Aktuelle Infografiken zum Thema “Jugend 2010″


In der aktuellen Shell-Jugendstudie “Jugend 2010″ finden sich eine Reihe Infografiken, die sich sehr gut für das DSD-Thema und die Vorbereitung auf die schriftliche DSD-Prüfung eignen. Hier eine Auswahl:

Präsentation der 16. Shell Jugendstudie „Jugend 2010“


Terminhinweis: Präsentation der 16. Shell Jugendstudie „Jugend 2010“ am 14. September um 12 Uhr in der Bundespressekonferenz in Berlin

Die Seite der Studie: hier

Hier eine weitere aktuelle Jugendstudie:

24 Infografiken zeigen, wie die deutsche Demokratie funktioniert.


Man findet selten kompakt so nützliche Materialien für  den Landeskunde-Unterricht. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb bietet seit dem 24.02.2010 “24 x Deutschland” in Form von Infografiken an. Die Grafiken stehen als PDF zum Download bereit und hervorzuheben ist:  Alle Infografiken und Texte stehen unter der Creative-Commons-Lizenz by-nc-nd/3.0/de zur Verfügung, können also mit geringen Einschränkungen auch im Internet  weiter verwendet werden.

Neben den 24 Infografiken im PDF-Format stehen auch ergänzende Texte zur Verfügung, die im Unterricht leicht angepasst werden können.

Themen sind u.a.:

Den Tipp habe ich gefunden bei:
http://www.teachersnews.net

Karneval in der Zeit des Faschismus


Auch in diesem Jahr darf ein Beitrag zum Thema Fasching/Fastnacht/Karneval in Deutschland nicht fehlen. Diesmal möchte ich aus aktuellem Anlass auf ein geschichtliches Thema verweisen. Wie feierte man im “Dritten Reich” die närrischen Tage?

Carl Dietmar und Marcus Leifeld haben diese Frage untersucht und in ihrem Buch “Alaaf und Heil Hitler. Karneval im Dritten Reich”. (Herbig, München 2010. 224 S., 24,95 Euro) veröffentlicht. In der taz findet man Ergebnisse dieser Recherche. Hier einige Auszüge:

Nicht nur drängte die NSDAP massiv darauf, den Frohsinn zu vereinnahmen und organisatorisch in die eigenen Hände zu bekommen. Viele der Spaßmacher beeilten sich in vorauseilendem Gehorsam, ihre schalen Witze den neuen Machthabern dienlich zu machen.

Auch gab es vereinzelt Beispiele für karnevalistischen Ungehorsam:

Der begnadete kölsche Büttenredner Karl Küpper wagte es etwa, den Hitlergruß zu verspotten: Er hob, am Rand der Bütt hockend, den rechten Arm zum Gruße, nur um das Publikum zu fragen: “Is et am rähne?” (regnet es?).  Küpper erhielt unter anderem wegen “Verächtlichmachung des Deutschen Grußes” ein lebenslängliches Redeverbot.

Leo Statz, Präsident der Düsseldorfer Karnevalsvereine und Anhänger der katholischen Zentrum-Partei, bekam wegen unbotmäßigem Verhalten eine eigene Akte bei der Gestapo und bezahlte seine Unangepasstheit schließlich mit dem Leben. Weil Statz 1943 in betrunkenem Zustand am Endsieg zweifelte, verurteilte ihn der Berliner Volksgerichtshof zum Tode.

Interessant auch folgende Aussage von Marcus Leifeld über den Einfluss der NS-Propaganda

WELT ONLINE: Dass Hitler die Psychologie der Masse für seine NS-Propaganda nutzte, ist bekannt. Aber konnte man auch die wirr durcheinanderwuselnden Menschen am Rosenmontagszug so beeinflussen?

Leifeld: Nein, die Nationalsozialisten haben das wilde Treiben des Straßenkarnevals eher gefürchtet. Deswegen haben sie ihre Symbolik davon ferngehalten. Die Mitglieder des Bundes Deutscher Mädel zum Beispiel durften nicht ihre Uniformen tragen. Aber man findet die Ideologie der Faschisten im organisierten und inszenierten Karneval. In den Umzügen gab es etliche propagandistisch genutzte Wagen. Einer der schlimmsten war sicherlich ein Wagen im Nürnberger Umzug des Jahres 1938. Dort sah man eine Puppe an einem Galgen hängen, die einen Juden darstellte. Überall in den Städten gab es Wagen und Fußgruppen, die „jüdische Devisenschieber“ anprangerten oder die Nürnberger Rassegesetze feierten. Gleichzeitig wurden in der Bütt die nationale Erhebung und die Nationalsozialisten verherrlicht.

Es verwundert nicht, dass mit Kriegsbeginn 1939  alle Karnevalsumzüge in Deutschland untersagt wurden.

Ein spannender Gegenstand für den Landeskundeunterricht, berühren sich doch hier das sonst so “heitere” Thema der Bräuche in deutschsprachigen Ländern mit einem ernsten historischen Problem.

Weitere Links

Weitere Artikel zum Thema Karneval im landeskunde Blog:

    Bussi und Baba – ein kleiner Sprachkurs


    Letztes Wochenende in Graz musste ich wieder feststellen, dass ich nicht alles dort verstehe. (Und man mich auch nicht.) Doch so krass, wie es die Süddeutsche Zeitung in ihrer aktuellen Bildstrecke zu diesem Thema ausdrückt , würde ich es nicht formulieren wollen:

    Österreicher können kein Deutsch

    Kein Wunder, dass Deutsche die Österreicher manchmal nicht ganz verstehen können – sie sprechen eine andere Sprache. Statt Aprikosen sagen die Österreicher Marillen, statt Tomaten Paradeiser, statt Blumenkohl Karfiol, statt von Kartoffeln sprechen sie von Erdäpfeln. In der Metzgerei bestellen sie 20 Deka Wurst, statt 200 Gramm.

    aus: SZ

    Arbeitet man die Bildstrecke durch, bekommt man nicht nur eine kleine Lektion in “Österreichisch” sondern erkennt auch: Österreicher sind irgendwie doch liebenswürdig! :-)

    Link zur Bildstrecke: Darum nerven die Österreicher: “Bussi und Baba”

    Aktuell gibt es auch ein Österreich-Quiz-Dialektquiz und die Lösung: Dialektquiz

    Schreibt eine zweite Strophe für die deutsche Nationalhymne!


    Eine Unterrichtsidee, die mir beim Lesen eines ZEIT-ONLINE Artikels kam. Hier stellt man folgende Fragen zur Diskussion:

    Soll die Bundesrepublik zum 60. Geburtstag eine zweite Strophe für ihre Nationalhymne bekommen? Wäre der Text der DDR-Hymne geeignet?

    Der Vorschlag stammt vom SZ-Autor Heribert Prantl, der zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik die Nationalhymne um eine zweite Strophe ergänzen möchte. Zitat:

    Schon 1990, bei den Verhandlungen zum Einigungsvertrag, hatte Lothar de Maizière, der letzte, der demokratisch gewählte DDR-Ministerpräsident darum gebeten, “Einigkeit und Recht und Freiheit” mit dem “Auferstanden aus Ruinen” zu verbinden”. Aber damals galt im Westen alles als schlecht, was sich mit der DDR verband. Der Westen lehnte brüsk ab, im Gestus: Was wollen wir mit eurer Hymne? Es war der Überheblichkeitsgestus: Ihr könnt froh sein, dass ihr nicht mehr die alten Lieder singen müsst.  aus SZ

    Nun möchte ZEIT-ONLINE darüber eine Debatte führen, ob dies politisch machbar sei. Auch eine Karaoke-Version zur alten Melodie kann man aufzeichnen und als Dateianhang MP3 hochladen.

    Ich würde vorschlagen, ein neue Strophe von unseren Schülern (DaF) schreiben zu lassen. Stellt euch vor, aus der ganzen Welt werden neue Strophen eingesandt, die den unterschiedlichen Blick auf unser Land thematisieren. Die Ergebnisse könnten im Internet gesammelt und kommentiert werden. Also, dann mal los!

    Weitere Links:

    Jugendliche Gewalttäter


    Vor längerer Zeit hatte ich hier im Post Jugendkriminalität – Wie es in Deutschland wirklich aussieht einen Film empfohlen, der dieses Problem ironisch darstellt. Nun ein Film, der nach Ängsten, Ursachen und Lösungen fragt. Gedreht wurde das Video von WatchBerlin in der U-Bahn-Station Hermannplatz. Gefragt wurde, ob man härter gegen die jugendlichen Straftäter vorgehen sollte.

    Zum Thema gibt es auch ein Diagramm auf Statista:

    Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik “Polizeilich ermittelte tatverdächtige Jugendliche von 1993 bis 2007 (in 1.000)”

    Behinderte Schüler in Deutschland


    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wheelchair_easy.gif

    Wieder ein  Thema, das den Schulalltag in Deutschland betrifft und ein wichtiges soziales Problem anspricht: Wie gehen wir mit Behinderten in unserer Gesellschaft um. Von außen betrachtet, könnte man meinen, dass die Bundesrepublik im Umgang mit behinderten Personen eher eine Vorbildfunktion hätte. Jedenfalls sehe ich das so, wenn ich an die Situation denke, die ich in Belarus oder hier in Ungarn kennen lernte oder lerne. Der taz-Artikel Aussortiert und abgesondert-Behinderte Schüler in Deutschland zeichnet ein ganz anderes Bild:

    In Deutschland werden heute nur 15 Prozent der Schüler mit sogenanntem sonderpädagogischen Förderbedarf in die normalen Schulen integriert. 85 Prozent werden in Schulen gesteckt, in denen sie unter sich bleiben – so wie die achtjährige Conny. In den anderen Ländern der Europäischen Union ist das Verhältnis umgekehrt.

    Mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche werden in Deutschland ausgesondert, das ist knapp jeder 20. Schüler. In Italien und Norwegen kommt noch nicht einmal jeder 200. Schüler auf eine Sonderschule. Und es sind nicht nur die Schwerstbehinderten, die Downsyndrom-Kinder, die Querschnittsgelähmten und Autisten oder Gehörlosen, die auf deutschen Sonderschulen landen, sondern auch die Hyperaktiven, die Rechenschwachen, die Aggressiven. Oder einfach nur die Armen und die Ausländerkinder.

    Ist Karneval lustig?


    Das habe ich mich auch schon immer gefragt. Ab B2 würde ich dieses Problem auch im Unterricht diskutieren. Sehr gut passt dazu die aktuelle Umfrage auf Zeit-Online:

    Lachen auf Kommando: Wie lustig ist der deutsche Karneval?

    Millionen feiern am Rosenmontag mit den Umzügen in Köln, Mainz und Düsseldorf den Höhepunkt des Karnevals. Ist das lustig? Wie halten Sie es mit Karneval und Fasching? Diskutieren Sie mit!

    Auf dieser Seite findet man genügend Stoff, um den Lernern ein Stimmungsbild zu präsentieren. Hier einige Ausschnitte – es lohnt sich, die gesamte Diskussion zu verfolgen:

    Nein

    Ich erinnere nur zu gut meine Kindheit im Rheinland. Ich fand es extrem beängstigend, als klitzekleiner Mensch inmitten von Massen betrunkener Erwachsener stehen zu müssen und zu allem Überfluß auch noch mit harten Bonbons beworfen zu werden.

    Wunderbar finde ich allerdings Brauchtum wie das Verbrennen des Nubbels. Der ist nämlich schuld, wenn man pleite ist, schwanger wurde oder sich sonstwie zugrunde gerichtet hat. Und wird als Strohpuppe in der Nacht zu Aschermittwoch öffentlich verbrannt.

    Der ganze Karneval…

    ist doch nur n Anschub für die Spirituosenindustrie!

    Frei nach Heinz Erhardt …

    Auf jeden Fall ist Karneval ein richtig lustig’ Treiben -
    doch hat man keinen Spass daran, da lässt man es halt bleiben.

    Ich halte einfach nichts von

    dieser aufgesetzten Heiterkeit. Desweiteren ist die Musik einfach grausam. Aber es muss ja niemand hingehen…

    Ging mir früher genauso,

    obwohl ich in Köln geboren bin. Sie dürfen den Kölner Karneval nur nicht mit organisierten Sitzungen verwechseln,
    die in den Medien präsentiert werden.
    Das hat mit unserer Mentalität wenig zu tun, was dort gezeigt wird.

    Aktueller Bericht: ROSENMONTAGSUMZÜGE -”Himmlisch jeck” (Spiegel-Online)

    150 Tonnen Süßigkeiten, 700.000 Tafeln Schokolade, 220.000 Schachteln Pralinen – allein in Köln: Karneval in Deutschland!
    Siehe auch im Blog: Karneval verpennt?

    Arbeit in der Notunterkunft für Obdachlose


    Wichtiges Thema, guter Text – ein Student berichtet von seinem Job:

    Streit schlichten, hart durchgreifen, Brötchen schmieren: Nacht für Nacht managt Florian Börner, 26, das Elend. Der Geschichtsstudent jobbt in einer Notunterkunft für Obdachlose – nicht aus Nächstenliebe, sondern des Geldes wegen.

    aus:
    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,607786,00.html

    Folgende landeskundlichen Informationen runden das Thema ab:

    In Deutschland gibt es rund 300.000 Menschen ohne Wohnung, darunter 22 Prozent Jugendliche. Etwa 2000 von ihnen kommen weder in einem Heim noch bei Freunden unter. Zwei Drittel aller Obdachlosen sind abhängig von Alkohol oder Drogen. Jährlich laufen um die 9000 Jugendliche von zu Hause weg: 70 Prozent Jungs, 30 Prozent Mädchen.

    Obdachlosigkeit in Köln:

    Ergänzung: ZEIT ONLINE 10/2009: Unter null