DaF und Urheberrecht

Viele gute Seiten verschwinden aus dem Netz. Trauriges Beispiel: die Landeskundeseiten der Universität Mainz (MELK)

„Die MELK-Einheiten sind am 5. 2. 07 aus dem Netz genommen worden. Es ist mit der Rechtsabteilung der Universität zu klären, wie weiter verfahren werden kann, um keine Copyrights zu verletzen.“

Zitat aus: Mainzer Einheiten zur Landes- und Kulturkunde

Nun sind schon 9 Monate ins Land gezogen und es ist wirklich schade, dass noch keine positive Entscheidung getroffen wurde.

Alle sprechen von E-Learning, aber die Rechtsunsicherheit in Fragen des Urheberrechts ist ein wichtiger Punkt, warum viele Lehrer keine Lust haben, sich dafür zu engagieren. Wer will sich schon für sein Engagement strafbar machen?

Doch gerade im Fremdsprachenlernen ist der Umgang mit fremden Texten wichtig. (Ich spreche hier nicht von Plagiaten, die Schüler für eine „schnelle Zensur“ im Internet zusammensuchen und als eigene Arbeiten präsentieren.) Die Arbeit in den Wikis (Landeskunde und DSD ) sind davon besonders betroffen. Die ständige Kontrolle der Schülerprojekte nach eventuellen Urheberrechtsverstößen lenkt von der eigentlichen Arbeit ab, ihre Sprachkompetenz zu entwickeln und sie in ihrer Sprachanwendung zu stärken.

Zu diesem Problem habe einen längeren Artikel im DSD-Wiki verfasst. Die Seite Materialien versucht die aktuelle Rechtssituation zu beschreiben und zeigt alternative Inhalte, die explizit zur Verwendung freigegeben sind. Die Seite existiert schon seit Juni und wurde eingerichtet, um Materialien für die Prüfungsvorbereitung auf die DSD C1-Prüfung zu sammeln. Die aktuelle Situation macht es aber unmöglich LV und HV Aufgaben, die auf Texten aus dem Internet aufbauen, zu veröffentlichen bzw. auszutauschen.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang folgende Meldung, die auf bessere Zeiten hoffen lässt:

„Das EU-Parlament in Straßburg hat sich heute in erster Lesung mehrheitlich für eine EU-Richtlinie zu strafrechtlichen Sanktionen zum Schutz geistigen Eigentums (IPRED2) ausgesprochen. Allerdings wurde der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag in mehreren Punkten zurückgestutzt. Urheberrechtsverletzungen, die im persönlichen und nicht auf Gewinn abzielenden Bereich vorkommen, wurden beispielsweise von Strafrechtssanktionen ausgeschlossen.“ Zitat aus:heise online 25.04.2007 15:52

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