Warum ich mit „Flipped Classroom“ im DaF-Unterricht Bauchschmerzen habe


„Bei dem Unterrichtskonzept Flipped Classroom (FC) erarbeiten Schüler (mit Videos) den Lernstoff zu Hause. -> Im Unterricht wird der Stoff wiederholt und vertieft.“

(Quelle: Wenn Lehrer ausflippen)

Diese einfache Formel scheint jedem sofort einzuleuchten. Es ist deshalb auch nicht sehr verwunderlich, dass sich aktuell sehr viele Lehrerinnen und Lehrer dafür begeistern und ihre Erfahrungen im Netz teilen.
Was mich aber interessiert, ist die Frage, wie dieses Konzept in einem DaF-Unterricht wirkt, dessen Hauptziel der Erwerb der kommunikativen Kompetenz ist. Grundlage meines Misstrauens ist genau die oben zitierte kurze Formel:

1. SuS erarbeiten den Lernstoff, zum Beispiel eine grammatische Regel, durch ein Erklärvideo. Das entspricht der sogennanten expliziten Grammatikvermittlung.

2. SuS „wiederholen“ und „vertiefen“ die zu Hause kennengelernten Regeln im Unterricht.

Mein erster Eindruck: Diese Formel widerspricht allem, was wir in den letzten Jahren in der Lehrer(fort)-Bildung im schulischen Bereich in DaF erreichen wollten. Deshalb interessiert mich die Frage, ob man so aufgabenorientiertes Sprachenlernen (mit Aufgaben, die ihren „Sitz im Leben haben“) umsetzen könnte? Daneben ist mir aufgefallen, dass FC besonders bei der Grammatikvermittlung beliebt ist, ein schon immer „sensibler“ Bestandteil des Fremdspachenerwerbs.

Ich möchte vorwegschicken, dass es mir im folgenden Text nicht um die Wirkungen von Flipped Classroom (FC) im MINT-Bereich oder im Deutschunterricht (Muttersprache) geht. Falls es Parallelen geben sollte, überlasse ich es den Kollegen dieser Fächer diese zu ziehen.

Auch in Deutsch als Fremdsprache wird aktuell das Flipped-Classroom-Konzept, das sogenannte umgedrehte Klassenzimmer (auch „Flipped Learning“ = umgedrehter Unterricht) (meist positiv) dargestellt und genutzt. Im Netz findet man dazu aufgezeichnete Vorträge hier und  hier, die das Konzept erklären und neuerdings auch einen Artikel im Magazin Sprache des Goethe-Instituts „Sprachlernen per Videobotschaft“ (Autorin Janna Degener) vom März 2017.

Die im Magazin Sprache-Artikel genannten Vorteile von „Flipped Classroom“ in DaF sind natürlich begrüßenswert. Man verspricht sich mehr Möglichkeiten bei der Binnendifferenzierung „Jeder in seinem Tempo“. Wenn das Video von einem Muttersprachler gesprochen wurde, ist man „dankbar … (für das) Sprachvorbild“. Als ein wichtiges Argument wird genannt, dass man „kostbare Unterrichtszeit sparen“ kann, weil „anders als im klassischen Anweisungsunterricht … die Stoffvermittlung über die Hausaufgaben“ stattfindet.

Daneben hört man oft, ein seit Jahren beim Einsatz von digitalen Medien im Fremdsprachenunterricht gern angeführtes Argument der „gesteigerten Motivation der Schüler“, obwohl dabei nur selten der vorausgegangene Unterricht, die Gewöhnung der Schüler an bestimmte Methoden und die nachhaltige Wirkung beschrieben werden.

Es gibt keine „beste Methode“

Bis heute gibt es keine Einigkeit darüber, welche Wege des Lehrens und Lernens einer Fremdsprache die effektivsten seien. Besonders durch Erkenntnisse der Neurodidaktik, die für das Lernen relevante individuelle Faktoren identifiziert hat, wie zum Beispiel das Lernalter, unterschiedliche Lernstile (jeder Mensch lernt anders), Persönlichkeitsfaktoren oder unterschiedliche Lernbiografien (auch bedingt durch Unterschiede in der Lernkultur und den persönlichen Zielen) und nicht zu vergessen die sprachliche Systemdistanz zwischen der ersten und der später gelernten Fremdsprache. Deshalb geht man aktuell davon aus, dass es keine einheitliche und universelle Methode für alle Lernenden gibt. Diese „Post-Methodenära“ darf aber nicht als Argument für Beliebigkeit und unreflektiertes Unterrichten dienen. Schulische Fremdsprachenklassen sind nicht nur aus neurodidaktischer Sicht heterogen, so dass es eine Herausforderung ist, das optimale Lehr- und Lernsetting für die gesamte Klasse zu finden. Der Lehrer macht hier wirklich den Unterschied.

Betrachtet man den deduktiven Weg des Flipped Classroom-Konzepts, so erinnert er beim Thema „Grammatikvermittlung“ an die GÜM (Grammatik-Übersetzungsmethode) des 19. Jahrhunderts. Hier legte man besonderen Wert auf die Beherrschung von grammatischer Terminologie und dem Auswendiglernen von Regeln, die dann im Sprachgebrauch ihre Anwendung fanden. Die darauffolgenden Direkte- und die Audiolinguale Methode/n begannen damit, diesen Lehr- Lernweg „um-zu-drehen“. In der Kommunikativ-Interkulturellen Methode wurde diese Tendenz aufgegriffen und weiterentwickelt. Dies war gut und richtig so, um das Fremdsprachenlernen für die Praxis in einer globalen Welt fit zu machen, indem man das Lernen handlungsorientiert ausrichtete und dem Inhalt den Vorzug vor der Form gab. Heute wird die Progression nicht mehr durch Grammatik, sondern durch kommunikative Handlungen bestimmt. Auch die aktuelle Phase des „Methodenpluralismus“ hat nicht zum Ziel, eine Renaissance der GÜM einzuläuten. (Es soll ja noch Länder geben, die noch nach dieser Methode unterrichten.)

Hinzu kommt, dass die Gegenwart stark von konstruktivistischen Ansätzen im Bildungsbereich geprägt ist, was auch dazu geführt hat, dass heute das Auswendiglernen von Regeln nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern das entdeckende Lernen, bei dem die Lernenden eigene Regeln konstruieren.

Wie viel Grammatik ist notwendig?

Aber zurück zur Grammatik. Grammatikvermittlung scheint für Erklärvideos im DaF-Bereich sehr beliebt zu sein. Die Videos im oben erwähnten Artikel „Sprachlernen per Videobotschaft“ beschäftigen sich ausnahmslos mit der Grammatikvermittlung. Das könnte Zufall sein, aber ich befürchte, dass dies nicht der Fall ist, sondern einer Tendenz entspricht, jedenfalls lässt das die Zunahme von DaF-Grammatik-Erklärvideos auf YouTube befürchten. Natürlich sind auch andere sinnvolle Einsatzgebiete solcher Filme möglich, so zum Beispiel Präsentationen zur Aussprache, aber diese scheinen dort in der Minderheit.
Warum ist aber Grammatik so beliebt? Ein Grund könnten die Lehrtraditionen in bestimmten Ländern sein, die schwer aufzubrechen sind. (Einige Lehrer unterrichten, wie sie unterrichtet wurden sind, obwohl sie in ihrer Ausbildung und/oder auf Fortbildungen andere Wege und Methoden vermittelt bekommen haben.) Diese Beobachtung konnte ich selbst in meiner eigenen Lehr- und Fortbildungstätigkeit in drei Ländern (Belarus, Ungarn, Kroatien) machen. Grammatik ist auch deswegen oft beliebt, weil sie sich einfacher als kommunikative Kompetenz testen lässt. Besonders in Ländern, wo von den Lehrkräften häufiges Benoten verlangt wird oder sogar Prüfungsaufgaben grammatische Tests vorsehen, stehen im Unterricht geschlossene Grammatik-Übungen und -Tests im Mittelpunkt. Für die Lehrkraft kann dies auch von Vorteil sein, da sich solche Übungen und Tests, einfacher und zeiteffektiver benoten lassen. Das führt dazu, dass Schüler an solche Übungen gewöhnt werden und ihnen suggeriert wird, dass davon die guten Noten oder sogar der Erfolg in einer Fremdsprache abhinge. Schaut man sich dagegen das Lernfeldermodell (Four Strands, von Nation/Newton 2009) an, wird schnell klar, dass die „Arbeit mit sprachlichen Formen“ in einem Schuljahr nur ein Viertel aller Lernaktivitäten abdecken sollte. Viele Lehrkräfte sind überrascht, wenn sie dies mit der Realität im eigenen Unterricht vergleichen.

Deshalb sehe ich die Gefahr, dass ein solcher Unterricht durch den unreflektierten Gebrauch des klassischen Flipped-Classroom Modells plötzlich als „modern“ und „innovativ“ empfunden werden kann. Man macht ja etwas mit digitalen Medien und setzt eine aktuell angesagte Methode ein.

Wie könnte man das FC-Konzept nutzen?

Viele Lehrer versuchen das Konzept für die Binnendifferenzierung nutzbar zu machen. Sie gehen davon aus, dass FC bei sinnvoller Anwendung, bestimmten Lernstilen entgegenkommen könnte. Dies zu verwirklichen ist nicht einfach. Man muss in der Lage sein, Lernstile zu identifizieren und diese dann gezielt zu bedienen. Dies erfordert auf Seiten der Lehrkraft eine genaue (umfangreiche) Vorbereitung und analytische Kompetenzen. Nur allein der Einsatz eines Videos reicht da nicht aus.

Erklärvideos könnten auch der Entwicklung der Lernerautonomie und die Vorbereitung auf das lebenslange Lernen dienen. (In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass nicht selten bereits der Gebrauch von Erklävideos mit der FC-Methode gleichgesetzt wird, was zu einem inflationären Gebrauch des Begriffs geführt hat. Es macht also Sinn, genauer hinter den Begriff zu schauen.)
Wir nehmen heute an (oder hoffen es), dass Lerner im Laufe ihres Lebens die erworbenen Fremdsprachen weiterentwickeln oder mithilfe der erworbenen Lernstrategien andere Fremdsprachen erlernen werden. Dies kann je nach persönlicher Situation in einem Online-Kurs oder im Selbststudium (informelles Lernen) unter Zuhilfenahme von Erklävideos erfolgen. Das heißt, dass die Schule die Lerner darauf vorbereiten muss: Medienkompetenz und Lernkompetenz müssten dafür entwickelt werden. Eine Möglichkeit wäre die aktive Auseinandersetzung der Lernenden mit (für das Sprachenlernen) guten und weniger geeigneten Videos. Dabei könnten Kriterien für gelungene Filme durch die SuS selbst gefunden, mit allgemeinen Kriterien verglichen und eigene Kriterien erstellt werden. Die Anwendung und Vertiefung kann dann durch das Produzieren eigener Erklärvideos erfolgen.

Den Unterricht wirklich „umdrehen“

Die Produktion eigener Videos seitens der Lerner wäre ein wirklicher Mehrwert der Methode. Dies käme auch dem Ansatz des „umgedrehten Unterrichts“ entgegen, nur dass der damit weitläufig verbundene didaktische Ablauf auf den „Kopf gestellt“ würde. Im Sinne des Konzepts Lernen durch Lehren (LdL) könnten so Schüler für Schüler Lernhilfen und daran angeschlossen, weiterführende Übungen erstellen und im Unterricht ihr Wissen an Mitschüler weitergeben. Grundlage eines solchen Vorgehens könnte das S-O-S-Modell sein, bei dem Lerner selbst Informationen finden, die ihnen helfen, grammatische Phänomene zu verstehen und danach diese als eigene Regeln formulieren:

  1. S – Sammeln: Neue Formen sammeln, unterstreichen und auflisten – „wahrnehmen“
  2. O – Ordnen: Wahrnehmung ordnen
  3. S – Systematisieren: die Regel erkennen – Regeln verstehen + Regeln in das eigene Grammatiksystem integrieren

4. Nach Übungen, die Automatisierung und die Verbesserung der Flüssigkeit zum Ziel haben, erfolgt

5. … die Anwendung in kommunikativen und personalisierten Kontexten. (Lerner sprechen oder schreiben = sinnvoller Output.)

Zur Festigung könnte auch eine Transferaufgabe dienen, bei der die Lerner die erkannte Regel in einem Film darstellen und dabei die Kriterien für ein gutes Erklärvideo anwenden.

Beispiele für das Fremdsprachenlernen gibt es schon. So findet man im Projektblog (Flip Your Class!) (Christian Spannagel) einen lesenswerten Text („Flip den Fremdsprachenunterricht“) einer Fremdsprachenlehrerin, die in der Art der Aktionsforschung über einen längeren Zeitraum mit FC mutig Veränderungen an ihrem Unterricht vornimmt, diese reflektiert, verwirft und Neues hinzufügt. Sie schreibt am Ende ihres Blogbeitrages: „Das Projekt ging noch einen Schritt weiter, so dass auf Anfrage der Schüler eigene Lernvideos produziert wurden im Rahmen eines Projektes am Ende des Schuljahres. Diese wurden dann nach den Ferien als Wiederholung genutzt und im Sinne der Methode „Lernen durch Lehren“ eingesetzt.

Wir dürfen gespannt sein, wohin die Reise mit FC gehen wird.

Unbedingt sollte dazu eine offene und vorurteilsfreie Diskussion über das Konzept stattfinden.

PS. Dazu passt folgendes Video:

Links

  1. „Sprachlernen per Videobotschaft“ (Autorin Janna Degener)  in Magazin Sprache (Goethe-Institut), lizenziert unter Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
  2. Sehr gute Erklärung der Methode: Flipped Classroom „Geflippte” Stunden stellen die Lernenden ins Zentrum in wb-web (Wissensbaustein)
  3. Gastbeitrag: Flip den Fremdsprachenunterricht – Mit Flipped Classroom einen kommunikativen und differenzierenden Fremdsprachenunterricht ermöglichen in http://flipyourclass.christian-spannagel.de/2017/01/gastbeitrag-flip-den-fremdsprachenunterricht/
  4.  Workshop Vorstellung: „Schüleraktivierung im Rahmen komplexer Lernaufgaben – Überlegungen zur Integration des Flipped Classroom-Konzeptes in einen modernen Fremdsprachenunterricht“ in http://flipyourclass.christian-spannagel.de/2017/05/workshop-vorstellung-schueleraktivierung-im-rahmen-komplexer-lernaufgaben-ueberlegungen-zur-integration-des-flipped-classroom-konzeptes-in-einen-modernen-fremdsprachenunterricht/
  5.  Wenn Lehrer ausflippen“   Quelle: didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen, Ausgabe 2/2017, S. 4 – 7, www.didacta-magazin.de – Text: Tina Sprung http://flipyourclass.christian-spannagel.de/wp-content/uploads/2017/05/pgTitelthema_4-7.pdf
  6. Einführung in die Arbeit von LernvideosDie Arbeit mit Lernvideos muss eingeführt werden, SchülerInnen sind meistens zunächst überrumpelt, wenn sie sich zum ersten Mal mithilfe eines Lernvideos neue Inhalte erschließen sollen.“ in https://modernlanguageteaching.com/2017/05/08/einfuhrung-in-die-arbeit-von-lernvideos/
  7. Nicht flippig genug, Veröffentlicht: Freitag, Juni 16, 2017 in FlippedClassroom, Gastbeitrag: https://cspannagel.wordpress.com/2017/06/16/nicht-flippig-genug/
  8.   Prezi: “ Umgedrehter Unterricht / Flipped Classroom – was, warum, wie?von Katrin Krause (8. August 2016)
  9. Vorneweg geflippt Eva Birger (GI – Israel) (positive Sicht auf die Methode im DaF-Bereich)
  10. Deutsch lernen mit YouTube (Empfehlungen)

Im Fokus: Learning-Snacks


Natürlich fragt man sich beim Lesen der Überschrift, was denn Learning-Snacks sind. Lern-Snacks? Etwas zum Thema Ernährung? Lernen über das Essen? Die Betreiber der Seite beschreiben ihr Angebot als „kleine, leichtverdauliche Wissenshäppchen“. Diese Häppchen eignen sich nicht nur für das formelle Lernen (Schule, Fortbildung), sondern bieten die Möglichkeit zum  informellen Lernen (zuhause oder unterwegs). Schwerer zu beschreiben ist die Eigenschaft „leichtverdaulich“. Diese bezieht sich auf die Quantität der dargebotenen Lerninhalte, was sie aber über den Inhalt (Schwierigkeitsgrad) aussagt, bleibt offen.

Im Unterricht eignen sich die Häppchen insbesondere für binnendifferenziertes Vorgehen. Schüler, die besonders schnell eine Aufgabe lösen, können mit den motivierend gestalteten Snacks belohnt werden, andere hingegen können zusätzliche Übungen in einer für Schüler ansprechenden Form erhalten. Snacks eignen sich auch sehr gut für Stationenlernen und Hausaufgaben. Da sie sehr einfach zu erstellen sind, können Schüler Aufgaben und Übungen für andere Schüler produzieren oder eigene Präsentationen mit einer selbst konzipierten (Snack-)Wiederholung abrunden. Das Design erinnert an WhatsApp-Dialoge, ist übersichtlich, ohne Werbung oder anderen Dingen, die ablenken.

learningapp1

Hier ein Beispiel, das ich zum Thema Redewendungen (B1) erstellt habe: https://www.learningsnacks.de/share/2989/

So einfach geht es:

Auch für die Fortbildung eignen sich Snacks. Hier sind sie als Zusammenfassung von Präsentationen, in der Input-Phase, zum Beispiel an einer Station, oder in der Anwendungsphase denkbar. Zum Thema „Wortwolken im DaF-Unterricht“ habe ich versucht, auch die Simulationsphase mit Learning Snacks zu gestalten. Meiner Meinung nach ist mein Snack etwas zu lang geraten:

https://www.learningsnacks.de/embed/2983/©landeskunde

Kritisch möchte ich bemerken, dass die Auswahl an Übungsformen etwas beschränkt ist. Es sind nur Multiple Choice Abfragen möglich. Hier ein Beispiel:

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Auch über die Möglichkeit externe Anwendungen einbetten zu können, würde ich mich freuen. Hier ein kleiner Test:

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Insgesamt ein kleines, leicht zu bedienendes, übersichtliches Tool (KISS-Prinzip) mit didaktischem Mehrwert insbesondere für das informelle Lernen.

Links:

 

Street-Art im DaF-Unterricht


Banksy, London CC BY 2.0 File:Banksy Pressure Washing Away Art.jpg

Street-Art ist längst ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Kunst. Als 2009 die Ausstellung Banksy vs. Bristol Museum stattfand, standen die Leute vier Stunden Schlange. „Banksy, der König der Guerilla-Graffiti“ lockte in zwei Monaten 300.000 Besucher aus aller Welt ins Museum. (Quelle: Spiegel-Online). In vielen Großstädten spielt Street-Art für den Tourismus eine wichtige Rolle. Auch werden Künstler und deren Produkte immer öfter vom Kunstmarkt oder für Zwecke der Werbung vereinnahmt, was der Definition als „nichtkommerzielle Form von Kunst im öffentlichen Raum“ widerspricht. In den sozialen Medien findet die Kunstform eine exponentielle Verbreitung im Internet. Auch im universitären Bereich wird sie beachtet, wie das Projekt der Uni Regensburg zur Erfassung, Lokalisierung und Kategorisierung von Street-Art Streetartfinder.de zeigt.

Street-Art und DaF

Street-Art ist seit einiger Zeit auch in Deutsch als Fremdsprache angekommen. Aktuell findet man im Band 90 Materialien Deutsch als Fremdsprache zum Thema „Visuelle Medien im DaF-Unterricht“ ( Hrsg. Marc Hieronimus) einen Artikel von Mirjam Bertocchi zum Thema „Graffiti und Street-Art im DaF-Unterricht“ (S. 153-172). Aber auch auf PASCH-net gibt es seit einiger Zeit einen Themenschwerpunkt zum Thema „Graffiti: mehr als nur Schmiererei“ (Sprachniveau: B1) mit Unterrichtsmaterialien für das A2/B1-Niveau.

Bertocchi stellt in ihrem Text im oben erwähnten Band 90 nicht nur mögliche Einsatzszenarien dieser Kunstform im DaF-Unterricht vor, sondern informiert ausführlich über die Geschichte und Bedeutung der Street-Art-Subkultur. Nach einer didaktischen Begründung, warum Street-Art im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden sollte, findet man konkrete Unterrichtsvorschläge mit interessanten Zusatzinformation zu  Street-Art Künstlern und deren Kunstwerken.

Graffiti a Ordes. CC BY-SA 2.0 File:Desordes – 2012 – Blu – 5 (8168526679).jpg Hochgeladen von Coentor

Vorteile

Die Vorteile des Einsatzes von Street-Art im Fremdsprachenunterricht sieht die Autorin unter anderem darin, dass diese Kunst dabei helfen könnte, sprachliche und ästhetische Kompetenzen zu erwerben. Die Kunstwerke eigneten sich für alle Niveaustufen, da die erworbene Sprachkompetenz eine untergeordnete Rolle spielen würde. Die Schüler könnten offen auf die Kunstwerke reagieren, da keine sprachliche Verständnisbarrieren existierten. Da die Bilder provokativ und manchmal ironisch seien, würde dies motivierend auf die Lernenden wirken.
Die Deutungsoffenheit der Kunstwerke sieht sie als weiteren Vorteil. Dadurch entstünden mehrere Interpretationsmöglichkeiten, die die Interpretationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und deren kreatives Denken fördere.
Die kommunikative Funktion der Kunst bestehe darin, dass die Bilder als Diskussionsanlass dienen könnten und die Schüler dazu bringen, ihre eigene Meinung zu äußern, wodurch authentische Sprachhandlungen ermöglicht. Weiterhin werden im Text die Erweiterung der Medienkompetenz und die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit aktuellen landeskundlichen Themen hervorgehoben. Zur Einführung in das Thema empfiehlt sie folgendes Video, das die  Merkmale der Street-Art erklärt:

Weitere Ideen

Für mich liegt die Stärke des Themas insbesondere in der Möglichkeit fächerübergreifende Projekte durchzuführen. Kunstunterricht, Ethik, Sozialkunde, aber auch Geografie dürften sich dafür anbieten. Natürlich kann (bzw. sollte) dabei Projektarbeit grenzüberschreitend erfolgen, um das interkulturelle Potential zu nutzen. Auch wenn die Kunstform besonders für  Großstädter interessant scheint, ist es möglich durch die Präsenz im Internet, alle Schüler und Studenten daran zu beteiligen.

Was könnten Produkte für solche Projekte sein?

1. Recherche-Projekte: SuS dokumentieren und beschreiben Street-Art in ihrer Umgebung. Sie erklären ihren Mitschülern in anderen Ländern evtl. den politischen Kontext, SuS erstellen eine gemeinsame Hitparade der urbanen Kunstwerke und begründen ihre Wahl

Die Präsentation sollte im Internet erfolgen, um unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten. Denkbar wäre auch ein Produkt für Touristen in deutscher Sprache zu erstellen. Auch eine QR-Stadt-Rallye zu diesem Thema wäre denkbar.

2. Produktion eigener Werke mit Beschreibungen und Geschichten; eigene Botschaften zu einem gemeinsamen Thema erstellen oder aufgrund  in Form eines bekannten Kunstwerkes eine eigene Arbeit anfertigen und dokumentieren, Austausch siehe oben.

3. Da die Kunstform im urbanen Bereich nicht ganz unumstritten ist, kann ein Produkt diese Diskussion in unterschiedlichen Ländern zum Thema haben. SuS könnten Argumente sammeln, vergleichen und in sozialer Medien präsentieren. Eine Facebook-Gruppe könnte zum Beispiel zu einer internationalen Diskussion anregen, eine Bildergalerie der beteiligten Städte zeigen und zur Planung eines gemeinsamen Produkts dienen.

4. Natürlich eignet sich das Thema ganz klassisch als Anlass für das kreative Schreiben zu einzelnen Bildern oder Bilderreihen.

5. Alle oben genannten Ideen können in einer Ausstellung bzw. Online-Ausstellung präsentiert werden, die wiederum zum interkulturellen Austausch anregen könnten oder mit selbst erstellten Aktivitäten wie Quiz oder Ausstellungsrallye verbunden werden könnten.

Beispiele aus der Praxis:

A -Ein Beispiel für ein fächerübergreifendes Projekt (ohne DaF) „Die Kunst der Straße – Street-Art in der Dresdner Neustadt“: http://wikis.zum.de/zum/Streetart

B -Das Beispiel in Blog-Form „Jugend in Berlin“ (entstanden während eines Lehrerseminars) zeigt , wie man das Thema auch im landeskundlichen (DaF) Kontext darstellen und mit anderen Kunstformen verbinden kann: http://blog.goethe.de/jugendinberlin/

C – Auch einen Hinweis auf einen Webquest „Graffiti in Berlin“ im DaF-Unterricht habe ich gefunden. Leider ist das Quest nicht mehr online erreichbar.

Vorschläge für geeignete Street-Art Arbeiten

Im Text von Mirjam Bertocchi finden sich auch Vorschläge, welche Street-Art Arbeiten sich für den Unterricht eignen könnten. Die empfohlenen Künstler und Arbeiten sind El Bocho, JR, Alias und Blu.
Im folgenden Abschnitt habe ich dazu eine kleine Linksammlung angelegt. Weitere Informationen zu den folgenden Künstlern und Projekten kann man im oben erwähnten Text im Band 90 nachlesen.

El Bocho
http://www.elbocho.net Beispiel: http://www.elbocho.net/page/6/
https://www.youtube.com/watch?v=xjCcysHXJwo
– Auf Facebook: https://www.facebook.com/elbochoberlin
Film der DW zum Berliner Street-Art-Künstler El Bocho

Projekt „Face 2 Face“ (JR)
FACE 2 FACE TRAILER project:

– Projektseite: http://www.jr-art.net/projects/face-2-face

– Hier ein kurzer Überblick über die Arbeiten von JR (Deutsche Welle):

Hausfassaden und Straßen in Städten aller Welt dienen dem französischen Straßenkünstler JR seit 13 Jahren als Leinwand. Er verwendet archivierte und selbst fotografierte Bilder von unauffälligen und vergessenen Menschen, vergrößert die Fotos und tapeziert sie in die Stadtlandschaft. Eines seiner Fotoprojekte wird noch bis Ende Mai in der Berliner Galerie Springmann ausgestellt.

Kreuzberg and the street and the walls and the street art… CC BY-SA 2.0 File:X.berg Street Art.jpg Hochgeladen von Rotatebot Erstellt: 2. Juli 2008

„Kinder in der Stadt“ (Alias)

https://www.facebook.com/4L1A5

– Street Art by Alias in Berlin (Beispiele und kurze Beschreibung)

Arte urbano obra de Blu, avenida del Manzanares, Madrid, España CC BY-SA 2.0 File:BLU 092010 7 (4975181720).jpg Uploaded by StrakhovMurals (Blu)

(Für mich der Künstler, der mich mit seinen aussagekräftigen Arbeiten am meisten anspricht.)

–  Blu auf Wikipedia
https://www.facebook.com/www.BLUBLU.org
Seine offizielle Seite http://www.blublu.org und hier ein Beispiel von vielen: http://www.blublu.org/sito/walls/2013/big/011.jpg
Weitere Beispiele unter CC BY-SA 3.0 Lizenz: Wikimedia

Ein Video bei dem man den Künstler bei der Arbeit zusehen kann. BLU in Berlin – November 2008:

 

 

„EVOLUTION OF MEN by BLUE“ ist eine sehr schöne Arbeit des Künstlers, die mir persönlich ausgezeichnet gefällt und die sich natürlich auch sehr gut für den Unterricht eignet:

Es gibt natürliche noch weitere für den Unterricht interessante Künstler. Ich finde zum Beispiel, dass die Idee „Street-Art im Miniaturformat“ viel Potential für ein Projekt in DaF hat, bei dem man mit einfachen Mitteln kleine Szenen im Stadtkontext darstellen, fotografieren und beschreiben (mündlich oder schriftlich) kann. (Permalink der DW http://dw.de/p/1ExfL und als MP4-Datei abspeichern)

Weitere Empfehlungen:

1. Zur Schreibweise des Begriffs: http://www.duden.de/rechtschreibung/Street_Art „Von Duden empfohlene Schreibung: Street-Art und alternative Schreibung: Streetart

2. Folgender Film eignet sich als Einstimmung in das Thema:

 

3. Street Art Berlin von artelocal.eu mit vielen Beispielen und Kurzinformationen zu Künstlern

4. Themen zu street+art auf den Seiten der Deutschen Welle

5. Unterrichtsreihe zum Thema „Mauerfall“: 10 Graffiti auf der Mauer (DW) mit Lehrerkommentar und das  Video-Thema Sprühen als Kunst mit Aufgaben und Vokabeln.

6. Graffiti von unbekannten Künstlern an der Berliner Mauer

7. Didaktisierungsvorschlag zum Thema Graffiti auf PASCH-net: Stationenlernen – Sprachniveau: A2/B1 (pdf; 200 KB)

8. Street-Art Beispiele: http://www.fotocommunity.de/motive/streetart/799

9. Linkliste zu Urban Art: http://static.twoday.net/kunstvermittlung/files/Linkliste-Urban-Art.pdf mit einem ausführlichen Materialteil

10. Text aus transkultureller Sicht, lesenswert: „Was liest du aus dem Bild? – Transkulturelles Bilderlesen im DaF-Unterricht“ von Vasili Bachtsevanidis in Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht

11. Linksammlung auf Padlet: STREET ART im DaF-Unterricht – Einstieg in die Künste (Juan Carlos Diazcerio Samaniego)

12.  Der oben erwähnte Band 90 zum kostenlosen Download: Visuelle Medien im DaF-Unterricht, Hieronimus, Marc (Hrsg.), Materialien Deutsch als Fremdsprache; 90 Erschienen: 2014


Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?


Dies ist das Thema der diesjährigen Studientage Deutsch des Goethe-Instituts Kroatien. Die Veranstaltung findet vom 19.3. – 21.3.2015 am Goethe-Institut Kroatien in Zagreb statt.

Hier gibt es weitere Hinweise und Informationen zur Anmeldung: Link

Als Referenten nehmen teil:
Prof. Dr. Jörg Roche, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Axel Krommer, Universität Erlangen-Nürnberg
Mag. Dr. Thomas Strasser, Pädagogische Hochschule Wien
Doc. Dr.sc. Damir Velički, Lehrerfakultät in Zagreb
Ralf Klötzke, Goethe-Institut Kroatien
Prof. Dr. sc. Milan Matijević, Lehrerfakultät in Zagreb

Broschüre der Veranstaltung als PDF

Hier das Plakat der Veranstaltung:

Plakat_Studientage

Wir freuen uns auf euer Besuch, nicht nur aus Kroatien.

KIM-Studie 2014 ist online


Zwei Jahre sind schon wieder vergangen, nach dem die letzte KIM-Studie veröffentlicht wurde. Jetzt liegt die aktuelle zum Download vor. Ich bin gespannt, was sich verändert hat. Auf den ersten Blick nicht viel.

Schon jetzt kann man sagen, dass „die Verbreitung von Tablet-PCs in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist“, auch wenn dies „nur für eine Minderheit der deutschen Kinder eine Option (ist): Ein Tablet-PC ist in 19 Prozent der Haushalte mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren vorhanden.“ (Quelle)

Die Internetnutzung der Jugendlichen hat sich kaum erhöht (63 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen). Das Fernsehen bleibt für diese Altersgruppe das wichtigst Medium. „79 Prozent der Kinder schauen täglich fern, das Internet nutzt nur jeder Vierte jeden oder fast jeden Tag.“

Video-Tutorials von Schülern für Schüler (Grafik- und Bildbeschreibung, B1)


Auf PASCH-Global, der internationalen Online-Schülerzeitung der PASCH-Initiative bin ich auf zwei Video-Tutorials von Schülern für Schüler gestoßen.  Themen sind „Wie beschreibt man eine Grafik? (B1+) und – Bildbeschreibung (B1). Ich finde sie sehr professionell gemacht. Die Sprecher sind augenscheinlich Muttersprachler, Schüler der spanischen Schule IES Poeta García Gutierrez (Schulporträt auf PASCH-net).

Ein gutes Beispiel für digitale Anwendung der Methode Lernen durch Lehren und für die Wiederholung der beschriebenen Fertigkeiten. Natürlich wäre es besser, die Präsentation noch durch Arbeitsblätter und Übungen zu ergänzen.

Wie beschreibt man eine Grafik?

(Wurde leider entfernt.)

Wie beschreibt man ein Bild?

Wettbewerb: Mein digitaler Deutschunterricht


Noch bis zum 30. September läuft der Wettbewerb für kroatische Deutschlehrer: „2.0 : 0 – Mein digitaler Deutschunterricht “.

Gesucht werden digitale Projekte, die
• den Sprachunterricht fördern, aufgaben- und handlungsorientiert sind und Ihre Lernenden zum Deutschlernen motivieren;
• technisch innovativ, benutzerfreundlich gestaltet und interaktiv sind.

Die 10 besten Projekte werden von einer Fachjury ausgewählt und auf der Homepage des Goethe-Instituts Kroatien vorgestellt. Die Autoren dieser Projekte werden im Oktober 2014 zur Preisverleihung (Urkunde und Medienpaket) und Präsentationen der Projekte mit anschließendem Fortbildungsseminar nach Zagreb eingeladen.

Auf eure Einsendungen sind wir sehr gespannt. Weitere Informationen findet ihr hier: http://www.goethe.de/ins/hr/de/zag/lhr/lhr/lhr.html

Alltag anders – eine interkulturelle Sendereihe


Über die „kleinen Dingen des Alltags“ zu berichten, ist das Ziel der Sendung „Alltag anders“ von Deutschlandradio Kultur. Die Sendung läuft jeden Freitag gegen 7.40 Uhr und ist im Internet nachzuhören. So erfährt man in kleinen Beiträgen vor knapp 4 Minuten, wie anders das Leben in Peking, Mexiko City, Nairobi, Moskau, Los Angeles, Rabat, Tel Aviv oder Tokio (auch aus anderen Städte wird berichtet.) verläuft. Es sind persönliche Erlebnisse und Erfahrungen der Korrespondenten, die in der Sendung mosaikartig vorgestellt werden.

Obwohl (oder gerade weil) Deutschland fehlt, möchte ich diese Sendereihe für den Unterricht, aber auch für den eigenen Gebrauch empfehlen. Hier kann man alltägliche Handlungen mit der eigenen bzw. der „erlernten“ der Zielsprache vergleichen. So sensibilisiert für verschiedene Konzepte der Alltagsbewältigung könnten Lerner eigene Beiträge erstellen, wie in ihrem Land bestimmte Alltagssituationen gemeistert werden.

Hier einige Beispiele:

Etikette
In den USA ist man im Umgang sehr viel höflicher als in Deutschland. In China muss der Besucher zunächst seine Schuhe ausziehen, bevor er in die Wohnung eingelassen wird. Und in Polen werden Damen noch mit Handkuss begrüßt

Emanzipation
In Italien wird das traditionelle Frauenbild hochgehalten. Chinesinnen sind durchsetzungsstark und Mexikanerinnen tougher als Männer. In welchem Land gilt es als ungeschriebenes Gesetz gilt, dass der Mann beim ersten Date bezahlt?

Weitere Themen sind: Freunde, Flirten, Fitness, Postämter, Fahrrad, Friedhöfe, Winter und vieles vieles mehr.

Es lohnt sich wirklich einmal reinzuhören.

Der Handy Wahnsinn


Den Film musste ich einfach posten. Er eignet sich ausgezeichnet als Impuls für eine Diskussion zum leidigen Thema Vor- und Nachteile unserer Handy-Kultur. Daneben bietet er einen motivierenden Stoff zum Nacherzählen. Hier sollte man Screenshots erstellen um den Wortschatz darauf zu erläutern.
Auch hat der „Stummfilm“ das Potenzial, eine kleine Bildergeschichte mit Sprechblasen daraus zu machen. Auch hier geht man so vor: Screenshots von ausgewählten Szenen, einfügen zum Beispiel in Word und Sprechblasen aus selbigen Programm an die gewünschten Stellen platzieren.
Beispiel Screenshot mit SprechblasenJe nach didaktischem Wunsch können die Sprechblasen leer bleiben, mit Text oder Lückentext gefüllt werden oder man überlässt die ganze Arbeit gleich den Lernenden, die bestimmt ein ansprechendes Produkt daraus erstellen können.
Und hier der Film (2:11):

Gutes Didaktisieren von WWW-Seiten für den DaF-Unterricht


Gerade recherchiere ich für die Vorbereitung einer Lehrerfortbildung zum Thema Internetrecherche im DaF-Unterricht. Dabei ist mir wieder der Beitrag von Andreas Kotz aus der Zeitschrift Fremdsprache Deutsch aufgefallen. Leider hatte ich ihn schon seit längerer Zeit vergessen. Er beschreibt Kriterien für Internet-Recherchen, die Verbindung zwischen Lehrwerk und einer Internet-Recherche sowie die Ausarbeitung des Unterrichtsentwurfs. Die Zusammenstellung ist auch nach sechs Jahren immer noch aktuell und lesenswert. Damit ich den Text nicht wieder verliere 😉 und für alle, die sich dafür interessieren, hier der Link:

LearningApps für DaF


Das Angebot von LearningApps hatte ich zwar schon vor dem Sommer für Fortbildungen genutzt, aber hier noch nicht beschrieben. Begeistert war ich von der Anwendung vor allem deshalb, weil es sich leicht in Moodle und Wiki einbetten lässt. Hier ein Beispiel im DSD-Wiki.

LearningApps.org beschreibt sich selbst als „eine Web 2.0-Anwendung zur Unterstützung von Lern- und Lehrprozessen mit kleinen interaktiven Bausteinen.“ Hier bekommt man einen kurzen Einblick:

„… Ziel ist es, wiederverwendbare Bausteine zu sammeln und öffentlich zur Verfügung zu stellen. Bausteine (Apps genannt) enthalten aus diesem Grund keinen speziellen Rahmen oder ein konkretes Lernszenario, sondern beschränken sich ausschließlich auf den interaktiven Teil. Die Bausteine für sich stellen also keine abgeschlossene Lerneinheit dar, sondern müssen in ein entsprechendes Unterrichtsszenario eingebettet werden.“ Mir gefällt bei diesem Tool besondere die Bausteinidee, die ich auch für DaF im DSD-Wiki angedacht habe.

Eine ausführliche Beschreibung mit Anwendungsbeispielen findet man in folgendem Dokument: Was ist LearningApps.org (PDF 2,3 MB)

Warum ich diesen Beitrag auch schreibe ist die Tatsache, dass in den letzten Monaten sehr viele DaF-Bausteine entstanden sind, die man hier abrufen kann.

Ein Weihnachts-DaF-Baustein fehlt noch. 😉

Umfrage und Links zum Thema „Offene Bildungsinhalte“


Lehrfreiheit und offene Bildungsinhalte“ unter diesem Titel veröffentlicht „FONTANEFAN“ eine selbsterstellte Umfrage.  Er nimmt damit auf die Diskussion rund um den „Schultrojaner“ Bezug, die wiederum eine Renaissance des Nachdenkens über offene Bildungsinhalte (Materialien von Lehrern für Lehrer)  zur Folge hatte. (Jedenfalls hier im Netz. Ob es an deutschen Schulen der Fall ist, kann ich von hier aus nicht sagen.)

Ich weiß, dass diese Diskussion in vielen Ländern, wo dieses Blog gelesenen wird, auf Unverständnis stößt. Offene Bildungsinhalte gehen uns jedoch alle an. Wer weitere Links zu diesem Thema sucht, findet diese im oben erwähnten Post. Hervorheben möchte ich den Text von Klaus Dautel, den man hier lesen kann: http://cspannagel.wordpress.com/2011/11/16/komm-ins-offene-freund/

Vielleicht habt ihr ja Lust, euch an der Umfrage zu beteiligen. Eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich auf alle Fälle. Vor allem eine Antwort auf die Frage, wo und wie man offene Bildungsinhalte für Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung stellen kann.

Bei mir ist es seit Jahren so, dass ich versuche über dieses Blog und durch meine Arbeit im ZUM– und DSD-Wiki solche Inhalte zu erstellen und zu sammeln. Ein Beispiel ist die Idee des DaF-Wiki-Baukasten, Unterrichtsideen nicht nur für das Wiki.

Wie sieht es bei euch aus?

Majstersztyk – DaF-Blog des GI Krakau


Majstersztyk ist ein Service mit Materialempfehlungen für DaF-Lehrerinnen und Lehrer. Jeden Dienstag werden hier Angebote aus dem Internet vorgestellt. Moderiert wird das Blog von Tünde Kadar, die sonst hier Tündes privater Blog zu finden ist.

Themen im Blog sind u. a.:

Ach ja, was bedeutet der Name des Blogs? Majstersztyk ist ein Lehnwort , das sich über die Jahrhunderte hinweg im Polnischen etabliert hat.  Wer es immer noch nicht verstanden hat, sollte es sich ganz langsam vor sprechen …

(Siehe www.bis.uni-oldenburg.de/bis-verlag/wdlp/polnisch/majsters.pdf)

Ich habe davon hier: Wörterbuch der deutschen Lehnwörter in der polnischen Schrift- und Standardsprache schon mal berichtet.

Tag des digitalen Lernens 2011


ZUM.de – stellt sich vor
Online-Fachvortrag bei Fortbildung-Online 

am 2. März 2011, 19.00 – 20.30 Uhr

 


ZUM.de, die „Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.„, ist das älteste Bildungsportal von Lehrern für Lehrer. Neben Lehr- und Lernangebote auf HTML-Basis in der ZUM-Classic sind das ZUM-Wiki sowie mehrere Schul- und Projektwikis in der Wiki-Family getreten, in denen digitales Lernen im WEB-2.0-Zeitalter stattfindet. Dazu kommen mehrere Angebote unter Das Grundschulnetz.de sowie das Lehrer-Netzwerk ZUM-Unity.


Das DSD-Wiki in der Shortlist der besten Educational Wikis


Der Nikolaus ist ja immer gut für kleinere Überraschungen, aber die heutige hat mich fast umgehauen. Das DSD-Wiki hat es auf die Shortlist der besten Educational Wikis geschafft!

http://edublogawards.com/2010awards/best-educational-wiki-2010/
http://edublogawards.com/2010awards/best-educational-wiki-2010/

Das freut mich umso mehr,  da es sonst sehr schwer scheint, als nicht-englischsprachiges Wiki in die Shortlist aufgenommen zu werden.

Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr hier für das DSD-Wiki stimmt.

Wer vor seiner Entscheidung mehr über das DSD-Wiki wissen möchte, findet hier weitere Informationen:

IDT-Vortrag – Wiki im DaF-Unterricht

Online Fachvortrag zum Thema „Wiki im Fremdsprachenunterricht“:

Alle Links des Vortrags kann man auf dieser Wikiseite nachvollziehen.

Und hier noch einmal der Link, wo man für das DSD-Wiki oder andere Wikis stimmen kann:

http://edublogawards.com/2010awards/best-educational-wiki-2010/