„Die Vermessung der Lese-Welt“

Zum ersten Mal seit acht Jahren hat die Stiftung Lesen das Leseverhalten der Deutschen umfassend untersucht. Dabei geht die Studie (veröffentlicht am 4.12.08) auch auf das Lesen am Bildschirm ein:

„Lesen am Bildschirm ist im Alltag angekommen – dennoch möchte die Mehrheit nicht auf
gedruckte Bücher verzichten.“

Das Argument, der Computer (bzw. das Internet) fungiere als „Zerstörer der Lesekultur“ trifft laut Studie nicht zu. (dazu auch interessant: Lesen am Bildschirm/SZ 22.09.2008)

Sie dokumentiert  einige negative Tendenzen, so das generelle „Verschwinden des klassischen Gelegenheitslesers mit einem bis vier gelesenen Büchern im Monat“ und das erschreckende Ergebnis, dass „45 Prozent der 14- bis 19-Jährigen erklären, dass sie als Kind nie ein Buch geschenkt bekamen.“

Interessant die Einteilung in 6 „Lese-Typen“, die man sich auch als Grafik herunterladen kann:

80,2 KB
  • „Leseabstinenten“ zählen 25 Prozent – für sie ist Lesen mühevoll
  • 24 Prozent haben als „Lesefreunde“ eine hohe emotionale Wertschätzung des Lese-Erlebnisses.
  • 20 Prozent sind „informationsaffine“ Leser.
  • 12 Prozent zählen zu den sowohl Computern als auch einem „schön gestalteten Buch“ gegenüber aufgeschlossenen „Vielmediennutzern“
  • 11 Prozent ziehen als „elektronikaffine Mediennutzern“, Computer gegenüber Büchern vor.
  • 8 Prozent sind „Medienabstinente“: Sie halten alle Medien für „Ballast“.

Es ist das ideale Thema für die Vorbereitung auf das DSD-C1. Die Grafik ist nicht für eine Beschreibung gut geeignet, man könnte hier auch individuelle „Lese-Typen-Geschichten“ erstellen und nach gesellschaftlichen Gründen für diese Entwicklung forschen lassen.

Die gesamte Studie findet man hier als PDF :

Studie: „Lesen in Deutschland 2008“ 2,0 MB

Auf die Studie aufmerksam geworden, bin ich durch die 3sat Sendung: scobel-leselust. Auf der Internetseite findet sich auch eine gute Zusammenfassung der Problematik:

10 Dinge übers Lesen

Weitere externe Links zu diesem Thema:

Wer viel im Netz surft, liest auch mehr Bücher und umgekehrt.

Polarisierung der Leserschaft (nimmt zu)

Die „gefühlte“ Lesehäufigkeit nimmt ab

Während jeder zweite Vielleser täglich oder fast täglich ins Internet geht, tut dies unter den Nichtlesern nur jeder Vierte.

Kinder aus ländlichen Regionen lesen mit durchschnittlich 16 Büchern deutlich mehr als Kinder aus mittelgroßen Städten (13 Bücher) und Großstadtkinder (12 Bücher).

Artikel im „landeskunde“-Blog

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