Schenken macht glücklich

Wirklich?

Ein sehr schöner Text zu diesem Thema findet sich auf den Seiten der Deutschen Welle: „Ich schenke, also bin ich“ Hier wird der Berliner Soziologe Friedrich Rost zitiert, der meint, dass das Schenken in der Tat kein egoistischer Akt sei:

Es ist nichts, was nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Es ist allein auf den Anderen ausgerichtet. Ihn hat man beim Schenken im Blick, denn ihm will man ja eine Freude machen. Schenken solle schließlich „Glückshormone ausschütten, von denen beide was haben“.

Interessant die Einschätzung aus Sicht der Ökonomen:

Hier einige Fakten:

  • jeder Deutsche gibt im Schnitt circa 700 Euro für das Weihnachtsfest aus
  • Die Summe aller Fehlkäufe beläuft sich auf 70 Milliarden Euro
  • Wer irrt sich am meisten bei der Auswahl der Geschenk? – Schwiegereltern, dicht gefolgt von Großeltern, Tanten, Geschwistern und Eltern

Ist Schenken also „ökonomischer Irrsinn“?

Am Ende bleibt die Erkenntnis: „Die besten Geschenke kann man nicht kaufen“

Ein schönes Diskussionsthema nicht nur zur Weihnachtszeit.

Ergänzung: Leider fand ich jetzt erst zwei weitere interessante Text zu diesem Thema. Der hier schon erwähnte ZEIT-Online Weihnachtskalender bracht im 10. Türchen genau den gleichen Titel nur als Frage formuliert: Macht schenken glücklich? Hier setzt man sich auch mit dem Problem auseinander, dass Schenken oft auf eine Gegenleistung abziehlt:

Der verstorbene französische Ethnologe Marcel Mauss beschäftigte sich mit dem Phänomen. So fand er bei den Maori ein Wort, dass die ganze Problematik des Schenkens zusammenfasst: Hau – der Geist in den Dingen. Wenn wir ein Geschenk bekommen, wohnt darin dieser Geist, der uns an den Schenkenden bindet. Man wird ihn nur los, in dem man ihm ebenfalls etwas schenkt.

Die Seite www.lifeline.de geht auch der Frage nach, warum wir etwas schenken. Hier finden sich 8 Erklärungsansätze. Unter anderem erwähnt sie das Problem, dass auch Macht, Einfluss und Status des Schenkenden oder des Beschenkten definieren.:

Ein teures Geschenk soll beispielsweise ein gutes Licht auf den Schenkenden werfen, kann den Beschenkten aber unangenehm berühren oder gar beschämen, weil er sich vielleicht nicht adäquat revanchieren kann.

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Veröffentlicht in DaF

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