Im Fokus: H5P-Übungstypen im DaF/DaZ-Kontext



Nachtrag zur gestrigen Online-Fortbildung zu H5P im DaF/DaZ-Unterricht.


Ausgehend vom Lernziel sind bei der Aufgabenerstellung unterschiedliche Entscheidungen zu treffen.

  1. Ist zu deinem Lehrziel der passende Fragetyp ausgewählt?
  2. Ist es vielleicht sinnvoll, Fragetypen zu kombinieren? (Abwechslung)
  3. Sind deine Fragen für die Niveaustufe verständlich? Sind die Fragen klar und prägnant formuliert.
  4. Hast du realistische Antwortoptionen gewählt?
  5. Ist dein formuliertes/programmiertes Feedback hilfreich, verständlich (kurz und bündig, kein Englisch, Sprachniveau entsprechend, eventuell in der Muttersprache – A1)
  6. Gibt es zusätzliche Ressourcen zum Weiterlernen?

Die Auswahl des passenden Fragetyps und die sinnvolle Kombination unterschiedlicher Fragetypen setzt voraus, dass man sich über das Potential aber auch über mögliche Probleme, die auftreten können, im Klaren ist. Deshalb habe ich hier einige Übungstypen von H5P für den DaF/DaZ-Unterricht kurz beschrieben. Die aufgeführten Übungen sind meist geschlossene oder halboffene Übungstypen. (Bei einem späteren Beitrag werde ich auch offene Aufgabentypen präsentieren.) Nur der Übungstyp Freitextantwort bildet hier eine Ausnahme. Zur Orientierung habe ich noch einmal das Lernfeldermodell eingefügt, um für den ausgewogenen quantitativen Einsatz solcher Übungen (meist Automatisierung) zu sensibilisieren.

Nach dem Lernfeldermodell / Four Strands  (Nation/Newton 2009)

Multiple Choice und Multiple Response (Mehrere Antworten) / Ja/Nein-Fragen

Ziel: Die Lernenden sollen Informationen erkennen oder die richtigen Antworten aus einer Reihe von Optionen auswählen.

H5P-Formate:

Einsatzmöglichkeiten:

  • Lese- Hör- Hör/Seh- Verstehen
  • Wortschatz vermitteln/ üben / testen
  • Grammatik üben und testen
  • Tests / Bewertungen

Beispiel:

Problem: Lernende erraten oft die richtige Antwort, indem Sie die falschen Antworten eliminieren.

Tipps: Verwende möglichst plausible falsche Antworten oder nutze Multiple-Response-Fragen, da die Lernenden schwerer erraten können, wie viele der Auswahlmöglichkeiten korrekt sind.

Interaktive Lernbilder: Hotspot-Fragen oder Input durch Hotspots

Ziele:  Lernenden sollen einen bestimmten Bereich oder Punkt auf einem Bild finden/auswählen.

H5P-Formate:

Einsatzmöglichkeiten:

Wortschatz / Grammatik / Bewertungen / Bildbeschreibung / „Seh“- Verstehen / Interaktive Lernwelt (Ausgangspunkt für WebQuest, Recherche oder Stationenlernen)

Vorteil: H5P Bildanwendungen sind sehr leicht anpassbar und bieten eine gute Qualität. (Meiner Meinung nach besser als LearningApps)

Mögliche Alternativen: sind Thinklink (kann auch app-basiert verwendet werden, ist aber teilweise kostenpflichtig) und LearningApp (Die Qualität der Bilder wird sichtbar schlechter.) und Quizlet. Hier einige Beispiele: Interaktive Schaubilder mit LearningApp, Beispiel: Haus: https://learningapps.org/3362876  , mit Thinglink, Beispiel: Das Gemüseregal: https://www.thinglink.com/scene/1013512350826758147 … , mit Quizlet: Transportmittel https://quizlet.com/217988546/transportmittel-diagram/

H5P-Beispiel 1:  Wortschatz Input – Das interaktive Bild kann selbstständig solange gelesen werden, bis man einen Test bestehen kann

Tipps: Hotspot-Fragen und -Inputs können Schüler schnell und sinnvoll erstellen und damit üben.

  • Unbedingt den Artikel bei Nomen verwenden.
  • Wer Hördateien auf Hotspotbildern nutzen möchte, sollte Thinklink verwenden.  Ansonsten geht auch, wenn man die Hördatei als Video aufnimmt.

Beispiel: Input zum Thema Mehrsprachigkeit, Europäische Sprachen – Hotspot mit Videos auf der Europa Karte Dieses Beispiel zeigt, dass mit dieser Anwendung projektorientierter Unterricht möglich ist: So geht es: 4 Schulen teilen sich einen H5P Zugang. Sie erstellen für ihr Land einen Hotspot mit einem Video. Sie nehmen dafür eine kleine Lektion als Video auf: “Wie begrüßt man sich bei uns!

Drag-and-Drop-Fragen

Ziel: Mit dieser Übungsform lassen sich Wortschatz, Grammatik, Landeskunde (Fakten) abfragen. Es sind geschlossene Übungen, die also nur eine Lösung zulassen.

Problem: Wenn Lerner sich mit dieser Übungsform unterfordert fühlen, kann es schnell zu Demotivierung führen und der Lerneffekt liegt dann bei „0“.

H5P-Formate:

Mit H5P lassen sich 4 Untertypen erstellen

  • Typ 3“Reihenfolge”: Lernende sollen priorisieren, Elemente in die richtige (zeitliche oder körperliche) Reihenfolge zu bringen, Inhalte bewerten oder einstufen sollen.
  • Typ 5 “Platzierung”: Lernenden sollen Objekte an eine bestimmte Stelle platzieren. (ähnlich Kategorisierung,)

Lückentext-Fragen (H5P-Typ: Fill in the Blanks)

Ziele:

  • Wortschatzebene:
    Lernende sollen Informationen im Kontext abrufen. Begriffe müssen logisch / lexikalisch passen, damit das Verständnis des Textes funktioniert.
  • Grammatikebene:
    Zeitformen, Endungen, Artikel müssen korrekt verwendet werden.

Tipp
Der Fragetyp erfordert genau die gleiche Antwort. (gleiche Wortwahl, genaue Schreibweise, nur die eine grammatikalische Lösung) usw., aber einige Tools lassen auch Alternativen zu, was zum Beispiel auf der lexikalischen Ebene wichtig sein kann.

H5P-Format: Fill in the Blanks

Beispiel:

Wie wurde diese Aufgabe erstellt?
Das schreibt man: *die* Dominikanische Republik, *die* Seychellen, *die* USA,

und mit #Tipp

Woher kommst du?

Ich kommen aus *dem:Achte auf den Artikel "der Iran" und auf die Präposition "aus" + Dativ* Iran. Und du?

Beispiel 2: Rechtschreibung:
Oft wird auch die korrekte Schreibung überprüft.

Flashcards: Thema Familie, A1, lernen

Offene Fragen bzw. Freitexteingabe / „Freispracheingabe“

Ziele:

  • umfangreichere Antworten, wie zum Beispiel:
  • die Textproduktion (Briefe, E-Mails, WhatsApp usw.)
  • Verstehens-Fragen eines Textes
  • Rechercheaufgaben mit Inhaltsangaben
  • Textproduktion: Erörterung
  • Sammeln von Ideen, Assoziationen usw.

Diese Aufgabe ist so eingestellt, dass der Schwerpunkt “Perfekt” zurückgemeldet wird. Probieren Sie es aus.

Link zur Übung

Probleme:

  • Die Fragen können nicht (oder nur eingeschränkt) automatisch korrigiert werden.
  • Die Erstellung als H5P ist sehr aufwendig und nicht immer in der Korrektur eindeutig.
  • Obwohl dies ein “Freitext” ist, kann man durch die Korrektureinstellungen nur von einer halboffenen Übung sprechen.

Tipps:

Bestimme genau, was du von dieser Aufgabe erwartest (Erwartungshorizont)

Formuliere wenn möglich Referenztexte

Gib Wortschatz vor (Wortschatz auf einer Liste, in einer Wortwolke usw.)

Eventuell bestimme die Zeitform (A1,  A2)

Eventuell weiße auf die Grußformeln in einem formellen oder informellen Schreiben hin.

Freitext sprechen

  • Der Lerner erhält eine Aufgabe / Impuls.
  • Er spricht allein oder mit anderenzu diesem Thema.
  • Der Monolog oder das Gespräch wird aufgenommen.
  • Die Aufnahme kann erneut abgespielt oder downgeloadet werden.
  • Der Lehrende kann die Aufnahme im Plenum oder in einem persönlichen Beratungsgespräch analysieren und eventuell weitere Übungen geben.

Hier ein Beispiel: Tonaufnahme zum Thema “Gemüse”

Morgen werde ich hier noch 3 weitere Übungsformen vorstellen

  • Schreiben nach Hören – Das Diktat
  • Mit Dialogkarten üben
  • Spielerische Quiz-Formen

Hilfreich ist es auch bei der Aufgabendurchführung den geplanten Prozess zu reflektieren. Hilfreich können dabei folgende Fragen sein:

  • Ist die digitale Übung sinnvoll in den Unterrichtskontext eingebettet? (Gelingt die “Verzahnung” auf das Lernziel – Aufgabe, die Sitz im Leben hat –  hin)
  • Wird mehrkanaliges Lernen (Hören, Sehen) angeboten, so dass wirklich meine unterschiedlichen Lerner davon profitieren? (ebenso Lerntypen, Lerngewohnheiten, Binnendifferenzierung –
  • Ist eine freie Auswahl / bzw. flexible Handhabung der Übungen seitens der Lerner möglich?)
  • Ist informelles Lernen möglich? Kann auch außerhalb des Unterrichts mit den Übungen barrierefrei gearbeitet werden? Motiviert die Aufgabe für eine solche Weiterarbeit bzw. zu einer Adaption der Aufgabe von Seiten des Lerners in einem anderen Kontext?

Links:


Tags – Eine Möglichkeit nach H5P Inhalten zu suchen


In einem früheren Artikel hier im Blog hatte ich bedauert, dass es mit H5P keine gezielte Suche nach weiteren interessanten Inhalten gäbe und somit ein erneutes Anpassen bestehender Übung nur schwer möglich sei.

Das muss ich etwas relativieren. H5P ermöglicht die Vergabe von Tags (Kategorien) für selbsterstellte Übungen. Über diese Tags ist es dann möglich, auch auf Produkte anderer User zuzugreifen.

Am unteren Ende der H5P-Übung/Aufgabe finden Sie die Tags

Leider gibt es kein System, dass diese Tags ordnet. Ich würde mir wünschen, dass es für bestimmte Fächer bereits vorgefertigte Tags gibt, die eine schnelle und einfache Kategorisierung ermöglichen. Auch scheint es mir, dass die Tag-Funktion kaum bekannt ist und daher kaum genutzt wird.

Für DaF/DaZ habe ich für die von mir erstellten Übungen folgende Kategorien erstellt bzw. halte ich als Tag für sinnvoll:

1. Zuordnung zum Fach:DaF/DaZ“ – da alle Übungen im gleichen Kontext (DaF oder DaZ) genutzt werden können. Die Kategorien DaF und DaZ werden und wurden auch schon vergeben. Wenn man sich auf die Suche macht, muss man jedoch beide Tags getrennt ansteuern.  Überhaupt fehlt mir eine gesteuerte logische Kategorien-Suche, so dass ich mehrere Kategorien eingebe, um gezielt Ergebnisse zu erhalten. Zum Beispiel „DaF, DaZ, Grammatik, A2, Perfekt“.

2. Tags nach Fertigkeiten oder Bereichen: Sprechen, Schreiben, Lesen, Hörverstehen, Grammatik, Landeskunde, Phonetik, Dialoge üben, Wortschatz, Recherche, Sprechanlass, Lyrik

3. Tags nach Niveaustufen: A1, A2, B1, B2

4. Tags nach Aufgabenformen: Diktat, interactive video, Drag the Words, Freitexteingabe, Präsentation

5. Grammatische Schwerpunkte: Präpositionen, Perfekt, Satztypen

6. Inhalt / Themen: (noch keine definiert) Beispiele: Fußball, Europa, Einkaufen, Präsentieren, im Büro usw.

7. Fortbildung: fortbildung

Euch ist sicherlich die Kleinschreibung einiger Tags aufgefallen. Dies ist leider schon auf H5P so vorgegeben.

Hier noch einmal die wichtigsten DaF/DaZ-relevanten Kategorien:

Für die Online-Fortbildung habe ich übrigens auch ein Tag erstellt unter dem alle während und nach der Veranstaltung entstandenen Produkte zusammengefasst werden sollen:

Wichtiger Hinweis:

Tragt bei jeder Erstellung einer Übung bitte Tags am Ende der Bearbeitungsseite ein.

Vor dem Speichern immer die Tags kontrollieren. Diese können aber auch später noch angepasst werden.

Eventuell nutzt die von mir vorgeschlagenen Tags, damit auch andere Nutzer eure Übungen finden und erneut anpassen können.

Trennt die einzelnen Tags durch Kommas.

Beispiel: DaF/DaZ, Grammatik, A2, Perfekt, Lückentext

Hinweis:

Ihr solltet vor dem Speichern unbedingt den Download-Button aktivieren, sonst kann eure Übung nicht weiterbearbeitet werden.

Es ist sinnvoll und fair alle Button zu aktivieren.

Links:


Sprechübungen mit H5P


Einige Anwendungsmöglichkeiten von H5P werde ich aus Zeitgründen oder wegen unterschiedlicher technischer Ausstattung im Online-Seminar am 19.03. nicht berücksichtigen können.

Eine Funktion von H5P, der ich viel Potential zutraue, sind die sich selbstkontrollierenden Sprechübungen. Leider funktioniert dies nur mit dem Internetbrowser Chrome, weshalb ich bei der geplanten Online-Fortbildung auf eine Präsentation verzichten werde.

Beispiel: „Sprechübung: Begrüßung, formell“ https://h5p.org/node/450050

Beim Öffnen im Browser Chrome siehst du folgende Seite (hier als screenshot) sehen:

Screenshot: Anzeige der Sprechübung auf H5P

Die Übungsform findet man bei H5P unter „Speak the Words“ (Answer a question using your voice) und „Speak the Words Set“ (A series of questions answered by speech). Die gesprochene Sprache wird online aufgenommen und automatisch erkannt bzw. überprüft und bei richtiger Aussprache als “richtig” gewertet. Das zu sprechende Wort oder Wortgruppe wird bei der Übungserstellung in der Aufgabe in Schriftform als <Accepted answers> hinterlegt.

Mögliche Übungen sind: Phonetik: Die richtige Aussprache testen und üben, Chunks gebrauchen, Wortschatz festigen (Die gesuchte Wort muss gesprochen werden.) und auch Grammatik üben, wenn man einen vollständigen Satz richtig formulieren muss. Man sieht also, dass diese Übungsform sehr komplex ist und viele Fertigkeiten anspricht. Was ich noch nicht ausprobiert habe, aber mir vorstellen könnte, ist die Übung von Dialogen: Man übernimmt einen Dialogpart und reagiert auf Fragen oder stellt selber welche.

Hier drei Beispiele:

Beispiel: Artikel + Nomen https://h5p.org/node/428359

Beispiel: Thema „Lebensmittel“: https://h5p.org/node/358246

Hier eine Übung mit Zungenbrechern: https://h5p.org/node/450155  

Durch mehrmaliges Sprechen kann hier nicht nur die Phonetik verbessert, sondern die einzelnen Sätze automatisiert werden. Dies gilt natürlich auch für andere Sätze oder Chunks.

Was mir nicht so gefällt:

Mir ist aufgefallen, dass manchmal auch ein Satz trotz Fehler erkannt wird. Woran das liegt, muss ich noch ergründen.

Bei der hinterlegten Lösung, finde ich es umständlich, dass unterschiedliche Schreibweisen eingegeben werden müssen, um die Fehleranfälligkeit zu minimieren. Zum Beispiel: Guten Tag, guten Tag, guten tag … -> Mögliche Lösung: Benutze bei dem Eintrag <Accepted answers> nur die Kleinschreibung.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Aufgabe nur durch den direkten Link lösbar ist. Einbettungen kann man zwar sehen, aber nicht interaktiv bearbeiten.

Mich nervt auch, dass Hinweise immer wieder auf Deutsch ergänzt werden müssen. Natürlich geht das auch in jeder anderen Sprache zum Beispiel für A1, aber für höhere Niveaus sollte die Bedienung der Aufgabe nur Deutsch sein und dies ist eben sehr arbeitsaufwendig.

Auch die <Language of speech input>, also die Sprache, in der gesprochen werden soll, muss jedes Mal auf <German> umgestellt werden. Besser wäre es, wenn man am Anfang der Erstellung eine Auswahl hätte, a) die jeweilige Sprache oder b) die Möglichkeit der Übung mit unterschiedlichen Sprachen zu wählen.

Was mir wirklich für eine Phonetikübung fehlt, ist das vorher richtig gesprochene Beispiel, an dem sich der Lerner orientieren kann. Hier kann man solche Beispiele in einer anderen Übung über die Funktion Audio Recorder einsprechen und als QR-Code oder Link anbieten. Diese Variante ist natürlich noch sehr umständlich. Da sich aber H5P ständig weiterentwickelt, bin ich ganz optimistisch, dass die Anwendung bald weitere Funktionen erhält.

Wie sinnvoll einsetzen?

Wir kennen alle das Problem, dass für die persönliche Überprüfung der Aussprache im Unterricht oder im Sprachkurs wenig Zeit bleibt. Mit dieser Übungsform kann man den Lernenden die Möglichkeit geben, zu üben und sich selbst zu überprüfen. Das kann / sollte binnendifferenziert erfolgen. Denkbar wären Szenarien: Stationenlernen (Übungsphase), individuelle Hausaufgaben oder als Angebot für informelles Lernen (Eigeninitiative, außerhalb des Kurses oder Schule).

Einwand: Die Erstellung von Übungen, gezielt für jeden einzelnen Lernenden ist sehr zeitaufwendig.

Alternative 1: Einführung der Lernenden in die Selbsterstellung solcher Übungen. Vorteil: Nach einem Beratungsgespräch, kann der Lernende für den eigenen Bedarf Übungen erstellen. Das hat auch den Vorteil, dass der Lernende die Fertigkeit für das lebenslange Lernen u.a. auch für andere Sprachen nutzen kann.

Alternative 2: Die erstellten Übungen können mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden. Das kann auf Schulebene oder im größeren Rahmen auch international über eine Plattform? erfolgen.

Wie erstellen?

Eine einfache Möglichkeit ist das Weiterverarbeiten einer bereits bestehenden Übung. Du kannst dort alles austauschen.

  1. Voraussetzung: Du bist auf H5P angemeldet.
  2. Suche unter der Übung das <Reuse> Symbol. (Wiederverwendung) Bei anderen Aufgabentypen findet man anstatt <Reuse> einen <Download> Button.
Reuse = Wiederverwendung – Hier startet man den Download.
  1. Spreicher die Übung als h5p-Datei auf deinem Computer.
  2. Klicke auf: <Create New Content>
  3. Klicke auf: <Upload>
  4. Lade die vorher gespeicherte h5p-Datei hoch.
  5. Bearbeite die Datei.
  6. Speichern nicht vergessen: <Save>

Inhalt neu erstellen:

  1. Klicke auf: <Create New Content>
  2. Suche „Speak the Words Set
  3. Füge die Inhalte ein.
  4. Speichern nicht vergessen.

Einladung zur Online-DaF-Lehrerfortbildung am 19. März


Gestern, auf meinem Rückflug von Oslo, hat mich positiv überrascht, wie selbstverständlich der Flughafen und die Piloten mit starkem Schneefall umgegangen sind. Wie man hier sieht, konnte man im Flugzeug nicht mehr aus dem Fenster schauen.

Enteisung des Flugzeuges am "Fließband".

Wir kennen aus Mitteleuropa viele Beispiele, dass der Flugbetrieb bei solchem Wetter eingestellt wird. Wie kann es aber zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen kommen? Das Wissen und die notwendige Technik (hier Enteisung des Flugzeuges am „Fließband“ in Oslo) sind vorhanden, aber bei der Umsetzung scheint man unterschiedlich konsequent zu sein.

Auch beim mediengestützten Lernen im Bereich DaF/DaZ findet man bereits viele fertige Szenarien und Beispiele, ebenso noch mehr Tools, die auf einen Einsatz warten bzw. reflektiert werden sollten. Zum Glück gibt es auch viele engagierte Lehrkräfte, die nicht nur neugierig sind, sondern auch Interesse daran haben, mediengestütztes Lernen sinnvoll in den eigenen Unterricht zu integrieren.

Im DaF-Bereich, der weltweit mit unterschiedliche Lehr- und Lernkulturen und länderspezifischen Curricula umgehen muss, ist es schwieriger, ähnliche Wege zu finden und Ergebnisse angemessen zu vergleichen. Das stellt die Lehrerfortbildung vor einer großen Herausforderung. Zu dieser internationalen Heterogenität kommen auch noch die individuell ungleichen Kompetenzen im Umgang mit Medien oder auch beim abrufbaren Wissen von Methodik und Didaktik des Fremdsprachenunterrichts.

Auf der anderen Seite bringen die Lehrkräfte eine Vielzahl an Erfahrungen und auch Wissen mit, die in den Fortbildungen sichtbar gemacht werden sollten. Am erfolgreichsten sind für mich solche Workshops, die die Teilnehmenden dazu bewegen, (kleine) Veränderung im Unterricht zu wagen. Passend dazu finde ich die aus der Aktionsforschung entstandenen PEPs (Praxis-Erkundungs-Projekte), die in den DLL-Fortbildungen des Goethe-Instituts am Ende jeder Einheit stehen. Das setzt natürlich die Bereitschaft der Teilnehmenden voraus, aktiv zu werden und kollegial solche Erkundungsprojekte reflektieren zu wollen, um sich dabei weiterzuentwickeln.

Am 19. März (19 Uhr) werde ich, im Rahmen des „DaF-Lehrer Netzwerkes“ organisiert von Nadja Blust, eine kostenlose Online-Fortbildung zum Thema „Mediengestützte DaF/DaZ-Übungen am Beispiel von H5P“ anbieten. Diese wird über Adobe Connect erfolgen. Wie mir Nadja mitgeteilt hat, ist, bei Interesse, eine Anmeldung obligatorisch und kann hier erfolgen: Zur Anmeldung

Zur Anmeldung

Angekündigt ist das Ganze als Workshop, da aber nur 90 Minuten zur Verfügung stehen, wird es vom Format her eher eine Präsentation mit interaktiven Elementen werden. Dabei werde ich H5P-Anwendungen nicht nur vorstellen, sondern auch hinterfragen, wie diese konkret in den Lehr- Lernkontext integriert werden könnten. Die Teilnehmenden sind danach aufgerufen, selbst sich ein Bild von den Möglichkeiten von H5P zu machen. Vielleicht entstehen danach durch Ausprobieren und Adaptieren kleine „PEPs“, die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam reflektieren.

Morgen werde ich hier noch einmal konkret darauf eingehen, warum ich dieses Thema gewählt habe.

Links:

Links:

Digitale Weihnachten


Weihnachten und  das Jahresende stehen vor der Tür, Zeit für viele zurückzuschauen und Neues zu planen. In diesem Jahr scheint in Deutschland die persönliche Mediennutzung im Mittelpunkt von Umfragen und Diskussionen zu stehen. Statista liefert dazu interessante Schaubilder, die sich als Gesprächsanlass im DaF/DaZ-Unterricht anbieten. Insbesondere für jugendliche Lerner kann das Erstellen und Durchführen eigener Umfragen motivierend sein. Gründe und Alternativen können gemeinsam gesucht und präsentiert werden. Jedenfalls fordern die veröffentlichte Daten zum interkulturellen und persönlichen Vergleich heraus. So geben fast zwei Drittel der Befragten an, im Internet oft ihre Zeit zu verschwenden und fast die Hälfte wünschen sich, dass man in Zukunft weniger online ist:

Infografik: Always on und glücklich? | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

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CC0 Pixabay

Aber was hat das mit Weihnachten zu tun? Es wird immer digitaler! Jeder Dritte gibt an, zum Fest mehr Fotos und Videos mit dem Smartphone zu machen. Aber auch hier geben sich viele Deutsche klare Regeln, damit das Telefon nicht den ganzen Abend dominiert. Bei 16 Prozent ist das Telefon an Heiligabend verboten.

Infografik: Digitale Weihnachten: Die Do's und Dont's | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Abschließend noch eine aktuelle Statistik, die das veränderte Nutzerverhalten der deutschen Jugendlichen thematisiert:

Infografik: Wie Jugendliche am liebsten kommunizieren | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Auch hier liegt ein Vergleich zum eigenen Nutzerverhalten nahe. Um eigene Umfragen zu erstellen, bietet sich Mentimeter an. Nach erfolgter Anmeldung kann man dort sehr schnell und einfach Umfragen veröffentlichen, die dann per Smartphone von der Klasse genutzt werden können. Die Ergebnispräsentation kann man live miterleben. Mögliche Fragen, auch für einen Klassenspaziergang, findet man hier.

Ergänzung (Update 20.12.)

Weihnachtliches im Deutschunterricht hat die Deutsche Welle zusammengestellt:
https://www.dw.com/de/weihnachtliches-im-deutschunterricht/a-46717334

Woher kommt das Christkind? Wer erfand den Adventskranz, und seit wann gibt es in Deutschland eigentlich Weihnachtsmärkte?

Verwandte Themen im Blog:

Hier die Präsentation eines größeren Projekts, das ich als DaF-Lehrer in Budapest mit Schülern A2 bis C1 im DSD-Wiki durchgeführt habe: Weihnachten in Ungarn

Update Wortwolken


Hier im Blog befassen sich viele Beiträge mit dem Thema Wortwolken im DaF-Unterricht. Da sich dort einiges verändert hat, wird es Zeit, darauf aufmerksam zu machen.

Update 2022: Das bekanntest Wortwolkentool „Wordle“ ist nicht mehr online. Das Wort wird jetzt ich einer anderen Bedeutung genutzt.

Word Art4
Erstellt mit WordArt

Da wäre zum Ersten das Tool Tagul, das seit 2017 in Word Art umbenannt hat und nun hier zu finden ist: https://wordart.com/create  Mit dem Tool habe ich auch oben- stehende „Wortwolke“ erstellt, in der man die wichtigsten Tools wiederfindet, die noch aktiv sind. Für mich neu hinzugekommen, ist die Seite WortWolken.com. Da sie meiner Meinung nach noch einfacher funktioniert als Wordle.net (nicht mehr online) und zudem noch auf Deutsch ist, habe ich dieses Tool zu meinem Favoriten gemacht. Nach und nach werde ich deshalb meine Schritt-für-Schritt-Beschreibungen für Fortbildungen anpassen. Aber es lohnt sich auch, die anderen Tools auszuprobieren, die man oben in der „Wortwolke zu Wortwolken“  finden kann. Hier die noch einmal die Adressen:

Zum Thema Wortwolken im DaF-Unterricht habe ich auch einen LearningSnack erstellt, den ich in den kommenden Tagen anpassen werde. (Jetzt mit WortWolken.com ergänzt und Wordle gelöscht): https://www.learningsnacks.de/share/2983

Kommen wir nun zu einer wirklichen Innovation der Arbeit mit Wortwolken im Fremdsprachenunterricht. Ich fand es bisher immer sehr umständlich, die Ergebnisse des gemeinsame Brainstorming in einer Klasse oder Fortbildungsgruppe selbst oder mit Hilfe eines Schülers oder Kollegen in eine Wortwolke einzutragen oder eintragen zu lassen. Dank BYOD und eines Tools geht das jetzt sehr einfach und schnell. Ich nutze dazu Mentimeter. Neben klassischen Abfragen kann man dort auch eine Abfrage in Form einer Wortwolke generieren. Seit wenigen Wochen ist es auch möglich, die Arbeitsanweisungen in deutscher Sprache anzuzeigen. Hier ein Beispiel zum Thema „Typisch deutsch“:

Screenshot-2018-1-12 Interactive presentation software
Screenshot Mentimeter.com

www.menti.com

898136

Screenshot-2018-1-12 Voting - Mentimeter
Screenshot-2018-1-12 Voting – Mentimeter

Die Ergebnisse lassen sich in Echtzeit präsentieren oder sind auch herunterladbar.

Das Ergebnis kann man hier verfolgen.

Das Tool kann man auch einbetten und so zum Beispiel in Moodle sichtbar machen.

Besonders motivierend fanden die Teilnehmer, dass sie live miterleben konnten, wie sich die Wortwolke entwickelte. Dies Szenarien für den Fremdsprachenunterricht liegen auf der Hand. Es kann sowohl für Brainstorming und Aktivierung des Vorwissens in Vorbereitung einer Aufgabe oder Übung eingesetzt werden (zum Beispiel für das Lese- und Hörverstehen, Vorbereitung einer Textproduktion usw.), aber auch ganz klassisch als Abbildung der Gruppenmeinung für eine sich daran anschließende Diskussion. Auch zur Sichtbarmachung des eigenen Lernfortschrittes eignet es sich, indem man zum Beispiel eine Wortwolke vor einer Übungssequenz mit einer danach erstellten vergleicht. Auch hier eignen sich die Wortwolken für das kreative Schreiben, nur dass durch BYOD der Schreibprozess dynamischer gestaltet werden kann, da die Wortwolke ständig verändert werden kann. Auch für eine Evaluation oder als Stimmungsbild eignet sich die Wortwolke von Mentimeter.

Die Erstellung ist ganz simpel. Man muss sich zuerst auf der Seite https://www.mentimeter.com/  registrieren und hat dann verschiedene Präsentationsstile zur Auswahl:

Screenshot Mentimeter Auswahl
Screenshot Mentimeter Auswahl

Die Einstellungen der Präsentation zum Beispiel der Präsentationssprache oder des Präsentationsmodus oder die Begrenzung der Anzahl der Einträge sind möglich. Das Tool ist aktuell noch kostenlos und in seinen Basisfunktionen für die Schule oder auch für die Fortbildung ausreichend.

Beiträge zum Thema Wortwolken hier im Blog: (2016)

Warum ich mit „Flipped Classroom“ im DaF-Unterricht Bauchschmerzen habe


„Bei dem Unterrichtskonzept Flipped Classroom (FC) erarbeiten Schüler (mit Videos) den Lernstoff zu Hause. -> Im Unterricht wird der Stoff wiederholt und vertieft.“

(Quelle: Wenn Lehrer ausflippen)

Diese einfache Formel scheint jedem sofort einzuleuchten. Es ist deshalb auch nicht sehr verwunderlich, dass sich aktuell sehr viele Lehrerinnen und Lehrer dafür begeistern und ihre Erfahrungen im Netz teilen.
Was mich aber interessiert, ist die Frage, wie dieses Konzept in einem DaF-Unterricht wirkt, dessen Hauptziel der Erwerb der kommunikativen Kompetenz ist. Grundlage meines Misstrauens ist genau die oben zitierte kurze Formel:

1. SuS erarbeiten den Lernstoff, zum Beispiel eine grammatische Regel, durch ein Erklärvideo. Das entspricht der sogennanten expliziten Grammatikvermittlung.

2. SuS „wiederholen“ und „vertiefen“ die zu Hause kennengelernten Regeln im Unterricht.

Mein erster Eindruck: Diese Formel widerspricht allem, was wir in den letzten Jahren in der Lehrer(fort)-Bildung im schulischen Bereich in DaF erreichen wollten. Deshalb interessiert mich die Frage, ob man so aufgabenorientiertes Sprachenlernen (mit Aufgaben, die ihren „Sitz im Leben haben“) umsetzen könnte? Daneben ist mir aufgefallen, dass FC besonders bei der Grammatikvermittlung beliebt ist, ein schon immer „sensibler“ Bestandteil des Fremdspachenerwerbs.

Ich möchte vorwegschicken, dass es mir im folgenden Text nicht um die Wirkungen von Flipped Classroom (FC) im MINT-Bereich oder im Deutschunterricht (Muttersprache) geht. Falls es Parallelen geben sollte, überlasse ich es den Kollegen dieser Fächer diese zu ziehen.

Auch in Deutsch als Fremdsprache wird aktuell das Flipped-Classroom-Konzept, das sogenannte umgedrehte Klassenzimmer (auch „Flipped Learning“ = umgedrehter Unterricht) (meist positiv) dargestellt und genutzt. Im Netz findet man dazu aufgezeichnete Vorträge hier und  hier, die das Konzept erklären und neuerdings auch einen Artikel im Magazin Sprache des Goethe-Instituts „Sprachlernen per Videobotschaft“ (Autorin Janna Degener) vom März 2017.

Die im Magazin Sprache-Artikel genannten Vorteile von „Flipped Classroom“ in DaF sind natürlich begrüßenswert. Man verspricht sich mehr Möglichkeiten bei der Binnendifferenzierung „Jeder in seinem Tempo“. Wenn das Video von einem Muttersprachler gesprochen wurde, ist man „dankbar … (für das) Sprachvorbild“. Als ein wichtiges Argument wird genannt, dass man „kostbare Unterrichtszeit sparen“ kann, weil „anders als im klassischen Anweisungsunterricht … die Stoffvermittlung über die Hausaufgaben“ stattfindet.

Daneben hört man oft, ein seit Jahren beim Einsatz von digitalen Medien im Fremdsprachenunterricht gern angeführtes Argument der „gesteigerten Motivation der Schüler“, obwohl dabei nur selten der vorausgegangene Unterricht, die Gewöhnung der Schüler an bestimmte Methoden und die nachhaltige Wirkung beschrieben werden.

Es gibt keine „beste Methode“

Bis heute gibt es keine Einigkeit darüber, welche Wege des Lehrens und Lernens einer Fremdsprache die effektivsten seien. Besonders durch Erkenntnisse der Neurodidaktik, die für das Lernen relevante individuelle Faktoren identifiziert hat, wie zum Beispiel das Lernalter, unterschiedliche Lernstile (jeder Mensch lernt anders), Persönlichkeitsfaktoren oder unterschiedliche Lernbiografien (auch bedingt durch Unterschiede in der Lernkultur und den persönlichen Zielen) und nicht zu vergessen die sprachliche Systemdistanz zwischen der ersten und der später gelernten Fremdsprache. Deshalb geht man aktuell davon aus, dass es keine einheitliche und universelle Methode für alle Lernenden gibt. Diese „Post-Methodenära“ darf aber nicht als Argument für Beliebigkeit und unreflektiertes Unterrichten dienen. Schulische Fremdsprachenklassen sind nicht nur aus neurodidaktischer Sicht heterogen, so dass es eine Herausforderung ist, das optimale Lehr- und Lernsetting für die gesamte Klasse zu finden. Der Lehrer macht hier wirklich den Unterschied.

Betrachtet man den deduktiven Weg des Flipped Classroom-Konzepts, so erinnert er beim Thema „Grammatikvermittlung“ an die GÜM (Grammatik-Übersetzungsmethode) des 19. Jahrhunderts. Hier legte man besonderen Wert auf die Beherrschung von grammatischer Terminologie und dem Auswendiglernen von Regeln, die dann im Sprachgebrauch ihre Anwendung fanden. Die darauffolgenden Direkte- und die Audiolinguale Methode/n begannen damit, diesen Lehr- Lernweg „um-zu-drehen“. In der Kommunikativ-Interkulturellen Methode wurde diese Tendenz aufgegriffen und weiterentwickelt. Dies war gut und richtig so, um das Fremdsprachenlernen für die Praxis in einer globalen Welt fit zu machen, indem man das Lernen handlungsorientiert ausrichtete und dem Inhalt den Vorzug vor der Form gab. Heute wird die Progression nicht mehr durch Grammatik, sondern durch kommunikative Handlungen bestimmt. Auch die aktuelle Phase des „Methodenpluralismus“ hat nicht zum Ziel, eine Renaissance der GÜM einzuläuten. (Es soll ja noch Länder geben, die noch nach dieser Methode unterrichten.)

Hinzu kommt, dass die Gegenwart stark von konstruktivistischen Ansätzen im Bildungsbereich geprägt ist, was auch dazu geführt hat, dass heute das Auswendiglernen von Regeln nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern das entdeckende Lernen, bei dem die Lernenden eigene Regeln konstruieren.

Wie viel Grammatik ist notwendig?

Aber zurück zur Grammatik. Grammatikvermittlung scheint für Erklärvideos im DaF-Bereich sehr beliebt zu sein. Die Videos im oben erwähnten Artikel „Sprachlernen per Videobotschaft“ beschäftigen sich ausnahmslos mit der Grammatikvermittlung. Das könnte Zufall sein, aber ich befürchte, dass dies nicht der Fall ist, sondern einer Tendenz entspricht, jedenfalls lässt das die Zunahme von DaF-Grammatik-Erklärvideos auf YouTube befürchten. Natürlich sind auch andere sinnvolle Einsatzgebiete solcher Filme möglich, so zum Beispiel Präsentationen zur Aussprache, aber diese scheinen dort in der Minderheit.
Warum ist aber Grammatik so beliebt? Ein Grund könnten die Lehrtraditionen in bestimmten Ländern sein, die schwer aufzubrechen sind. (Einige Lehrer unterrichten, wie sie unterrichtet wurden sind, obwohl sie in ihrer Ausbildung und/oder auf Fortbildungen andere Wege und Methoden vermittelt bekommen haben.) Diese Beobachtung konnte ich selbst in meiner eigenen Lehr- und Fortbildungstätigkeit in drei Ländern (Belarus, Ungarn, Kroatien) machen. Grammatik ist auch deswegen oft beliebt, weil sie sich einfacher als kommunikative Kompetenz testen lässt. Besonders in Ländern, wo von den Lehrkräften häufiges Benoten verlangt wird oder sogar Prüfungsaufgaben grammatische Tests vorsehen, stehen im Unterricht geschlossene Grammatik-Übungen und -Tests im Mittelpunkt. Für die Lehrkraft kann dies auch von Vorteil sein, da sich solche Übungen und Tests, einfacher und zeiteffektiver benoten lassen. Das führt dazu, dass Schüler an solche Übungen gewöhnt werden und ihnen suggeriert wird, dass davon die guten Noten oder sogar der Erfolg in einer Fremdsprache abhinge. Schaut man sich dagegen das Lernfeldermodell (Four Strands, von Nation/Newton 2009) an, wird schnell klar, dass die „Arbeit mit sprachlichen Formen“ in einem Schuljahr nur ein Viertel aller Lernaktivitäten abdecken sollte. Viele Lehrkräfte sind überrascht, wenn sie dies mit der Realität im eigenen Unterricht vergleichen.

Deshalb sehe ich die Gefahr, dass ein solcher Unterricht durch den unreflektierten Gebrauch des klassischen Flipped-Classroom Modells plötzlich als „modern“ und „innovativ“ empfunden werden kann. Man macht ja etwas mit digitalen Medien und setzt eine aktuell angesagte Methode ein.

Wie könnte man das FC-Konzept nutzen?

Viele Lehrer versuchen das Konzept für die Binnendifferenzierung nutzbar zu machen. Sie gehen davon aus, dass FC bei sinnvoller Anwendung, bestimmten Lernstilen entgegenkommen könnte. Dies zu verwirklichen ist nicht einfach. Man muss in der Lage sein, Lernstile zu identifizieren und diese dann gezielt zu bedienen. Dies erfordert auf Seiten der Lehrkraft eine genaue (umfangreiche) Vorbereitung und analytische Kompetenzen. Nur allein der Einsatz eines Videos reicht da nicht aus.

Erklärvideos könnten auch der Entwicklung der Lernerautonomie und die Vorbereitung auf das lebenslange Lernen dienen. (In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass nicht selten bereits der Gebrauch von Erklävideos mit der FC-Methode gleichgesetzt wird, was zu einem inflationären Gebrauch des Begriffs geführt hat. Es macht also Sinn, genauer hinter den Begriff zu schauen.)
Wir nehmen heute an (oder hoffen es), dass Lerner im Laufe ihres Lebens die erworbenen Fremdsprachen weiterentwickeln oder mithilfe der erworbenen Lernstrategien andere Fremdsprachen erlernen werden. Dies kann je nach persönlicher Situation in einem Online-Kurs oder im Selbststudium (informelles Lernen) unter Zuhilfenahme von Erklävideos erfolgen. Das heißt, dass die Schule die Lerner darauf vorbereiten muss: Medienkompetenz und Lernkompetenz müssten dafür entwickelt werden. Eine Möglichkeit wäre die aktive Auseinandersetzung der Lernenden mit (für das Sprachenlernen) guten und weniger geeigneten Videos. Dabei könnten Kriterien für gelungene Filme durch die SuS selbst gefunden, mit allgemeinen Kriterien verglichen und eigene Kriterien erstellt werden. Die Anwendung und Vertiefung kann dann durch das Produzieren eigener Erklärvideos erfolgen.

Den Unterricht wirklich „umdrehen“

Die Produktion eigener Videos seitens der Lerner wäre ein wirklicher Mehrwert der Methode. Dies käme auch dem Ansatz des „umgedrehten Unterrichts“ entgegen, nur dass der damit weitläufig verbundene didaktische Ablauf auf den „Kopf gestellt“ würde. Im Sinne des Konzepts Lernen durch Lehren (LdL) könnten so Schüler für Schüler Lernhilfen und daran angeschlossen, weiterführende Übungen erstellen und im Unterricht ihr Wissen an Mitschüler weitergeben. Grundlage eines solchen Vorgehens könnte das S-O-S-Modell sein, bei dem Lerner selbst Informationen finden, die ihnen helfen, grammatische Phänomene zu verstehen und danach diese als eigene Regeln formulieren:

  1. S – Sammeln: Neue Formen sammeln, unterstreichen und auflisten – „wahrnehmen“
  2. O – Ordnen: Wahrnehmung ordnen
  3. S – Systematisieren: die Regel erkennen – Regeln verstehen + Regeln in das eigene Grammatiksystem integrieren

4. Nach Übungen, die Automatisierung und die Verbesserung der Flüssigkeit zum Ziel haben, erfolgt

5. … die Anwendung in kommunikativen und personalisierten Kontexten. (Lerner sprechen oder schreiben = sinnvoller Output.)

Zur Festigung könnte auch eine Transferaufgabe dienen, bei der die Lerner die erkannte Regel in einem Film darstellen und dabei die Kriterien für ein gutes Erklärvideo anwenden.

Beispiele für das Fremdsprachenlernen gibt es schon. So findet man im Projektblog (Flip Your Class!) (Christian Spannagel) einen lesenswerten Text („Flip den Fremdsprachenunterricht“) einer Fremdsprachenlehrerin, die in der Art der Aktionsforschung über einen längeren Zeitraum mit FC mutig Veränderungen an ihrem Unterricht vornimmt, diese reflektiert, verwirft und Neues hinzufügt. Sie schreibt am Ende ihres Blogbeitrages: „Das Projekt ging noch einen Schritt weiter, so dass auf Anfrage der Schüler eigene Lernvideos produziert wurden im Rahmen eines Projektes am Ende des Schuljahres. Diese wurden dann nach den Ferien als Wiederholung genutzt und im Sinne der Methode „Lernen durch Lehren“ eingesetzt.

Wir dürfen gespannt sein, wohin die Reise mit FC gehen wird.

Unbedingt sollte dazu eine offene und vorurteilsfreie Diskussion über das Konzept stattfinden.

PS. Dazu passt folgendes Video:

Links

  1. „Sprachlernen per Videobotschaft“ (Autorin Janna Degener)  in Magazin Sprache (Goethe-Institut), lizenziert unter Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
  2. Sehr gute Erklärung der Methode: Flipped Classroom „Geflippte” Stunden stellen die Lernenden ins Zentrum in wb-web (Wissensbaustein)
  3. Gastbeitrag: Flip den Fremdsprachenunterricht – Mit Flipped Classroom einen kommunikativen und differenzierenden Fremdsprachenunterricht ermöglichen in http://flipyourclass.christian-spannagel.de/2017/01/gastbeitrag-flip-den-fremdsprachenunterricht/
  4.  Workshop Vorstellung: „Schüleraktivierung im Rahmen komplexer Lernaufgaben – Überlegungen zur Integration des Flipped Classroom-Konzeptes in einen modernen Fremdsprachenunterricht“ in http://flipyourclass.christian-spannagel.de/2017/05/workshop-vorstellung-schueleraktivierung-im-rahmen-komplexer-lernaufgaben-ueberlegungen-zur-integration-des-flipped-classroom-konzeptes-in-einen-modernen-fremdsprachenunterricht/
  5.  Wenn Lehrer ausflippen“   Quelle: didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen, Ausgabe 2/2017, S. 4 – 7, www.didacta-magazin.de – Text: Tina Sprung http://flipyourclass.christian-spannagel.de/wp-content/uploads/2017/05/pgTitelthema_4-7.pdf
  6. Einführung in die Arbeit von LernvideosDie Arbeit mit Lernvideos muss eingeführt werden, SchülerInnen sind meistens zunächst überrumpelt, wenn sie sich zum ersten Mal mithilfe eines Lernvideos neue Inhalte erschließen sollen.“ in https://modernlanguageteaching.com/2017/05/08/einfuhrung-in-die-arbeit-von-lernvideos/
  7. Nicht flippig genug, Veröffentlicht: Freitag, Juni 16, 2017 in FlippedClassroom, Gastbeitrag: https://cspannagel.wordpress.com/2017/06/16/nicht-flippig-genug/
  8.   Prezi: “ Umgedrehter Unterricht / Flipped Classroom – was, warum, wie?von Katrin Krause (8. August 2016)
  9. Vorneweg geflippt Eva Birger (GI – Israel) (positive Sicht auf die Methode im DaF-Bereich)
  10. Deutsch lernen mit YouTube (Empfehlungen)

Im Fokus: classroomscreen.com


In der kommenden Woche wird in Zagreb ein Workshop zum Thema Classroom Management (mit Schwerpunkt DaF) stattfinden. Das war für mich ein Grund, auf die Suche nach digitalen Tools zu gehen, die die Arbeit im Klassenraum erleichtern. Auf Twitter bin ich fündig geworden:

Dieses schicke Tool ist einfach zubedienen, bietet viele Funktionen für die Organisation des Unterrichts und sieht gut aus. Man braucht dazu Beamer, Laptop mit Internet und Browser oder nutzt es auf dem Interaktiven Whiteboard, wo es zwar auch ähnliche Funktionen gibt, aber mit classroomscreen ist die Bedienung kinderleicht.

Hier einige Screenshots mit kurzen Erklärungen:

  1. Die classroomscreen Funktionen findet man nach dem Öffnen der Seite unten aufgereit.

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2. Falls die Sprache noch nicht automatisch erkannt wurde oder eine andere gewünscht ist, kann man diese hier auswählen und einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

3. Wer möchte, kann je nach Geschmack den Hintergrund ändern.classroom02

4. Eine starke Funktion ist der schnelle QR-Code-Generator. Einfach die gewünschte Adresse eingeben und ein QR-Code wird erstellt, den die Schüler oder die Teilnehmer einer Fortbildung nutzen können.

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5. Natürlich kann man mehrere Felder auf einmal anzeigen lassen. Wie eine Tafel funktioniert die Text-Funktion, nur dass dadurch jede Schrift lesbar, farblich hervorgehoben, formatiert wird und noch vieles mehr. Auch Smilys lassen sich einfügen.

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6. Sozialformen oder Aktivitäten können schnell durch bestimmte Icons angezeigt werden.

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7. Insgesamt ist sehr viel Platz auf einem „Fenster“ (einer Tafel). Die Anzeige ist einfach, übersichtlich und lässt sich schnell verändern.

Dadurch können im Klassenraum klar strukturierte Rituale vermittelt und genutzt werden. Zusätzlich wird der „Lehrerkopf“ frei für andere wichtige Sachen.

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Diese Anwendung eignet sich natürlich auch für Lehrerworkshops, so kann man zum Beispiel das Thema Rituale im Unterricht reflektieren oder einfach die eigene Fortbildung strukturieren.

Ab jetzt wird es ein Teil meines Seminarraum Management. 😉 Hier noch einmal die Adresse der Seite:

http://www.classroomscreen.com/

Und hier ein Schaubild von mir, das die wichtigsten Eigenschaften erklärt:
//www.thinglink.com/card/1095689537536917507

Im Fokus: Learning-Snacks


Natürlich fragt man sich beim Lesen der Überschrift, was denn Learning-Snacks sind. Lern-Snacks? Etwas zum Thema Ernährung? Lernen über das Essen? Die Betreiber der Seite beschreiben ihr Angebot als „kleine, leichtverdauliche Wissenshäppchen“. Diese Häppchen eignen sich nicht nur für das formelle Lernen (Schule, Fortbildung), sondern bieten die Möglichkeit zum  informellen Lernen (zuhause oder unterwegs). Schwerer zu beschreiben ist die Eigenschaft „leichtverdaulich“. Diese bezieht sich auf die Quantität der dargebotenen Lerninhalte, was sie aber über den Inhalt (Schwierigkeitsgrad) aussagt, bleibt offen.

Im Unterricht eignen sich die Häppchen insbesondere für binnendifferenziertes Vorgehen. Schüler, die besonders schnell eine Aufgabe lösen, können mit den motivierend gestalteten Snacks belohnt werden, andere hingegen können zusätzliche Übungen in einer für Schüler ansprechenden Form erhalten. Snacks eignen sich auch sehr gut für Stationenlernen und Hausaufgaben. Da sie sehr einfach zu erstellen sind, können Schüler Aufgaben und Übungen für andere Schüler produzieren oder eigene Präsentationen mit einer selbst konzipierten (Snack-)Wiederholung abrunden. Das Design erinnert an WhatsApp-Dialoge, ist übersichtlich, ohne Werbung oder anderen Dingen, die ablenken.

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Hier ein Beispiel, das ich zum Thema Redewendungen (B1) erstellt habe: https://www.learningsnacks.de/share/2989/

So einfach geht es:

Auch für die Fortbildung eignen sich Snacks. Hier sind sie als Zusammenfassung von Präsentationen, in der Input-Phase, zum Beispiel an einer Station, oder in der Anwendungsphase denkbar. Zum Thema „Wortwolken im DaF-Unterricht“ habe ich versucht, auch die Simulationsphase mit Learning Snacks zu gestalten. Meiner Meinung nach ist mein Snack etwas zu lang geraten:

https://www.learningsnacks.de/embed/2983/©landeskunde

Kritisch möchte ich bemerken, dass die Auswahl an Übungsformen etwas beschränkt ist. Es sind nur Multiple Choice Abfragen möglich. Hier ein Beispiel:

learningapp2

Auch über die Möglichkeit externe Anwendungen einbetten zu können, würde ich mich freuen. Hier ein kleiner Test:

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Insgesamt ein kleines, leicht zu bedienendes, übersichtliches Tool (KISS-Prinzip) mit didaktischem Mehrwert insbesondere für das informelle Lernen.

Links:

 

Rückblick: Studientage Deutsch zur Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts


Auch wenn die Studientage nun schon seit einer Woche der Vergangenheit angehören, möchte ich noch einmal auf sie zurück kommen. Rückblickend kann man sagen, dass die Veranstaltung „Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts“ mit dem Thema „Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?“ ein großer Erfolg war. An drei Tagen trafen sich über 140 kroatische Lehrer aus Grund- und „Mittelschulen“ (hier Gymnasien und Berufsschulen) und besuchten Vorträge, Seminare und Workshops, die zum großen Teil parallel organisiert wurden. Die Teilnehmer kamen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen zu den Studientagen. Die meisten wollten sich über das Thema informieren lassen, nur wenige hatten bis jetzt digitale Medien im Unterricht eingesetzt.

Zu den Workshops

Axel Krommer
Axel Krommer

Professor Dr. Jörg Roche von der LMU berichtete über lernpsychologische und interkulturelle Aspekte der digitalen Medien im Unterricht. Axel Krommer zeigte wieder sehr praxisnah seine Vorstellungen von der „Demokratisierung des Beamers“ und Einsatzszenarien von Flipped Classroom (auch „Umgedrehter Unterricht“ genannt) im Fremdsprachenunterricht. Die Teilnehmer konnten ihr erworbenes Wissen gleich anwenden und so sind erste Videos für eigene DaF-Stunden entstanden.

Das folgende Bild am Eingang des Saals des GI Zagreb hat Axel besonders gefreut, 😉 hatte aber bei der Umsetzung seiner Ideen keine Rolle gespielt.

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Es zeigt aber ein grundlegendes Problem, vor dem nicht nur kroatische Schulen stehen. Der Umgang mit dem Handy war das mit am meisten kontrovers geführte Thema der Veranstaltung. Für mich ein „Nebenschauplatz“ der aktuellen Diskussion zu digitalen Medien an Schulen, aber das Thema scheint nicht nur in Deutschland die Gemüter zu erhitzen. Aufgabenorientierung und digitale Medien Aus dem Impulsvortrag von Axel möchte ich ein Problem hervorheben, das besonders im Fremdsprachenunterricht kontrovers diskutiert wird. In einem Video unterlegt er ein beliebtes Educational Application (hier LearningApp) mit dem Original-Kommentar Skinners aus dem Jahr 1954. http://youtu.be/SYzcCJ0SMBQ Damit macht er in anschaulicher Weise auf die Problematik des sinnvollen Einsatzes digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht aufmerksam. In der Zeit, wo Fremdsprachenunterricht aufgabenorientiert gedacht wird, sollten digitale Medien auch dazu dienen. Natürlich kann man einwenden, dass für bestimmte Übungsphasen, der Einsatz von Einsetzübungen o.ä. in elektronischer Form sinnvoll sein können. Aber die Beliebtheit dieser Online-Übungsformen bei Lehrern lassen vermuten, dass die Unterrichtsrealität eine andere ist. In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Sätze zitieren, die dieses Problem plastisch darstellt:

„Wenn du willst, dass deine Lerner lernen, grammatische Endungen in Lücken einzufüllen, dann bring ihnen bei, grammatische Endungen in Lücken einzufüllen.“ „Wenn du willst, dass sie lernen, sinnvolle Dinge auf Deutsch zu sagen und zu schreiben, bringen ihnen bei, sinnvolle Dinge auf Deutsch zu sagen.“

(Leider konnte ich nicht herausfinden, von wem das Zitat stammt.)

Weitere Workshops

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Thomas Strasser

Eine Bereicherung der Studientage war ein Gast aus Wien, der leider nur am ersten Tag teilnehmen konnte. Thomas Strasser zeigte selbst umgesetzte Beispiele aus der Unterrichtspraxis, die von den meisten Kollegen als sofort umsetzbar und sinnvoll einsetzbar (ein)geschätzt wurden. Seine Präsentation findet man hier: www.learning-reloaded.com/presentations Wir hoffen, dass es nicht sein letzter Besuch in Zagreb war.

Hier seine aktuelle Präsentation mit vielen Folien, die auch schon in Zagreb zu sehen waren:

Auch ich habe zwei Workshops durchgeführt. Die Planung und Dokumentation findet man im DaF-Wiki: • Wiki im Fremdsprachenunterricht – Möglichkeiten und Grenzen Wordle & Co Unterrichtsideen für den Fremdsprachenunterricht

Digitale Medien im Fremdsprachenunterricht

Podiumsdiskussion zum Abschluss der Studientage
Podiumsdiskussion zum Abschluss der Studientage

Abgeschlossen wurden die Studientage durch eine Podiumsdiskussion zum Leitthema der Veranstaltung „Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?“ Dabei wurde deutlich, dass eine große Verunsicherung unter den Lehrern herrscht, was den Einsatz digitaler Medien in der Schule angeht. Diese Verunsicherung ist rechtlicher Art, beruht auf persönliche Vorbehalte dem Thema gegenüber, hat ihre Gründe in der Angst vor Kontrollverlust, vor unzureichendem Wissen oder Können auf der eigenen Seite und dem Vorsprung auf dem Gebiet, den scheinbar die Schülerinnen und Schüler besitzen. Was fehlt ist ein sicherer „bildungspolitischer Rahmen“ in dem sich die Lehrer bewegen können, sind methodische Konzepte, die in der Lehreraus und –weiterbildung vermittelt werden müssten und natürlich die technische Ausstattung der Schulen.

Ich bin mir sicher, dass die Zukunft zeigen wird, dass diejenigen Lehrer, die heute guten Fremdsprachenunterricht machen, lerner- und aufgabenorientiert arbeiten und ihre Schüler für das Lernen begeistern können, dies auch mit digitalen Medien tun werden. Dass digitale Medien die Schule verändern wird, ist voraussehbar. Nur haben noch nicht alle in der Gesellschaft erkannt, dass die Zukunft bereits begonnen hat.

Wie viel Internet und Digitalisierung braucht der Fremdsprachenunterricht?


Dies ist das Thema der diesjährigen Studientage Deutsch des Goethe-Instituts Kroatien. Die Veranstaltung findet vom 19.3. – 21.3.2015 am Goethe-Institut Kroatien in Zagreb statt.

Hier gibt es weitere Hinweise und Informationen zur Anmeldung: Link

Als Referenten nehmen teil:
Prof. Dr. Jörg Roche, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Axel Krommer, Universität Erlangen-Nürnberg
Mag. Dr. Thomas Strasser, Pädagogische Hochschule Wien
Doc. Dr.sc. Damir Velički, Lehrerfakultät in Zagreb
Ralf Klötzke, Goethe-Institut Kroatien
Prof. Dr. sc. Milan Matijević, Lehrerfakultät in Zagreb

Broschüre der Veranstaltung als PDF

Hier das Plakat der Veranstaltung:

Plakat_Studientage

Wir freuen uns auf euer Besuch, nicht nur aus Kroatien.

Video-Tutorials von Schülern für Schüler (Grafik- und Bildbeschreibung, B1)


Auf PASCH-Global, der internationalen Online-Schülerzeitung der PASCH-Initiative bin ich auf zwei Video-Tutorials von Schülern für Schüler gestoßen.  Themen sind „Wie beschreibt man eine Grafik? (B1+) und – Bildbeschreibung (B1). Ich finde sie sehr professionell gemacht. Die Sprecher sind augenscheinlich Muttersprachler, Schüler der spanischen Schule IES Poeta García Gutierrez (Schulporträt auf PASCH-net).

Ein gutes Beispiel für digitale Anwendung der Methode Lernen durch Lehren und für die Wiederholung der beschriebenen Fertigkeiten. Natürlich wäre es besser, die Präsentation noch durch Arbeitsblätter und Übungen zu ergänzen.

Wie beschreibt man eine Grafik?

(Wurde leider entfernt.)

Wie beschreibt man ein Bild?

Übungsgeneratoren für kostenlose interaktive Übungen


Hier für die kommende Fortbildung (2014) eine kleine Sammlung  von Übungsgeneratoren, mit denen man kostenlos interaktive Übungen selbst erstellen kann und die im Internet oder mit dem Interaktiven Whiteboard gelöst werden können.

LearningApps

http://learningapps.org/

Mit LearningApps kann man digitale, interaktive und multimediale Lernbausteine selbst gestalten und schon fertige Übungen anderer Lehrer nutzen. Ein großer Teil der angebotenen Bausteine können auch direkt auf Smartphones und Tablets wie iPads verwendet werden. Die Übungen lassen sich schnell und unkompliziert in andere Seiten wie zum Beispiel in Wikis einbetten. Es ist auch möglich die Lernbausteine in SCORM-Form zu speichern und auf eine Lernplattform (Moodle) einzubinden.
Zum Erstellen von eigenen Aufgaben gibt es verschiedene Vorlagen. In einem Formular wählen Sie einfach aus welches Video oder welcher Text, oder welches Bild angezeigt werden soll.

Beispiele und Videos:

LearningApps: Geeignete Vorlagen für DaF (Auswahlübungen)

Auswahl Quiz

Klassische Multiple-Choice Aufgaben mit multimedialen Inhalten, wobei mehrere Antworten richtig sein können. Verwenden Sie die Volage Multiple-Choice Quiz wenn immer nur genau eine Antwort richtig ist.

Markieren im Text

In einem Text sollen bestimmte Wörter markiert werden.

Millionenspiel

Beantworten Sie Fragen in ansteigendem Schwierigkeitsgrad.

Beispiel:

Multiple-Choice Quiz

Klassische Multiple-Choice Aufgaben mit multimedialen Inhalten und jeweils genau einer richtigen Antwort.

Wortgitter

Wörter in einem Gitter aus Buchstaben suchen.

LearningApps: Geeignete Vorlagen für DaF (Zuordnungsübungen)

Gruppen-Puzzle In einem Puzzle sollen Begriffe verschiedenen Begriffsgruppen zugeordnet werden. Jeder erfolgreich zugeordnete Begriff legt ein Teil des darunter liegenden Bildes oder Videos frei.

Gruppenzuordnung

Mit dieser Vorlage können 2-4 Gruppen erstellt werden, zu denen dann Elemente zugeordnet werden müssen

Memory Spiel (Text/Bild)

Klassisches Memory-Spiel mit Texten und Bildern.

Paare zuordnen

Mit dieser Vorlage müssen Texte, Bilder, Audios oder Videos paarweise zugeordnet werden.

Zuordnung auf Bildern

Mit dieser Vorlage müssen Texte, Bilder, Audios oder Videos paarweise den Markierungen auf einem Bild zugeordnet werden.

Zuordnungsgitter

Die Kärtchen im Gitter müssen paarweise zugeordnet werden. Die Kärtchen oben per drag und drop nach unten ziehen.

Zuordnungstabelle

Kärtchen aus einer Liste müssen in eine Tabelle mit maximal fünf Spalten richtig eingeordnet werden.

LearningApps: Geeignete Vorlagen für DaF (Sequenzübungen)

Reihenfolge finden

Kärtchen in eine richtige Reihenfolge bringen mit Drag und Drop.

Beispiel für DaF:

Sequenz bzw. Ordnung

Mit dieser Vorlage müssen Texte, Bilder, Audios oder Videos in eine richtige Reihenfolge gebracht werden.

Beispiel:

Und:

LearningApps: Geeignete Vorlagen für DaF (Schreibübungen)

Kreuzworträtsel

Klassisches Kreuzworträtsel erstellen.

Lückentext

Klassische Lückentexte wahlweise mit Auswahl oder mit Eingabe.

Wo liegt was?

Bei diesem Spiel für 2-3 Spieler müssen Orte auf einem Spielfeld möglichst genau getroffen werden. Die Spielfragen können selbst definiert werden.

Twitter schließt Posterous – Was wird aus den Daten?


Schade, denn ich habe den Dienst gerne für Fortbildungen und Schülerworkshops genutzt. Mit diesem Tool konnte man unkompliziert u.a. Dokumente und Einbettungen per E-Mail in einem Blog sammeln. Nun ist damit zum 30. April Schluss.

Viele werden sich fragen, was aus den Daten wird. Diese können in den kommenden Wochen gesichert werden. Eine Anleitung zur Sicherung findet man hier: So rettest du deine Posterous-Beiträge

Als Alternativen nennt der Artikel  tumblr und natürlich WordPress.

Warum ZUM?


Was ist das eigentlich – ZUM?

Eine kurze Erklärung bietet folgender Film von Lutz Berger (http://www.lutzland.de)

Den vorgebrachten Begründungen, warum man in der ZUM ist, kann ich  aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Die „Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.“ (ZUM Internet e. V., ZUM, ZUM.de) gibt es seit 1997 unter der Adresse www.zum.de. Im DaF-Bereich gibt es seit längerer Zeit eine Reihe von erfolgreichen Projekten:

Die DaF-Seiten im ZUM-Wiki

Das DSD-Wiki (seit dem 23. April 2008 in der ZUM-Family)

Das Wiki Deutsch-Online und das sich im Aufbau befindende DaF-Wiki.

Da stellt sich nur noch die eine Frage: Warum bist du noch nicht in der ZUM? 😉

Weitere Links der ZUM:

in anderen Netzwerken

Wer wissen möchte, wie groß bereits die Wiki-Family ist, wird hier mehr darüber erfahren: Wikis auf ZUM.de