Bund der Vertriebenen

Als dieses Thema im Unterricht angesprochen wurde, fiel mir auf, dass dies relativ selten passiert. Auch in DaF-Lehrwerken ist es kaum präsent. Warum? In der öffentlichen Diskussion Deutschlands dagegen spielt das Thema eine wichtige Rolle. Passt es vielleicht nicht in das offizielle Deutschlandbild, das man vermitteln möchte oder stecken einfach ökonomische Interessen dahinter, weil die Schulbuchverlage ihre Lehrwerke auch in Osteuropa verkaufen wollen?

In den letzten Wochen wurde viel über den Bund der Vertriebenen und deren Präsidentin diskutiert. Ein heikles Thema, besonders in den Beziehungen zu Polen. Nach langem Streit verzichtete im März der Bund der Vertriebenen auf die Nominierung seiner Präsidentin Steinbach für den Stiftungsrat des geplanten Vertriebenenzentrums. Der Posten bleibt unbesetzt.

Man werde die Position «demonstrativ unbesetzt lassen», um deutlich zu machen, dass sich das Präsidium «sein originäres Besetzungsrecht von niemandem vorschreiben lässt – weder von der SPD noch von sonst jemandem», hieß es in der Erklärung.

Aus: Netzzeitung

Das Problem wird uns also in Zukunft weiter begleiten. Ein Tabu-Thema im DaF-Unterricht? Das muss es nicht sein. Es gibt im Internet genügend Material, um sich von allen Seiten dem Problem zu nähern, auch wenn es manchmal schwer fällt, alles und alle zu verstehen. Ich habe daher hier einige Informationen zusammengestellt. Natürlich eignet sich die Problematik auch als DSD-C1-Thema.

Folgende Zitate stammen aus der Wikipedia.

Der Bund der Vertriebenen (BdV) ist der Dachverband der deutschen Vertriebenenverbände in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Er erhebt den Anspruch, die Interessen der von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung betroffenen Deutschen, unabhängig von einer Mitgliedschaft, wahrzunehmen. Präsidentin des BdV ist seit 1998 die Politikerin Erika Steinbach (CDU).

Die Deutsche Welle berichtet:

Die Extra 3 Satire vom 11.9.2008 zeigt ein Treffen des Bundes der Vertriebenen 2008.

Der Bund der Vertriebenen wird staatlich gefördert, weil an der Erfüllung seiner Aufgaben ein Bundesinteresse besteht. Zu diesen Aufgaben gehören die Integration der Aussiedler und Spätaussiedler, die soziale und kulturelle Unterstützung der deutschen Volksgruppen und Minderheiten, die Verständigung und Zusammenarbeit mit den Nachbarvölkern und die Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge als Teil des deutschen und europäischen Erbes. Die Bundesregierung bedient sich hierzu auch der Einrichtungen der Vertriebenenverbände.

Siehe auch:

Und hier eine Statistik:

Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik „Gehört Ihre Familie zu den Vertriebenen, also zu Familien, die durch den Zweiten Weltkrieg ihre ursprüngliche Heimat verloren haben und woanders hinziehen mußten?“

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