ihre Neugier und ihren Mut bekannt, ungewöhnliche Fragen zu formulieren, so dass Erwachsene nicht selten in Erklärungsnot geraten. Erwachsenen fehlen oft diese Eigenschaften. Eine Art „kindlicher Unbekümmertheit“ ist eine gute Voraussetzung, zielführende Fragen für das kulturelle Lernen zu finden und zu formulieren. Unsere Aufgabe als Lehrperson ist es, diese Eigenschaft bei unseren Lernern zuzulassen bzw. zu (re)aktivieren und zu unterstützen.

Ändern wir unsere Perspektive und sehen uns als „Objekte“ der Beobachtungen, können ebenfalls spannende Fragen erwachsen. Was denken die „Anderen“ über uns und warum kommen diese zu diesen Fragen bzw. Antworten. Dies (hier im Ausland) erfahre ich jedes Mal persönlich als Bereicherung. Es macht Lust, noch mehr zu erfahren und es verwundert mich zu sehen, dass es viele Menschen gibt, die dieses Gefühl nicht kennen oder kennen wollen. Zugespitzt formuliert braucht (nicht nur) Deutschland einen gesamtgesellschaftlichen Masterplan für die Entwicklung (inter-)kultureller Kompetenz.

Aber zurück zur DaF/DaZ-Perspektive. Der Ausschnitt „Fatma geht einkaufen“ (ebenfalls aus „Almanya“ ) präsentiert eine Situation, in der sich jeder wiederfinden kann, der schon einmal in einem anderen Land ohne Sprachkenntnisse etwas erreichen wollte.

Das Beispiel zeigt, wie wichtig die sprachliche Kompetenz ist und es verdeutlicht aber auch, dass der Wille zur Verständigung auf beiden Seiten da sein muss. Dieser „gute Wille“ kann nicht immer vorausgesetzt, aber doch gelernt werden.

Verunsicherung, Fragen stellen, Neugier, der Wille, selbst nach Antworten zu suchen, das sind gute Lernvoraussetzungen. Was noch fehlt sind durchdachte Lernszenarien, die dabei helfen. Aber genau hier stehen auch Profis vor einer Herausforderung. Fehlt diese Unterstützung, können Mut und Ausdauer Neues zu erkunden, verloren gehen und neue vereinfachende Erklärungsmuster die Folge sein.

Es gibt Meinungen, dass kaum ein Unterschied zwischen DaF und DaZ existiere. Aber es ist auffällig, dass gerade beim kultursensiblen Lernen wichtige unterschiedliche Ausgangslagen zu beachten sind. DaZ-Lerner werden wie oben gezeigt, durch ihren Alltag im Gastland mit (inter-)kulturellen Fragestellungen konfrontiert. Für DaF-Lerner kann die Situation je nach Ort eine ganz andere sein. Gibt es zum Beispiel im eigenen Land wenig Möglichkeiten mit anderen Kulturen in Verbindung zu treten, fehlt auch der notwendige Impuls, interkulturelles/kulturbezogenes Lernen durch intrinsische Motivation (bei Lehrern und Lernern) in Gang zu setzen. Unterricht, der die schulischen Grenzen nicht überwindet, egal ob virtuell oder real, trägt Laborcharakter. Das hat sich auch durch den einfacheren Zugang zum deutschsprachigen Raum durch das Internet nicht geändert. In der Unterrichtsrealität vieler Länder wird das Internet kaum genutzt und wenn, dann steht meist die Vermittlung von Fakten im Mittelpunkt. Internet-Austauschprojekte oder sogar Videokonferenzen sind noch sehr selten, was auch in der Ausstattung der Schulen begründet sein kann, aber vor allem an der methodisch-didaktischen Schulung. Oft liegt das Problem auch in der geringen bzw. fehlenden kulturellen Sensibilität der Lehrkräfte. In Gesprächen mit Lehrkräften werden von diesen zwar Begriffe wie interkultureller Ansatz oder interkulturelle Kompetenz genutzt, werden aber nicht selten mit anderen Inhalten besetzt. Aktuelle fachdidaktische Diskussionen und Ansätze stoßen dadurch auch auf Unverständnis. Der bewusste Schritt hin zum interkulturellen Ansatz ist Voraussetzung dafür, sich später auch auf einen transkulturellen bzw. kulturwissenschaftlichen Ansatz einzulassen.

Eine zusätzliche Barriere aktuelle Ansätze zu berücksichtigen stellt die Einstellung dar, dass das sprachliche Niveau der Schülerinnen und Schüler nicht optimal für eine (inter-)kulturelle bzw. (kultur-)reflexive Landeskunde sei. Hier brauchen wir praxistaugliche Konzepte, die zeigen, dass dies möglich ist. Zusätzlich muss allen Akteuren bewusst sein, dass die Vermittlung (inter-)kulturelle Kompetenzen nicht allein dem Fremdsprachenunterricht überlassen werden kann, sondern eine fächerübergreifende, ja gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Wie kann man dem Laborcharakter des Fremdsprachenunterrichts entfliehen? Wie kann man interne und externe schulische Grenzen überwinden?

In einem Interview mit Firas Alshater auf bento.de (SPIEGEL-ONLINE) findet man eine mögliche Lösung. Als Begründung für seinen Film auf YouTube gibt er dort an, dass er zeigen wollte: „Wer wir (wir Flüchtlinge) sind.“ Vergleicht man diese Aussage mit dem Titel und Inhalt seines Films, wird folgendes klar. Ihm ging es bei der Produktion vor allem darum Dinge praktisch auszuprobieren. Deshalb musste er hinaus auf die Straße, dort wo „diese Deutschen“ zu finden sind. Hier konnte er, in selbst entwickelten „Versuchen/Experimenten“ (Umarmung), deren Reaktion herausfinden und festhalten. Der Ausgang der Versuche bleibt dabei offen. Die Ergebnisse heterogen, wie bei der pauschal formulierten Frage nicht zu erwarten war. Der Film als Produkt hat weitere Lerneffekte ausgelöst. Durch die vielen Reaktionen wurde ein Prozess in Gang gesetzt, dessen Ende bzw. Ergebnisse noch nicht abzusehen sind.

Spannend ist die Wechselwirkung, die in Gang gesetzt wurde. Die handelnden Personen (ob als Projektinitiator oder Proband) werden in ihrer Alltagsroutine „gestört“. Aus der Verunsicherung entstehen bei den Beteiligten Fragen, die wiederum Antworten fordern, welche natürlich überprüft, bestätigt oder verworfen werden, um somit wieder neue Fragen aufzuwerfen. Auch wenn die Veränderungen nur in kleinen Schritten erfolgen und vielleicht manchmal kaum sichtbar werden, ist dieser Weg sinnvoller als das Pauken landeskundlicher Fakten.

Das Zauberwort heißt also projektorientiert unterrichten. Wenn wir davon ausgehen, dass man eine Fremdsprache vor allem durch Sprechen, durch die aktive Anwendung der Sprache erlernen kann, dann gilt das auch für den Erwerb (inter-)kultureller Kompetenzen.

Lerner müssen dazu in der Lage sein, sich der Welt und den Kulturen zu öffnen. Sie müssen Erfahrungen sammeln, suchen, recherchieren und reflektieren. Nur durch reale (auch im Internet mögliche) Begegnungen ist dies möglich. Nur so können die eigenen Einstellungen, Urteile hinterfragt werden.

Der Lehrer ist dafür verantwortlich, dass solche Prozesse ausgelöst werden, dass durch das richtige Lernarrangement Lernen stattfinden kann und dass das notwendige methodische Werkzeug erworben wird, damit dieser Lernprozess lebenslang erfolgreich fortgeführt werden kann.

Siehe auch: Teil 2 Wer sind diese Deutschen? – Idee einer Annäherung
PS. Der Text entstand im Zusammenhang mit den am 18. und 19. März 2016 stattfindenden Studientage Deutsch des Goethe-Instituts Kroatien.

Thema der Veranstaltung: „(Inter-)kulturelle Lernprozesse im DaF-Unterricht“.

 

Zusammenfassung: Wortwolken im DaF-Unterricht


Gestern habe ich im Blog-Artikel Wikinar: Wordle & Co Unterrichtsideen für den Fremdsprachenunterricht einen kurzen Workshop zum Thema Wortwolken vorgestellt. Heute gibt es noch mehr Informationen und Materialien rund um das Thema: Wortwolken im DaF-Unterricht. Ihr findet hier:

  • Die ausführliche Beschreibung einer Fortbildung zu diesem Thema und Material
  • Eine Liste mit möglichen Einsatzszenarien für Wortwolken in DaF

Mit Wortwolken in Fortbildungen habe ich mich in den letzten Jahren im Blog Landeskunde (erstmals 2008) und in Online- oder Blended Learning-Kursen oder in Präsenzseminaren beschäftigt. Meist ging es darum, Unterrichtsideen für Wortwolken zu analysieren und eigene Wortwolken zu erstellen. Dabei sollten Ideen für die eigene Unterrichtspraxis entwickelt und Arbeitsblätter mit Wortwolken und Arbeitsanweisungen angefertigt und präsentiert werden. In den letzten 8 Jahren ist so eine Menge Material entstanden, das ich hier gerne veröffentlichen möchte.
Grob kann man den Ablauf fast aller Fortbildungsvarianten so wiedergeben:

  1. Simulation: Bearbeitung von Beispielaufgaben mit Wordle im DaF-Unterricht
  2. Reflexion dieser Aufgaben und Sammlung eigener Unterrichtsideen
  3. Erstellung von Wortwolken: Schritt-für Schritt-Anleitung, Ausprobieren von versteckten Eigenschaften des Wordle-Tools
  4. Planung und Erstellung eines Arbeitsblattes mit Wortwolken für den DaF-Unterricht
  5. Präsentation der Ergebnisse und Evaluation

Einstieg

In den Fortbildungen vergangener Jahre habe ich verschiedene Einstiegsvarianten ausprobiert. So zum Beispiel in einer Online-Fortbildung (auf Moodle) mit internationalen Teilnehmern, mit der Aktivität Wörter und Wortgruppen zum Thema: „Typisch deutsch ist für mich: …“ zu sammeln. Daraus entwickelte sich im Moodle-Forum eine interessante Diskussion und ein multiperspektivischer Blick auf das Thema. Aus den gesammelten Ideen wurde eine gemeinsame Wortwolke erstellt, die dann wiederum als Schreibanlass für einen kurzen persönlichen Text zum Thema diente. Damit waren sogleich zwei grundlegende Möglichkeiten von Wortwolken im Fremdsprachenunterricht genannt: Als Visualisierung von Assoziationen, aber auch als Schreibanlass für einen Text (auch Dialog oder Gedicht).

Simulation: Bearbeitung von Beispielaufgaben

Die Simulationsphase des Workshops soll den TN die Möglichkeit bieten, dass Potenzial von mit Wortwolken erstellten Übungen zu erkennen. Dabei lösen sie aus der Perspektive der Lerner Beispielaufgaben und reflektieren diese Aufgaben aus der Sicht des Lehrers (Lehrerprofessionalität).
Im Folgenden findet man mögliche Simulationsaufgaben und Anweisungen für die Reflexion.
Simulationsaufgaben: (Gruppen- oder Paararbeit)

Reflexionsaufgaben: (Gruppenarbeit)

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Arbeitsblätter für den Unterricht untersuchen:

  1. Lösen Sie die Aufgaben der Arbeitsblätter.
  2. Diskutieren Sie, welche Ziele mit den Aufgaben erreicht werden sollen. Tragen Sie die Ergebnisse hier ein:

Ziele:

……
3. Inhaltliche Seite:
Wie sinnvoll finden Sie die Aufgaben? a) Geben Sie 1-5 Punkte: von 1 = „nicht sinnvoll“ bis 5 = „sehr gut einsetzbar“. b) Begründen Sie Ihre Entscheidung.

Nicht sinnvoll                                                                          Sehr gut einsetzbar
1                          2                               3                            4                                5
Begründung:

…..

4. Welche Alternativen für die Aufgabenstellung oder für die formale Gestaltung würden Sie vorschlagen? Was würden sie anders machen?

….

5. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im Plenum:

a) Sie stellen die Aufgabenstellung und die Ziele des Arbeitsblattes kurz vor. (früher Folie, jetzt iPad über Apple-TV) b) Lesen Sie Ihre Texte vor. (Zeitfrage)
c) Präsentieren Sie Ihre Bewertungen mit Begründung.
d) Nennen Sie mögliche Alternativen.

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Erarbeitung / Information

Danach sammeln die TN in Gruppen Ideen für den Einsatz von Wortwolken im eigenen Unterricht.

Arbeitsauftrag:

1. Finden Sie in Ihrer Gruppe eine für Sie interessante Unterrichtsidee, wie man das Wordle-Tool im DaF-Unterricht einsetzen könnte.
2. Beschreiben Sie diese Idee und stellen Sie diese im Plenum vor. Nutzen Sie für Ihre Arbeit folgende Wortwolke:

Unterrichtsideen Wortwolken im DaF-Unterricht

Einige Ergebnisse findet man im ZUMPad: http://zumpad.zum.de/p/Zagreb5

Zu den gesammelten Wortwolken-Ideen

Folgende Wortwolken-Ideen stammen von mir oder aus Online- und Präsenzveranstaltungen der vergangenen Jahre. Sie sollen hier nur kurz beschrieben werden.
Sinnvoll erscheint mir eine Gliederung nach Fertigkeitsbereichen (Lese- oder Hörverstehen, Sprechen und Schreiben), wobei die Einteilung nach Unterrichtsphasen dem untergeordnet wird. Weitere Übungsformen zum Beispiel zu Grammatik, Wortschatz, aber auch zur Landeskunde werden gesondert dargestellt. Ergänzt werden auch Ideen für die Lehrerfortbildung.

Als ersten ein ausführlich beschriebenes Beispiel aus meiner Unterrichtspraxis:

Zielaufgabe im Fach Civilizacio (DaF-Landeskunde-Fach in Ungarn):
Die Schülerinnen und Schüler (SuS) können einen Tourismuswerbetext zu München verfassen.

Verlauf:
1. Als Einstieg wurde das Vorwissen der SuS abgefragt und in einer Wortwolke visualisiert. (Mehrfachnennungen = größere Anzeige)
2. Danach wurde der Inhalt erarbeitet: Texte, Filme, Bilder (Vorgehen nach Belieben – Vorschlag: projektorientiert, Gruppenarbeit (GA), Wirbelgruppen)
3. Der“ Zwischenstand“ kann ebenfalls als Wortwolke dargestellt werden. Der Lernzuwachs wird so von den SuS direkt wahrgenommen.
4. „Abschluss-Wortwolke“ mit allen relevanten Begriffen, die zur Erfüllung der Aufgabe notwendig sind, wird erstellt.
5. Die Wortwolke kann zum Üben (Erstellung von MindMaps zur strukturierten Textproduktion, freies Sprechen, Formulierung von Sätzen und Textabschnitten) genutzt werden.
6. Die Wortwolke dient als Vorlage für den Aufsatz, der als Abschlusstest der Einheit geschrieben wird.
Hinweis: Hier bietet es sich an, je nach Lernergruppe, die Erstellung der Wortwolke den SuS zu überlassen. Die Sammlung der Ideen kann im Wiki oder Etherpad erfolgen. Die „Abschlusswolke“ sollte durch den Lehrer vereinheitlicht werden.

Ideen zur mündlichen und schriftlichen Textproduktion

Die Wortwolke:

  • als Dialoggerüst: Der Inhalt eines Dialogs (Beispiel „Im Restaurant“) wird in Wortgruppen (zusammenhängende Darstellung durch ~; Wort~Wort ) und Wörtern in einer Wortwolke dargestellt. Die SuS ordnen den Dialog zu einem Dialoggerüst, üben zuerst mit diesem Gerüst, danach mit der Wortwolke als Stütze, um dann später frei zu sprechen.
  • für Vorträge: Für Vorträge nutzen die SuS anstatt Notizzettel selbsterstellte Wortwolken, welche während der Präsentation als Bild präsentiert werden.
  • als Grundlage für mündliches Erzählen oder kreatives Schreiben:
    Ein thematischer Kurztext (Beispiel: „Bürogeschichte“) in einer Wortwolke dargestellt. Die SuS erhalten die Aufgabe, daraus einen Text (mdl., schr.) zu produzieren. Weitere Steuerung über Bilder oder Geräusche möglich, evtl. können weitere Vorgaben gemacht werden: wie Genre, handelnde Personen, Zeit usw.
  • Schreiben von Gedichten: Wortwolken aus
    • 1. Reimwörtern,
    • 2. Teile aus bekannten Gedichten,
    • 3. thematisch von den SuS gesammelten Wörter dienen als Grundlage  (Ergänzung zu 3. : SuS können in Gruppen die Wörter für die anderen Gruppen vorgeben.)
  • Texte zur Landeskunde produzieren (siehe oben):
    Textproduktion aus gemeinsamen Assoziationen (Beispiel: „Was ist typisch Deutsch?)
  • Rekonstruktion von Texten: (Beispiel: bekannte Texte wie Rezepte, Dialoge, Wegbeschreibungen + mit Bild) werden in Wortwolken zerlegt und müssen durch die SuS „rekonstruiert“ werden, je nach Fertigkeit und Komplexität des Textes kann dies frei oder in einem Textgerüst erfolgen.
  • Eine Inhaltsangabe (Zusammenfassung) erstellen: Siehe DIGU-Aufgabentypologiesammlung

Vorwissen aktivieren

  • Lese- oder Hörverstehen: zur Vorentlastung der Texte, Wortwolke aus Text erstellen – Vermutungen anstellen lassen
  • Hörverstehen global: Eine Wortwolke mit in dem Hörtext vorkommenden Themen gemischt mit Distraktoren („Ablenker“) erstellen. Beim Hören markieren die TN die im Text vorkommenden Themen. Dann bringen sie die Themen in die richtige Reihenfolge und vergleichen diese mit ihren Vermutungen.
  • beim Einstieg in das Thema: (Beispiel: Abiturbräuche im DSD-Wiki, Bundestagswahlen und andere landeskundliche Themen) – Was kennt ihr? – Was sollten wir noch recherchieren?
  • beim Einstieg in ein Projekt: Assoziationen sammeln und visualisieren, für die weitere Planung des Projekts benutzen, für Zwischenevaluationen einsetzen

Wortschatztraining

  • zum Lernen: Die Lerner notieren wichtigen Lernwortschatz, drucken sich diesen als Wortwolke aus und hängen Sie in ihrem Zimmer an einer sichtbaren Stelle auf, bis sie die Wörter kennen.
  • Üben 1: Die SuS notieren den Lernwortschatz in der Ziel- und Muttersprache und erstellen daraus eine Wortwolke. Die SuS tauschen ihre Wortwolken. Zuordnungsübung zusammengehörender Paare, Austausch und Korrektur der Übungsaufgabe
  • Üben 2: Themen wie „Arbeit und Beruf“, „Einkauf/Lebensmittel“ oder „Eigenschaften von Personen“ usw. können mithilfe von Wortwolken geübt werden: Zuordnung Beruf – Verb, Lebensmittel – Verpackung, …

Spiele

Ideen für Spiele mit Wortwolken findet man auch auf DIGU des Goethe-Instituts (Datenbank „Digitale Unterrichtsgestaltung“) http://digu.goethe.de

 Lehrerfortbildung

  • Name + etwas Persönliches (für alle gleich: Hobbys, Was man mag, Lieblingstier, Diese Metapher passt zu mir als Lehrer usw.)
  • Namen von allen Kursteilnehmern werden als ein „Wolken“-Plakat im Raum aufgehängt.
  • Sich mit Hilfe einer Wortwolke vorstellenhttp://digu.goethe.de/p4ansehen.php?id=132 (auch für den Unterricht geeignet).
  • Erfahrungen (Wörter, Wortgruppen) zu bestimmten Themen in der Gruppe sammeln, Gruppen-Wolke erstellen – die anderen Gruppen müssen erfragen, welche Erfahrungen damit gemeint sind (Wibelgruppen)
  • Gut gemachte und einfach gehaltene Anleitung für Fortbildner zum Thema: Wordle – einfach und schnell Wortwolken erstellen (wb-web)

Auf die Beispiele zum Thema Grammatik verzichte ich hier. Diese sind sehr zahlreich und meist Zuordnungsübungen. Vielleicht ergänze ich sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Was noch fehlt ist die:

Anwendungsphase (Transfer)

Erstellung einer kurzen Übung für den Unterricht mithilfe eines Wordles

Erstellen Sie ein Arbeitsblatt. Schwerpunkt soll eine Wortwolke sein. Nutzen Sie als Anregung die Seiten „Unterrichtsmaterialien“ auf PASCH-net.

Folgende Schritte können Ihnen helfen:

  1. Thema suchen
  2. Ziel formulieren
  3. Text suchen oder Wörterliste erstellen
  4. Wortwolke generieren und in das Arbeitsblatt einfügen.
  5. Arbeitsauftrag formulieren
  6. Speichern

Stellen Sie Ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Zeit: 30 Minuten

Damit sind wir am Ende des kurzen Workshops angekommen. Es folgt eine kleine Linkliste mit Beiträgen aus diesem Blog:

 

Praxisleitfaden: Film im Fremdsprachenunterricht


Die sehr gelungene Publikation von VISION KINO, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, ist kostenlos als PDF-Datei zugänglich. Beeindruckend ist der Umfang der behandelten Themen und die Anregungen für die eigene Unterrichtspraxis.

Ein ausführliches unterrichtspraktisches Kapitel vermittelt sowohl rezeptiv als auch kreativ-praktisch ausgerichtete methodische Anregungen zur Arbeit mit Film in den Fächern der fremdsprachlichen Bildung.

Der Schwerpunkt liegt zwar beim Englisch-, Französisch- und Spanisch-Unterricht, was besonders im Service-Teil für diese drei Sprachen deutlich wird. Folgende Inhalte und Fragestellungen sind ebenso für den DaF-Unterricht relevant:

Film als Medium interkulturellen Lernens, Filmanalyse und Filmkompetenz, Aktivitäten „Vor“, „Während“ und „Nach“ der Filmpräsentation, Unterschiedliche Möglichkeiten der Filmpräsentation, Der Lerneffekt durch Untertitelungen, Kreativ-praktische Methoden, Arbeit mit Literaturverfilmungen …
… und Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel:

Wie wähle ich den richtigen Film aus? Wie gehe ich mit den sprachlichen Anforderungen eines Films um? Wie viel müssen Schüler/innen verstehen und wieviel ‚Nicht-Verstehen‘ darf man ‚riskieren‘?

 

Im Blog:

Seite: Filme/DaF

 

Stimme bis zum 8. Februar für ZUM-Willkommen.de beim fOERder Award 2016.


Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg fördert beim fOERder-Award für Open Educational Resources neue OER-Ideen. Das ZUM-Willkommen.de–Wiki hat es in die Endrunde geschafft. Insgesamt sind noch 13 Einreichungen im Rennen.

In einem Online-Voting könnt ihr noch bis zum 08.02.2016 einen Favoriten wählen.
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch für das ZUM-Willkommen.de–Wiki entscheidet.

Danke!

Das ZUM-Willkommen-Wiki


In den letzten Wochen ist viel passiert. Die Welt scheint „sich schneller zu drehen“, jedenfalls nehme ich das so wahr.  Auf meinen Dienstreisen Ende Juli in Izmir und Ende August in Belgrad und natürlich auch hier in Kroatien konnte ich die Entwicklung beobachten, die später auch Deutschland verändern sollte.

Damit es nicht nur beim Beobachten bleibt, habe ich versucht, mich auch persönlich zu engagieren, so gut, wie das aus der Ferne geht, wozu sich natürlich digitale Medien anbieten, mit denen man „Raum und Zeit“ überbrücken kann.

Als Mitglied des ZUM e.V.  lag es nahe, mich am neuen Wiki-Portal für den Deutschunterricht mit Flüchtlingen und Asylsuchenden zu engagieren: zum-willkommen.de

Die Seite ist erst seit knapp einem Monat online und wurde (Hauptseite) bis heute bereits 10.658-mal abgerufen. Sie „wendet sich an ehrenamtliche (und andere) Deutschlehrende, die Flüchtlinge und Asylsuchende unterrichten oder diese beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen bzw. unterstützen möchten. Zugleich kann „Willkommen in Deutschland“ auch von denjenigen, die Deutsch lernen, genutzt werden, um eigenständig zu lernen, zu wiederholen und zu üben.

  • Hier sollen Materialien gesammelt werden, die kostenlos und als offene Bildungsinhalte (OER) genutzt werden können.
  • Hilfreiche Ideen, Tipps und anderes mehr können hier eingefügt werden.
  • Kommentierte, gut ausgesuchte Links verweisen auf weitere Websites.“ (Quelle)

Phasen W-Wiki.001

Am Anfang des Projekts war es wichtig, eine passende Struktur zu erarbeiten, die es den Nutzern möglich macht, schnell Inhalte einzustellen bzw. zu finden. Zurzeit ist die Zahl der Beiträge, die von Nicht-ZUM-Mitgliedern stammt, noch gering. Auch das angestrebte Ziel, digitale OER-Inhalten zu erstellen, wurde noch nicht erreicht, aber die bereits vorhandene Linksammlung kann sich sehen lassen.

Inhaltlich orientiert sich das Portal an den wichtigsten Rahmenlehrplänen für Flüchtlinge. Die Grundstruktur bilden die Hauptthemen dieser Pläne, sogenannte Handlungsfelder:

Grundlage für die Struktur der Linksammlung ist das Prinzip der Aufgabenorientierung. Die Unterabschnitte auf den einzelnen Seiten richten sich nach den Zielbeschreibungen (Kann…, Kennt… usw.). Das vorherrschende Sprachniveau ist A1.

Ergänzt werden die Seiten zu den Handlungsfeldern durch eine „Grammatik-Kiste“ und durch eine Seite zum interkulturellen Lernen.

Mein Appell an euch: Wer Materialien hat oder kennt, kann diese gerne stellt in das Willkommen-Wiki einstellen. In einer zweiten Stufe kann daraus ein OER-Sprachkurs (auch zum Selbstlernen) werden. Ein anderer Wunsch: Macht das Wiki unter Lehrern und Lernern bekannt. Damit das noch besser gelingt, habe ich einen Abreißzettel in das Wiki gestellt:

Ausdrucken und anpinnen!

zum-willkommende _zum_mitnehmen

Blatt

Street-Art im DaF-Unterricht


Banksy, London CC BY 2.0 File:Banksy Pressure Washing Away Art.jpg

Street-Art ist längst ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Kunst. Als 2009 die Ausstellung Banksy vs. Bristol Museum stattfand, standen die Leute vier Stunden Schlange. „Banksy, der König der Guerilla-Graffiti“ lockte in zwei Monaten 300.000 Besucher aus aller Welt ins Museum. (Quelle: Spiegel-Online). In vielen Großstädten spielt Street-Art für den Tourismus eine wichtige Rolle. Auch werden Künstler und deren Produkte immer öfter vom Kunstmarkt oder für Zwecke der Werbung vereinnahmt, was der Definition als „nichtkommerzielle Form von Kunst im öffentlichen Raum“ widerspricht. In den sozialen Medien findet die Kunstform eine exponentielle Verbreitung im Internet. Auch im universitären Bereich wird sie beachtet, wie das Projekt der Uni Regensburg zur Erfassung, Lokalisierung und Kategorisierung von Street-Art Streetartfinder.de zeigt.

Street-Art und DaF

Street-Art ist seit einiger Zeit auch in Deutsch als Fremdsprache angekommen. Aktuell findet man im Band 90 Materialien Deutsch als Fremdsprache zum Thema „Visuelle Medien im DaF-Unterricht“ ( Hrsg. Marc Hieronimus) einen Artikel von Mirjam Bertocchi zum Thema „Graffiti und Street-Art im DaF-Unterricht“ (S. 153-172). Aber auch auf PASCH-net gibt es seit einiger Zeit einen Themenschwerpunkt zum Thema „Graffiti: mehr als nur Schmiererei“ (Sprachniveau: B1) mit Unterrichtsmaterialien für das A2/B1-Niveau.

Bertocchi stellt in ihrem Text im oben erwähnten Band 90 nicht nur mögliche Einsatzszenarien dieser Kunstform im DaF-Unterricht vor, sondern informiert ausführlich über die Geschichte und Bedeutung der Street-Art-Subkultur. Nach einer didaktischen Begründung, warum Street-Art im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden sollte, findet man konkrete Unterrichtsvorschläge mit interessanten Zusatzinformation zu  Street-Art Künstlern und deren Kunstwerken.

Graffiti a Ordes. CC BY-SA 2.0 File:Desordes – 2012 – Blu – 5 (8168526679).jpg Hochgeladen von Coentor

Vorteile

Die Vorteile des Einsatzes von Street-Art im Fremdsprachenunterricht sieht die Autorin unter anderem darin, dass diese Kunst dabei helfen könnte, sprachliche und ästhetische Kompetenzen zu erwerben. Die Kunstwerke eigneten sich für alle Niveaustufen, da die erworbene Sprachkompetenz eine untergeordnete Rolle spielen würde. Die Schüler könnten offen auf die Kunstwerke reagieren, da keine sprachliche Verständnisbarrieren existierten. Da die Bilder provokativ und manchmal ironisch seien, würde dies motivierend auf die Lernenden wirken.
Die Deutungsoffenheit der Kunstwerke sieht sie als weiteren Vorteil. Dadurch entstünden mehrere Interpretationsmöglichkeiten, die die Interpretationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und deren kreatives Denken fördere.
Die kommunikative Funktion der Kunst bestehe darin, dass die Bilder als Diskussionsanlass dienen könnten und die Schüler dazu bringen, ihre eigene Meinung zu äußern, wodurch authentische Sprachhandlungen ermöglicht. Weiterhin werden im Text die Erweiterung der Medienkompetenz und die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit aktuellen landeskundlichen Themen hervorgehoben. Zur Einführung in das Thema empfiehlt sie folgendes Video, das die  Merkmale der Street-Art erklärt:

Weitere Ideen

Für mich liegt die Stärke des Themas insbesondere in der Möglichkeit fächerübergreifende Projekte durchzuführen. Kunstunterricht, Ethik, Sozialkunde, aber auch Geografie dürften sich dafür anbieten. Natürlich kann (bzw. sollte) dabei Projektarbeit grenzüberschreitend erfolgen, um das interkulturelle Potential zu nutzen. Auch wenn die Kunstform besonders für  Großstädter interessant scheint, ist es möglich durch die Präsenz im Internet, alle Schüler und Studenten daran zu beteiligen.

Was könnten Produkte für solche Projekte sein?

1. Recherche-Projekte: SuS dokumentieren und beschreiben Street-Art in ihrer Umgebung. Sie erklären ihren Mitschülern in anderen Ländern evtl. den politischen Kontext, SuS erstellen eine gemeinsame Hitparade der urbanen Kunstwerke und begründen ihre Wahl

Die Präsentation sollte im Internet erfolgen, um unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten. Denkbar wäre auch ein Produkt für Touristen in deutscher Sprache zu erstellen. Auch eine QR-Stadt-Rallye zu diesem Thema wäre denkbar.

2. Produktion eigener Werke mit Beschreibungen und Geschichten; eigene Botschaften zu einem gemeinsamen Thema erstellen oder aufgrund  in Form eines bekannten Kunstwerkes eine eigene Arbeit anfertigen und dokumentieren, Austausch siehe oben.

3. Da die Kunstform im urbanen Bereich nicht ganz unumstritten ist, kann ein Produkt diese Diskussion in unterschiedlichen Ländern zum Thema haben. SuS könnten Argumente sammeln, vergleichen und in sozialer Medien präsentieren. Eine Facebook-Gruppe könnte zum Beispiel zu einer internationalen Diskussion anregen, eine Bildergalerie der beteiligten Städte zeigen und zur Planung eines gemeinsamen Produkts dienen.

4. Natürlich eignet sich das Thema ganz klassisch als Anlass für das kreative Schreiben zu einzelnen Bildern oder Bilderreihen.

5. Alle oben genannten Ideen können in einer Ausstellung bzw. Online-Ausstellung präsentiert werden, die wiederum zum interkulturellen Austausch anregen könnten oder mit selbst erstellten Aktivitäten wie Quiz oder Ausstellungsrallye verbunden werden könnten.

Beispiele aus der Praxis:

A -Ein Beispiel für ein fächerübergreifendes Projekt (ohne DaF) „Die Kunst der Straße – Street-Art in der Dresdner Neustadt“: http://wikis.zum.de/zum/Streetart

B -Das Beispiel in Blog-Form „Jugend in Berlin“ (entstanden während eines Lehrerseminars) zeigt , wie man das Thema auch im landeskundlichen (DaF) Kontext darstellen und mit anderen Kunstformen verbinden kann: http://blog.goethe.de/jugendinberlin/

C – Auch einen Hinweis auf einen Webquest „Graffiti in Berlin“ im DaF-Unterricht habe ich gefunden. Leider ist das Quest nicht mehr online erreichbar.

Vorschläge für geeignete Street-Art Arbeiten

Im Text von Mirjam Bertocchi finden sich auch Vorschläge, welche Street-Art Arbeiten sich für den Unterricht eignen könnten. Die empfohlenen Künstler und Arbeiten sind El Bocho, JR, Alias und Blu.
Im folgenden Abschnitt habe ich dazu eine kleine Linksammlung angelegt. Weitere Informationen zu den folgenden Künstlern und Projekten kann man im oben erwähnten Text im Band 90 nachlesen.

El Bocho
http://www.elbocho.net Beispiel: http://www.elbocho.net/page/6/
https://www.youtube.com/watch?v=xjCcysHXJwo
– Auf Facebook: https://www.facebook.com/elbochoberlin
Film der DW zum Berliner Street-Art-Künstler El Bocho

Projekt „Face 2 Face“ (JR)
FACE 2 FACE TRAILER project:

– Projektseite: http://www.jr-art.net/projects/face-2-face

– Hier ein kurzer Überblick über die Arbeiten von JR (Deutsche Welle):

Hausfassaden und Straßen in Städten aller Welt dienen dem französischen Straßenkünstler JR seit 13 Jahren als Leinwand. Er verwendet archivierte und selbst fotografierte Bilder von unauffälligen und vergessenen Menschen, vergrößert die Fotos und tapeziert sie in die Stadtlandschaft. Eines seiner Fotoprojekte wird noch bis Ende Mai in der Berliner Galerie Springmann ausgestellt.

Kreuzberg and the street and the walls and the street art… CC BY-SA 2.0 File:X.berg Street Art.jpg Hochgeladen von Rotatebot Erstellt: 2. Juli 2008

„Kinder in der Stadt“ (Alias)

https://www.facebook.com/4L1A5

– Street Art by Alias in Berlin (Beispiele und kurze Beschreibung)

Arte urbano obra de Blu, avenida del Manzanares, Madrid, España CC BY-SA 2.0 File:BLU 092010 7 (4975181720).jpg Uploaded by StrakhovMurals (Blu)

(Für mich der Künstler, der mich mit seinen aussagekräftigen Arbeiten am meisten anspricht.)

–  Blu auf Wikipedia
https://www.facebook.com/www.BLUBLU.org
Seine offizielle Seite http://www.blublu.org und hier ein Beispiel von vielen: http://www.blublu.org/sito/walls/2013/big/011.jpg
Weitere Beispiele unter CC BY-SA 3.0 Lizenz: Wikimedia

Ein Video bei dem man den Künstler bei der Arbeit zusehen kann. BLU in Berlin – November 2008:

 

 

„EVOLUTION OF MEN by BLUE“ ist eine sehr schöne Arbeit des Künstlers, die mir persönlich ausgezeichnet gefällt und die sich natürlich auch sehr gut für den Unterricht eignet:

Es gibt natürliche noch weitere für den Unterricht interessante Künstler. Ich finde zum Beispiel, dass die Idee „Street-Art im Miniaturformat“ viel Potential für ein Projekt in DaF hat, bei dem man mit einfachen Mitteln kleine Szenen im Stadtkontext darstellen, fotografieren und beschreiben (mündlich oder schriftlich) kann. (Permalink der DW http://dw.de/p/1ExfL und als MP4-Datei abspeichern)

Weitere Empfehlungen:

1. Zur Schreibweise des Begriffs: http://www.duden.de/rechtschreibung/Street_Art „Von Duden empfohlene Schreibung: Street-Art und alternative Schreibung: Streetart

2. Folgender Film eignet sich als Einstimmung in das Thema:

 

3. Street Art Berlin von artelocal.eu mit vielen Beispielen und Kurzinformationen zu Künstlern

4. Themen zu street+art auf den Seiten der Deutschen Welle

5. Unterrichtsreihe zum Thema „Mauerfall“: 10 Graffiti auf der Mauer (DW) mit Lehrerkommentar und das  Video-Thema Sprühen als Kunst mit Aufgaben und Vokabeln.

6. Graffiti von unbekannten Künstlern an der Berliner Mauer

7. Didaktisierungsvorschlag zum Thema Graffiti auf PASCH-net: Stationenlernen – Sprachniveau: A2/B1 (pdf; 200 KB)

8. Street-Art Beispiele: http://www.fotocommunity.de/motive/streetart/799

9. Linkliste zu Urban Art: http://static.twoday.net/kunstvermittlung/files/Linkliste-Urban-Art.pdf mit einem ausführlichen Materialteil

10. Text aus transkultureller Sicht, lesenswert: „Was liest du aus dem Bild? – Transkulturelles Bilderlesen im DaF-Unterricht“ von Vasili Bachtsevanidis in Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht

11. Linksammlung auf Padlet: STREET ART im DaF-Unterricht – Einstieg in die Künste (Juan Carlos Diazcerio Samaniego)

12.  Der oben erwähnte Band 90 zum kostenlosen Download: Visuelle Medien im DaF-Unterricht, Hieronimus, Marc (Hrsg.), Materialien Deutsch als Fremdsprache; 90 Erschienen: 2014


Gap Year – Ergänzung zum landeskundlichen Thema „Abitur“


Das Thema des sogenannten „Gap Year“ passt sehr gut zum letzten Beitrag Unterrichtsmaterial zum Thema “Abi-Bräuche” hier im Blog. Es beschreibt die Zeit, die zwischen Abi und Studium oder eine Pause zwischen Bachelor und Master, wenn diese länger ausfällt als normal. Wikipedia definiert den Begriff so: „Gap Year (englisch) bedeutet wörtlich übersetzt „Lückenjahr“ und bezeichnet den Zeitraum zwischen zwei wichtigen Lebensabschnitten junger Menschen.“
Besonders nach dem Abitur wird diese Pause von immer mehr Abiturienten in Deutschland aus den unterschiedlichsten Gründen genommen.
Spricht man darüber mit Kollegen in Deutschland, so ist die Meinung weit verbreitet, dass der Grund für die Zunahme dieser Auszeit in der Umstellung auf das sogenannte G8 liege, weil die Schüler dadurch in immer kürzerer Zeit den gleichen Stoff aufnehmen sollen und so die notwendige Zeit für eine Reflexion oder Orientierung fehle. Egal was nun als Grund für diese Entwicklung herhalten muss, für den Fremdsprachenunterricht ist dieses Thema gerade aus landeskundlicher Sicht interessant. Da das Lernen der deutschen Sprache zumeist an Schulen erfolgt, dürfte dieses Thema für die Lerner besonders vor Beendigung ihrer Schulzeit Relevanz besitzen. Die Frage, was kommt nach der Schule und wie gehen die Gleichaltrigen in Deutschland oder in anderen Ländern damit um, enthält spannendes interkulturelles Potential.
Auf den aktuellen Onlineseiten der Süddeutschen Zeitung findet man sechs Ideen für eine Auszeit und eine Antwort auf die Frage „…warum „Lücken“ im Lebenslauf sinnvoll sein können.“

Auf den Seiten von ZEIT-ONLINE findet man Hinweise, wie man ein Gap Year planen solle. Der Text eignet sich sehr gut, um daraus ein Rollen- oder Planspiel zu entwickeln.

Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/bildung/gap-year-jetzt-aber-mal-raus-hier-1.2409985
http://www.sueddeutsche.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Gap_Year

Information aus der Wikipedia:

„Das Gap Year dient in erster Linie dazu, Neues auszuprobieren, zu reisen, Sprachen zu lernen, die Welt zu erforschen und Erfahrungen zu sammeln, bevor man sich auf seine längerfristige berufliche Laufbahn fokussiert. Der Art und Weise, sein Gap Year zu gestalten, sind kaum Grenzen gesetzt. Von einem Au-Pair-Aufenthalt über Praktika bis hin zu Work & Travel oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr ist alles möglich. Auch der Zeitraum ist nicht zwingend auf ein Jahr festgelegt.

Weitere Weblinks:

Rückblick: Studientage Deutsch zur Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts


Auch wenn die Studientage nun schon seit einer Woche der Vergangenheit angehören, möchte ich noch einmal auf sie zurück kommen. Rückblickend kann man sagen, dass die Veranstaltung „Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts“ mit dem Thema „Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?“ ein großer Erfolg war. An drei Tagen trafen sich über 140 kroatische Lehrer aus Grund- und „Mittelschulen“ (hier Gymnasien und Berufsschulen) und besuchten Vorträge, Seminare und Workshops, die zum großen Teil parallel organisiert wurden. Die Teilnehmer kamen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen zu den Studientagen. Die meisten wollten sich über das Thema informieren lassen, nur wenige hatten bis jetzt digitale Medien im Unterricht eingesetzt.

Zu den Workshops

Axel Krommer
Axel Krommer

Professor Dr. Jörg Roche von der LMU berichtete über lernpsychologische und interkulturelle Aspekte der digitalen Medien im Unterricht. Axel Krommer zeigte wieder sehr praxisnah seine Vorstellungen von der „Demokratisierung des Beamers“ und Einsatzszenarien von Flipped Classroom (auch „Umgedrehter Unterricht“ genannt) im Fremdsprachenunterricht. Die Teilnehmer konnten ihr erworbenes Wissen gleich anwenden und so sind erste Videos für eigene DaF-Stunden entstanden.

Das folgende Bild am Eingang des Saals des GI Zagreb hat Axel besonders gefreut, 😉 hatte aber bei der Umsetzung seiner Ideen keine Rolle gespielt.

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Es zeigt aber ein grundlegendes Problem, vor dem nicht nur kroatische Schulen stehen. Der Umgang mit dem Handy war das mit am meisten kontrovers geführte Thema der Veranstaltung. Für mich ein „Nebenschauplatz“ der aktuellen Diskussion zu digitalen Medien an Schulen, aber das Thema scheint nicht nur in Deutschland die Gemüter zu erhitzen. Aufgabenorientierung und digitale Medien Aus dem Impulsvortrag von Axel möchte ich ein Problem hervorheben, das besonders im Fremdsprachenunterricht kontrovers diskutiert wird. In einem Video unterlegt er ein beliebtes Educational Application (hier LearningApp) mit dem Original-Kommentar Skinners aus dem Jahr 1954. http://youtu.be/SYzcCJ0SMBQ Damit macht er in anschaulicher Weise auf die Problematik des sinnvollen Einsatzes digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht aufmerksam. In der Zeit, wo Fremdsprachenunterricht aufgabenorientiert gedacht wird, sollten digitale Medien auch dazu dienen. Natürlich kann man einwenden, dass für bestimmte Übungsphasen, der Einsatz von Einsetzübungen o.ä. in elektronischer Form sinnvoll sein können. Aber die Beliebtheit dieser Online-Übungsformen bei Lehrern lassen vermuten, dass die Unterrichtsrealität eine andere ist. In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Sätze zitieren, die dieses Problem plastisch darstellt:

„Wenn du willst, dass deine Lerner lernen, grammatische Endungen in Lücken einzufüllen, dann bring ihnen bei, grammatische Endungen in Lücken einzufüllen.“ „Wenn du willst, dass sie lernen, sinnvolle Dinge auf Deutsch zu sagen und zu schreiben, bringen ihnen bei, sinnvolle Dinge auf Deutsch zu sagen.“

(Leider konnte ich nicht herausfinden, von wem das Zitat stammt.)

Weitere Workshops

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Thomas Strasser

Eine Bereicherung der Studientage war ein Gast aus Wien, der leider nur am ersten Tag teilnehmen konnte. Thomas Strasser zeigte selbst umgesetzte Beispiele aus der Unterrichtspraxis, die von den meisten Kollegen als sofort umsetzbar und sinnvoll einsetzbar (ein)geschätzt wurden. Seine Präsentation findet man hier: www.learning-reloaded.com/presentations Wir hoffen, dass es nicht sein letzter Besuch in Zagreb war.

Hier seine aktuelle Präsentation mit vielen Folien, die auch schon in Zagreb zu sehen waren:

Auch ich habe zwei Workshops durchgeführt. Die Planung und Dokumentation findet man im DaF-Wiki: • Wiki im Fremdsprachenunterricht – Möglichkeiten und Grenzen Wordle & Co Unterrichtsideen für den Fremdsprachenunterricht

Digitale Medien im Fremdsprachenunterricht

Podiumsdiskussion zum Abschluss der Studientage
Podiumsdiskussion zum Abschluss der Studientage

Abgeschlossen wurden die Studientage durch eine Podiumsdiskussion zum Leitthema der Veranstaltung „Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?“ Dabei wurde deutlich, dass eine große Verunsicherung unter den Lehrern herrscht, was den Einsatz digitaler Medien in der Schule angeht. Diese Verunsicherung ist rechtlicher Art, beruht auf persönliche Vorbehalte dem Thema gegenüber, hat ihre Gründe in der Angst vor Kontrollverlust, vor unzureichendem Wissen oder Können auf der eigenen Seite und dem Vorsprung auf dem Gebiet, den scheinbar die Schülerinnen und Schüler besitzen. Was fehlt ist ein sicherer „bildungspolitischer Rahmen“ in dem sich die Lehrer bewegen können, sind methodische Konzepte, die in der Lehreraus und –weiterbildung vermittelt werden müssten und natürlich die technische Ausstattung der Schulen.

Ich bin mir sicher, dass die Zukunft zeigen wird, dass diejenigen Lehrer, die heute guten Fremdsprachenunterricht machen, lerner- und aufgabenorientiert arbeiten und ihre Schüler für das Lernen begeistern können, dies auch mit digitalen Medien tun werden. Dass digitale Medien die Schule verändern wird, ist voraussehbar. Nur haben noch nicht alle in der Gesellschaft erkannt, dass die Zukunft bereits begonnen hat.

Unterrichtsmaterial zum Thema „Abi-Bräuche“


PASCH-net bietet ausführliches Material zum Thema „Abi-Bräuche – Abschied von der Schulzeit“ für das Niveau A2/B. Auf der Seite der Schüler findet man kurze Texte mit Bildern und passende Audiodateien zum Herunterladen (zip; 4,7 MB). Hier geht es auch um Abistreiche, Abi-T-Shirt und den Abiball. Das hat mich daran erinnert, vor Jahren eine ähnliche Idee im DSD-Wiki entwickelt zu haben. (Das hatte ich auch 2009 schon hier im Blog beschrieben.) Leider nicht ganz beendet, aber es war vor allem als Wiki-Baustein (DaF-Wiki Baukasten) für weitere Wiki-Aufgaben gedacht. Wer sich für das Thema interessiert findet hier den einen oder anderen interessanten Link zum Thema.

Hier noch einmal die Materialien im DSD-Wiki:

Abiturbräuche

  1. Einleitung
  2. Aufgabe 1 → Abitur
  3. Aufgabe 2 → Abibräuche in Deutschland
  4. Aufgabe 3 → Abistreich
  5. Aufgabe 4 → Abi-T-Shirt
  6. Aufgabe 5 → Abifeier (Abiparty)
  7. Aufgabe 6 → Abi-Geschenke im Wandel der Zeit. Ein kleiner Überblick
  8. Schluss → Abitur geschafft! Wie geht es weiter?

Didaktisierungen auf PASCH-net

Auf der Lehrerseite von PASCH-net kann man nun zu den oben genannten Materialien der Schülerseite einen didaktisierten Unterrichtsvorschlag herunterladen. Hier die angebotenen Downloads:

„Abi-Taufe“ von Stiftung des Hennebergischen Gymnasiums
„Abi-Taufe“ von Stiftung des Hennebergischen Gymnasiums „Georg Ernst“ – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abi-Taufe.jpg#/media/File:Abi-Taufe.jpg

Siehe auch:

UPDATE

10.7.2015: SPIEGEL-ONLINE Artikel: Gymnasiasten: Die dämlichsten Abi-Streiche des Jahres

Film auf SPIEGEL.TV: http://www.spiegel.tv/filme/abischerz-koeln

Aktuelle Tutorials – Erste Schritte im Wiki


Ich habe heute die Überarbeitung der Tutorials für den Einstieg in das DaF-Wiki beendet. Sie richten sich an DaF-Lehrer und -Lerner und sind deshalb sehr ausführlich.

Die Anleitungen gibt es im Wiki als „Erste Schritte“:

und als PDF-Dateien:
Im Einzelnen werden folgende Wiki-Aktivitäten erklärt:
  • Schritt 1 – Anmelden/Registrieren: http://wikis.zum.de/daf
  • Schritt 2 – Benutzerseite bearbeiten
    • Schreiben
    • Formatieren
    • Überschriften
    • Verlinken – Externe/Interne Links
    • Speichern
  • Schritt 3 – Nummerierungen und Listen
  • Schritt 4 – Bilder und Videos einfügen
  • Schritt 5 – Interaktive Übungen erstellen
    • MC-Aufgabe
    • Zuordnung
    • Memory
    • Zusatz: Rätsel und Suchsel
  • Prüfung – „Wiki-Führerschein“ – Eine Seite erstellen und die oben genannten Funktionen anwenden.

DSD 1 und DSD 2 Modellsätze


In den letzten Jahren hatte ich hier schon sehr oft auf die Modellsätze der beiden DSD Prüfungen aufmerksam gemacht, die auf den Seiten der ZfA abrufbar sind. Leider ändern sich ständig die Verlinkungen, so dass die älteren Einträge hier im Blog nicht mehr funktionieren. Heute ist wieder einmal Zeit, diese Links zu aktualisieren:

(Aktuell 7) Mo­dell­sät­ze: DSD I, Ni­veau A2/B1

Link:

http://www.bva.bund.de/DE/Organisation/Abteilungen/Abteilung_ZfA/Auslandsschularbeit/DSD/DSDI/Modellsaetze/node.html (Auf dieser Seite gibt es auch alle Audio-Dateien)

Nützlich für die Vorbereitung, können auch die Hand­rei­chun­gen sein:

Und natürlich unbedingt der Leitfaden für die schriftliche Kommunikation: (nicht mehr online)

Interessant auch die Länderprojekte

Hier für das DSD 1 in Frankreich:

A1 und A2 – In­ter­na­tio­na­le schu­li­sche Ver­gleichs­ar­bei­t

Die alte Zen­tra­le Deutsch­prü­fung (ZDP) wurde 2014 von der sogenannten „In­ter­na­tio­na­len schu­li­sche Ver­gleichs­ar­bei­t“ abgelöst. Auch dafür gibt es Modellsätze:

(Aktuell 6) Mo­dell­sät­ze: DSD II, Ni­veau B2/C1

Aber auch hier sollte man den aktuellen Leitfaden DSD II nutzen. (PDF)

Die Handreichungen gibt es hier:

Und für DSD B2/C1-Schüler:

Schaut ins DSD-Wiki. Dort gibt es aktuell 473 Artikel — unter anderem „Hilfe für DSD-Schüler B2/C1“: DSD II – Überblick / DSD II – Mündlich / DSD II – Schriftlich

Auch interessant: „Was wir schon immer über das DSD II wissen wollten“ und „Wie man sich auf die DSD-II-Prüfung vorbereitet“ auf PASCH-Global (Texte von Schülern für Schüler).

Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?


Dies ist das Thema der diesjährigen Studientage Deutsch des Goethe-Instituts Kroatien. Die Veranstaltung findet vom 19.3. – 21.3.2015 am Goethe-Institut Kroatien in Zagreb statt.

Hier gibt es weitere Hinweise und Informationen zur Anmeldung: Link

Als Referenten nehmen teil:
Prof. Dr. Jörg Roche, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Axel Krommer, Universität Erlangen-Nürnberg
Mag. Dr. Thomas Strasser, Pädagogische Hochschule Wien
Doc. Dr.sc. Damir Velički, Lehrerfakultät in Zagreb
Ralf Klötzke, Goethe-Institut Kroatien
Prof. Dr. sc. Milan Matijević, Lehrerfakultät in Zagreb

Broschüre der Veranstaltung als PDF

Hier das Plakat der Veranstaltung:

Plakat_Studientage

Wir freuen uns auf euer Besuch, nicht nur aus Kroatien.