Deutsche lästern gern

Klatschweiber und der Teufel (Holzschnitt von Hans Weiditz Anfang 16.Jh.)
Klatschweiber und der Teufel (Holzschnitt von Hans Weiditz Anfang 16.Jh.)

„lästern“

Bedeutungen auf Wiktionary:

[1] veraltet: durch verächtliches Gerede beleidigen (insbesondere Gott, etwas Heiliges)
[2] etwas oder jemanden hinter seinem Rücken schlechtreden; boshafte, gehässige Kritik äußern

Herkunft:

das Laster; mittelhochdeutsch lestern „schmähen“

Synonyme:

[1] „blasphemieren , schmähen
[2] herziehen, klatschen, kritisieren, spotten

„Klatsch ist eine Form der gesellschaftlichen Unterhaltung, bei der absichtsvoll Informationen über nicht anwesende Personen ausgetauscht werden. Neben der Bedeutung ‚trivial‘ steht Klatsch aber auch ausdrücklich für ‚Gerücht‘, also Unbelegbares, bis hin zu beabsichtigt Falsches. Dies unterscheidet ihn vom Tratsch, der eher zielloses Schwatzen und Erzählen bezeichnet. (Daher auch das unterscheidende „und“ in der Redensart „Klatsch und Tratsch“.)“

aus: http://de.wikipedia.org

Jeder sechste Deutsche zerreißt sich bevorzugt über Nachbarn und Arbeitskollegen (jeweils 16 Prozent) das Maul. Das ist das Ergebnis einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins Reader`s Digest

Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik „Über wen aus Ihrem persönlichen Umfeld lästern Sie am liebsten?“

Jeder Zweite lästert selten oder nie. Die andere Bevölkerungshälfte verfügt über ein teilweise deutlich loseres Mundwerk. Elf Prozent der Deutschen lästern täglich, 15 Prozent mehrmals in der Woche und weitere 18 Prozent mindestens einmal wöchentlich.

aus: Statista.de

Eine Erklärung, warum die Menschen gerne lästern, liefert eine Studie der Universität im schottischen St. Andrews:

Da Menschen als sozial lebende Spezies extrem von anderen Menschen abhängen, benötigen sie so viele Informationen wie möglich über deren Verhalten und soziale Stellung – und genau solche Informationen liefern Klatschgeschichten, erklären die Forscher diese Vorliebe.

aus: Studie: Tratsch bleib besser im Gedächtnis als sachliche Informationen

Sprachbar der Deutschen Welle (09.05.2007) Kaffeeklatsch

Zu jedem guten Kaffeeklatsch gehört der Austausch über Entwicklungen in den jeweiligen Familien, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. Hier wird jedoch kein oder mit Kaffee geklatscht. Klatschen hat neben der Bedeutung der Beifallsbezeugung auch die des Tratschens oder des Über-Jemanden-Herziehens. Beim Kaffeeklatsch bleibt es also nicht unbedingt nur beim Informationsaustausch, sondern es wird durchaus gelästert und „durch den Kakao gezogen“. Denn was wäre ein Kaffeeklatsch ohne Tratsch?

Audio zum Thema

Audio: Sprachbar: Kaffeeklatsch – die Folge hören (MP3

Ein Thema das viele Lerner bewegt. Über was wird gelästert und warum – darüber könnten interessante Stundendiskussionen entstehen.

Gibt es vielleicht interkulturelle Unterschiede?

Vielleicht hat jemand Lust und möchte mit seiner Klasse/Guppe darüber diskutieren. Meine Schüler wären über einen Austausch sehr froh. Wenn ihr Interesse habt, schreibt bitte hier einen Kommentar.

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